München XX.X.Wedekind gedachte hier bei dem später abzusendenden Brief ein Datum einzusetzen; es lässt sich nicht auf den Tag genau bestimmen (siehe den Kommentar zur Datierung).
Prinzregentenstr 50.III
Hochwohlgeboren
Herrn OberregierungsratDer in Berlin (Kleiststraße 14) wohnende Curt von Glasenapp war inzwischen als Oberregierungsrat verzeichnet [vgl. Berliner Adreßbuch 1916, Teil I, S. 805], auch in seiner Funktion als Leiter der Abteilung für Theater im Berliner Polizeipräsidium [vgl. Berliner Adreßbuch 1916, Teil II, S. 57].
Kurt von Glasenapp
Berlin
Sehr verehrter Herr Oberregierungsrat!
Wollen Sie es einem Mann der Ihnen seit zwölf JahrenWedekind kannte Curt von Glasenapp offenbar seit 1904; er hat ihn so geschätzt, dass er ihn seinerzeit zu seiner Heirat am 1.5.1906 in Berlin eingeladen hat. die
größte Verehrung entgegenbringt gütigst
verzeihen wenn er sich dieses
eine Malvon der Zeile darunter hierher umgestellt; zuerst hieß es: heraus nimmt, ausnahmsweise dieses eine Mal. heraus
nimmt, ausnahmsweise die/en/ amtlich vorgeschriebenen Weg zu umgehen und
die hier folgendenWedekind, der hier im Anschluss Platz für einige Worte freiließ (eine Textlücke), gedachte wohl auf sein Versdrama „Simson“ zu verweisen und dieses Curt von Glasenapp beizulegen. [Textlücke] Ihrer
geschätzten ErwägungCurt von Glasenapp hat die Berliner Aufführung des „Simson“ (Premiere in den Kammerspielen des Deutschen Theaters im Rahmen des Berliner Wedekind-Zyklus am 21.6.1916) genehmigt; von ihm ist die entsprechende Notiz des Berliner Polizeipräsidiums vom 26. und 30.5.1916 gezeichnet [vgl. KSA 7/II, S. 1394]. zu unterbreiten und Ihrem Herzen nahe zu legen.