Briefwechsel

von Frank Wedekind und Hans Schmidt-Kestner

Hans Schmidt-Kestner schrieb am 30. April 1914 in Hannover folgendes Erschlossenes Korrespondenzstück
an (Zeitung) Hannoverscher Anzeiger , (Zeitung) Hannoverscher Anzeiger , (Zeitung) Hannoverscher Anzeiger , (Zeitung) Hannoverscher Anzeiger , Frank Wedekind

[Hinweis in Wedekinds Brief an Hans Schmidt-Kestner vom 2.5.1914 aus München:]


Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen freundlichen Zeilen.

Frank Wedekind schrieb am 2. Mai 1914 in München folgenden Brief
an Hans Schmidt-Kestner

Sehr verehrter Herr Kestner!

Empfangen Sie meinen verbindlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen freundlichen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Hans Schmidt-Kestner an Wedekind, 30.4.1914. Vermutlich hatte Hans Schmidt-Kestner Wedekind in seiner Eigenschaft als Schriftleiter des „Hannoverschen Anzeigers“ angeschrieben, um ihn für die Mitarbeit an einem Beitrag anlässlich seines bevorstehenden 50. Geburtstags zu gewinnen.. Die Thatsachen sind folgende. Erstens bin ich meines wissens der einzige in Hannover geborene lebende Schriftsteller, dessen Werke im ganzen Amerika und Rußland zur Aufführung gelangen. ZweitenSchreibversehen, statt: Zweitens. hat meines Wissens kein in Hannover GeborenerSchreibversehen, statt: geborener. Schauspieler so viel Gelegenheit wie ich an den ersten Bühnen Deutschlands zu gastieren.Wenn das hannoveranische Publikum diese Thatsachen nicht kennt dann brauchte man sie ihm nur mitzutheilen – dann wird es vollkommenAm Ende der durch Einweisungszeichen markierten Textergänzung am Kopf der Seite fehlt ein Wort; zu ergänzen wäre etwa „klar“ oder „offensichtlich“. Wenn mich meine Vaterstadt also ehren will kann sie wohl nicht besseres anderes thun als mich mit am kgl. Hoftheater mit den besten zur Verfügung stehenden Schauspielern aufzuführen. daß meine Vaterstadt mich unmöglich anders ehren kann, als wenn sie | meine Werke von den besten zur Verfügung stehenden Kräften am kl Hoftheater aufführen läßt. Als ich übrigens im März 1906Das Gastspiel des Kleinen Theaters Berlin (Direktion: Victor Barnowsky) am Deutschen Theater Hannover (Direktion: Hubert Reusch) fand nicht im März, sondern am 12.5.1906 statt. mit meiner Frau in dem ausgezeichneten Ensemble des Direktor Barnowsky am Deutschen Theater in Hannover in „Hidalla“ gastierte war von einer Gegnerschaft des Publicums nicht das geringste zu merken. MitAuf einer solchen Gegnerschaft hat nahm wohl auch Herr Direktor AltmanNachfolger von Leo Walther Stein als Direktor des Deutschen Theaters Hannover war George Altman [vgl. Neuer Theater Almanach 1911, S. 484], der zum 1.8.1913 die Direktion des Kleinen Theaters Berlin übernahm. keine Rücksicht, als er mich vor einem JahrWedekind notierte vor George Altmans Wechsel nach Berlin zwei Besprechungen mit ihm in München: „Unterredung mit Altmann“ [Tb, 30.12.1912], „Conferenz mit Altmann“ [Tb, 6.5.1913]. verpflichtetedurch Unterpunktung aufgehobene vorherige Streichung. zu an seiner Bühne den „Marquis von Keith“ zu spielen, eine Abmachung die nur der Erfolge meines Mq meiner starken Beschäftigung in München wegen nicht zur Aufführunggemeint ist wohl Ausführung. gelangte. Somit werde ich dem hannoverschen Anzeiger zu größtem Dank verpflichtet sein wenn er mir in Hannover zu derselben Anerkennung verhelfen will die ich mir | seit vielen Jahren in München Frankfurt Breslau Kölln Düsseldorf Berlin Königsberg Nürnberg Leipzig und vielen anderen deutschen Städten zutheil wird. Eine große Freude wäre es mir wenn meine Geburtsstadt mich höher ehren wollte, als es das gesammte übrige Deutschland thut. Will sie mich aber geringer würdigen, so kann kein vernünftiger Mensch von mir erwarten, daß ich selber auch noch meine Mitwirkung zusage.