Donnerstag 8/9.87.
Franklin!
Sie haben mir den Empfang meiner Bildervgl. Bertha Jahn an Wedekind, 22.6.1887; die Bilder liegen dem Brief nicht mehr bei. damals
nicht angezeigt; ich habe Sie in Zürich verfehltvgl. Bertha Jahn an Wedekind, 31.8.1887., Ihnen meine Noth geklagt u.
Sie gebetenHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Bertha Jahn an Wedekind, 29.8.1887. mir, der Einsamen, nach Obstalden zu schreiben; ich habe Sie
eingeladenvgl. Bertha Jahn an Wedekind, 2.9.1887. hieher zu kommen; (Sie waren 8 Tage bei
Tante Plümacherüber Zeitraum und Ort von Wedekinds Besuch bei Olga Plümacher ist nichts bekannt., die Ihnen doch nach Ihrer Versicherung nicht näher
steht, warum nicht zwei Tage bei mir?) – keine Antwort, | keine Entschuldigung,
keinen Dank wenn auch nur pur
formaSchreibversehen, statt: pro forma (lat.) zum Schein, der Form halber. – Daß ein Wedekind so allen Rücksicht, so
allen Anstand verletzen könnte, hätte ich nie geglaubt, von Ihnen nie erwartet.
–
Die größte Grobheit die Wahrheit enthält, hätte
ich lieber gehabt, als dieses hartnäckige Schweigen. – Ich werde wahrsch. Samstagsden 10.9.1887. durch Zürich
reisen u. gezwungen sein | einige Stunden mich dort aufzuhalten, aber ich zeige
Ihnen die Stunde nicht an, – „ich habe genug des grausamen Spiels.“ –
Leben Sie wohl, wenn ich denke wie Sie mir/ch/
vor wenig Wochen noch bestimmen wollten Ihnen Du zu sagenvgl. Bertha Jahn an Wedekind, 17.6.1887., so muß ich laut
auflachen. –
Es thut mir leid, daß mit so schrillenSchreibversehen, statt: schrillem. Mißton,
die letzte Saite gesprungen ist. – Ich hätte ein Recht Sie über | das warum
zu fragen, ich thue es nicht. –
Sei beglückt!
Bertha