Mein lieber Hermann,
Jetzt
kann ich ruhig schlafen,
Von allen Sorgen befreit.
Ich hab’ einen Hektographen(griech.) Hundertschreiber; „Apparat zur Vervielfältigung von Schriftstücken ohne Anwendung einer Presse, besteht im wesentlichen aus einer elastischen Platte (Buchdruckwalzenmasse), auf welche die mit einer sehr ausgiebigen Anilintinte angefertigte Schrift übertragen wird. Legt man dann ein Blatt Papier auf die Platte und übt einen mäßigen Druck aus, so wird eine hinreichende Menge Farbstoff an das Papier abgegeben, um eine sehr deutliche Kopie zu liefern. Es bleibt aber so viel Farbstoff auf der Platte übrig, um nacheinander und ohne Manipulationen eine große Anzahl von Kopien (100, daher der Name H.) anfertigen zu können.“ [Meyers Konversations-Lexikon. 4. Aufl. Bd. 8, Leipzig 1887, S. 345].
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O, welche Glückseligkeit!
Ich
hab’ einen todten Copistendie Maschine; im Gegensatz zu den Menschen, die früher den Beruf des Copisten (Abschreibers) ausübten.,
Lebendigen Federkieldie Schreibfeder wurde in früheren Zeiten aus dem behandelten und gespitzten Federkiel einer Gänsefeder hergestellt, zum Ende des 18. Jahrhundert wurden Stahlfeder und -halter entwickelt.;
Der sammelt für alle Christen
Ergüsse von meinem Gefühl.
Lang
suchte ich einen Verleger.
Jetzt scher’ ich den Kukuk
mich drumkümmert mich nicht; in Anlehnung an die Redensart ‚sich den Teufel (synonym: Kuckuck) um etwas scheren‘..
Mein Hektograph ist v/V/erträger
Zwischen mir und dem Publicum.
Nun
will ich e/E/ins singen und d/D/ichten
Aus alter und neuer Zeit
In Ritter- und Liebesgeschichten. –
0, welche Glückseligkeit! |
Und
steht mein Schatz in der Thüren,
So schleiche ich leise mich her.
Ich werde Flugs thu
ich ihn hektographiren. –
Mein Liebchen, was willst du noch mehr!
Du aber im fernen Schaffhausen
Weißt nun, welche Wonne mich traf.
Es schmettert mit mächtigem Brausen
Mein Dank durch den Hektograph.
Dir, der Du mir
solchen gespendt/e/tHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Sendung des Hektographen; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Plümacher an Wedekind, 25.11.1882.,
Sei dieser Hymnus(griech.) Lobgesang.
geweiht.
Jetzt hab’ ich ihn endlich vollendet. –
0, welche Glückseligkeit! –
27.XI
82.
Dein
dankbarer Franklin.