Postkarte – Carte Postale
Weltpostverein – Union postale universelle
[...]
Wolgeb. Herrn Frank Wedekind
Schriftsteller
München
p. Adr. „Simplizissimus“
Hum. Wochenschriftdie als Satireblatt bekannte Münchner Wochenschrift „Simplicissimus“ (verlegt von Albert Langen), an deren Adresse (Kaulbachstraße 91) die Bildpostkarte adressiert ist; im „Simplicissimus“ ist am 18.4.1896 von Max Slevogt illustriert Wedekinds Gedicht „Das arme Mädchen“ erschienen [vgl. KSA 1/II, S. 1131], auf das Minny di Cerenotti sich bezieht (siehe unten).
Abs. Minny di Cerenotti
Frankfurt a/M.
Orpheumdas Frankfurter Orpheum (Direktion: Max Bruck), ein Theater in Frankfurt am Main (Neue Zeil 80-82) [vgl. Neues Adreßbuch für Frankfurt am Main 1904, Teil I, S. 192], an dem die Rezitatorin Minny di Cerenotti wohl gastierte (Orpheum war eine Bezeichnung für Kleinkunstbühnen), jedenfalls aber in der Stadt auftrat, so am 23.6.1903: „Soirée Minny di Cerenotti, im kaufmännischen Verein, Langestraße 26, Nm. 8½.“ [Frankfurter Zeitung, Jg. 47, Nr. 172, 23.6.1903, 3. Morgenblatt, S. 2] |
[Foto]
Das arme Mädel v. Frank Wedekind
Minny di Cerenotti
[am linken Rand, um 90
Grad gedreht:]
Frdl. Grüße sendet Ihnen das OriginalMinny di Cerenotti, die sich als Rezitatorin von Wedekinds Ballade „Das arme Mädchen“ [KSA 1/I, S. 364-366] auf sich bezieht und zugleich auf das Foto von sich auf der Bildpostkarte verweist, das sie in der Rolle des armen Mädchens aus Wedekinds Ballade zeigt; sie hatte von Wedekind das Aufführungsrecht erhalten und ihm ein Foto von sich in der Rolle versprochen, eine „photographische Aufnahme als armes Mädel“ [Minny di Cerenotti an Wedekind, 7.5.1903]..