Postkarte. |
10/9 09 Wedekind notierte am 10.9.1909 in München: „Erstes Brahmskonzert. Ratskeller mit Henckell und Fried. Große Gesellschaft.“ [Tb] Seine Tagebucheinträge vom 23.4.1909 („Komitéesitzung zur Brahmsfeier im Rathaus“) und 9.5.1909 („Sitzung des Brahmskomitée“) dokumentieren seine Beteiligung an den Vorbereitungen des ersten Brahmsfestes in München (siehe unten). Er ist als eines von 123 Mitgliedern des internationalen Ehrenkomitees auch im Programmbuch verzeichnet [vgl. Deutsche Brahms-Gesellschaft unter dem Protektorate Sr. Hoheit des Herzogs Georg von Sachsen-Meiningen Vereinigung der Brahmsfreunde: Erstes Deutsches Brahms-Fest München 10.-14. September 1909 im Königl. Odeon. Programmbuch. Hg. vom Konzertbureau Emil Gutmann München. München (1909), S. 9].
Erstes deutsches
Brahms Festdas zu Ehren des Komponisten Johannes Brahms vom 10. bis 14.9.1909 in München von der Deutschen Brahmsgesellschaft und der Vereinigung der Brahmsfreunde im Münchner Konzertsaal Odeon (Odeonsplatz 3) veranstaltete erste deutsche Brahmsfest, eröffnet am 10.9.1909 um 19.30 Uhr; angekündigt war: „Heute, Freitag, Abend ½ 8 Uhr findet im Odeon das erste Orchesterkonzert statt. Das Programm lautet: Ein deutsches Requiem nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor, Orchester und Orgel, op.68. [...] (Hierauf zwanglose Zusammenkunft im Ratskeller.)“ [Erstes deutsches Brahms-Fest. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 62, Nr. 423, 10.9.1909, Morgenblatt, S. 3] Bei dem Auftaktabend wurde die „außerordentlich zahlreiche Zuhörerschaft“ hervorgehoben sowie die „jubelnden Beifallsbekundungen“ [Erstes deutsches Brahmsfest. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 62, Nr. 425, 11.9.1909, Morgenblatt, S. 1f.]. in München.
10 bis 14 September im Kgl. Odeon.
Veranstaltet von der Deutschen
Brahmsgesellschaftgegründet am 7.5.1906 in Berlin als GmbH, initiiert von der Simrock Musikverlag GmbH (Hans Simrock), die die Rechte am Werk von Johannes Brahms besaß. unter dem Protektorat Sr. Hoheit des Herzogs Georg von
Meiningen und der Vereinigung der Brahmsfreunde1908 von Hans Simrock, dem Geschäftsführer der Deutschen Brahmsgesellschaft, gegründeter Verein..
Willi Geiger 09
R. LienauRobert Lienau, Musiker und Musikverleger aus Berlin (Marienstraße 1) [vgl. Berliner Adreßbuch 1910, Teil I, S. 1657], der sich in den 1890er Jahren mit Johannes Brahms befreundet hatte [vgl. Robert Lienau: Unvergeßliche Jahre mit Johannes Brahms. Berlin 2002]; seine Frau Frieda Lienau (geb. Schubring) könnte die Adressatin der Bildpostkarte gewesen sein, ein Mitbringsel ihres Gatten für sie in Erinnerung an das Familientreffen in München.
Frank Wedekind W Lienau
Oskar Fried.
Karl Henckell
Tilly Wedekind.
Sofie Mann.
C.Vornamenskürzel entweder für den Vornamen von Clara Lienau, was etwas wahrscheinlicher ist, oder für den ersten Vornamen von Cay Diedrich Lienau. Neben Frank und Tilly Wedekind waren Karl Henckell und Oskar Fried, der Dirigent war, auf dem Brahmsfest (siehe oben) anwesend, außerdem vier Mitglieder einer in der Musikbranche tätigen Familie, die die Bildpostkarte unterzeichnet haben: Der Musiker und Musikverleger Robert Lienau aus Berlin (siehe oben), dessen Bruder Wilhelm Lienau, der den zum Familienunternehmen gehörenden Wiener Musikverlag Carl Haslinger quondam Tobias leitete, dessen Schwägerin Sofie Mann (sie ist die Schwester von Robert Lienaus Gattin Frieda Lienau) und schließlich ‒ wegen des abgekürzten Vornamens C. nicht eindeutig zu identifizieren ‒ entweder dessen Schwägerin Clara Lienau (geb. Jacobsen), mit dem Schiffbauingenieur Otto Lienau (Bruder von Robert und Wilhelm Lienau) in Danzig verheiratet, oder aber dessen Vetter Cay Diedrich Lienau, Senator und Landrichter in Lübeck. Lienau