Kennung: 1725

München, 12. Oktober 1917 (Freitag), Brief

Autor*in

  • Wedekind, Frank

Adressat*in

  • Reucker, Alfred

Inhalt

München 12. Oktober 1917.
Prinzregentenstraße 50.


Herrn DirektorAlfred Reucker war Direktor des Stadttheaters (verbunden mit dem Pfauentheater) in Zürich [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 632]. Dr. Alfred Reucker
Zürich.


Verehrter Herr Doctor!

eben erhalte ich den Kontrakt, den ich selber nicht mitnehmen konnteWedekind ist nach einem längeren Aufenthalt am 7.10.1917 von Zürich zurück nach München gereist [vgl. Tb]. von Kantorowitz zugeschicktHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zum Gastspielvertrag; erschlossenes Korrespondenzstück: Michael Kantorowitz an Wedekind, 11.10.1917. Der Theateragent Michael Kantorowitz in Zürich (Dufourstraße 44) [vgl. Adressbuch der Stadt Zürich für 1918, Teil I, S. 286] hat Wedekinds „Erdgeist“-Gastspiel am Stadttheater in Zürich (Premiere: 6.11.1917) organisiert, außerdem die Uraufführung von Wedekinds Schauspiel „Schloß Wetterstein“ am 15.11.1917 im Pfauentheater in Zürich, was im Sommer bereits vorbereitet worden war [vgl. Wedekind an Michael Kantorowitz, 1.8.1917].. Gestern beauftragte ichWedekind dürfte sich am 11.10.1917 mit seinem Verleger Georg Müller in München mündlich verständigt haben. Georg Müller das Material von „Schloß Wetterstein“ an die Adresse des Stadttheaters Zürich zu schicken. Sollten die gesandten Exemplare, die Müller sofort zu | expedieren versprach nicht genügen, dann ersuche ich nur um gefällige Benachrichtigung.

Der Lesezirkel Hottingen teilt mir mitHinweis auf eine nicht überlieferte Mitteilung; erschlossenes Korrespondenzstück: Lesezirkel Hottingen an Wedekind, 11.10.1917. Wedekind hielt am 5.11.1917 in Zürich einen „Herakles Vortrag im Hottinger Lesezirkel.“ [Tb], daß er die Eingabe um meine Paßbewilligung bereits gemacht hat. Da aber nur noch etwas mehr als 14 Tagenach dem 26.10.1917; die Abreise verzögerte sich. „Wedekind traf am 4.11.1917 in Zürich ein.“ [Vinçon 2018, Bd. 2, S. 353] Zeit übrig ist, so würde es die Gewährung der Reiseerlaubnis gewiß erleichtern, wenn Sie, verehrter Herr Doctor, die Güte haben wollten, unter Begründung durch das Gastspiel, die Eingabe | des Hottinger Lesezirkels bei der GesandschaftSchreibversehen, statt: Gesandtschaft. oder beim Konsulat zu unterstützen.

Außerordentlich freue ich mich darauf, sobaldSchreibversehen, statt: so bald. Wedekind hatte erst vom 12. bis 25.9.1917 im Pfauentheater und Stadttheater in Zürich gastiert [vgl. Tb]. wieder mit Ihren ausgezeichneten Künstlern zusammen arbeiten zu können und nehme die Gelegenheit wahr, Ihnen für die großzügige Gastfreundschaft, die Sie meinen Arbeiten gewähren von ganzem Herzen aufrichtigen Dank zu sagen.

Mit verehrungsvollen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Materialität des Dokuments

Bestehend aus 2 Blatt, davon 3 Seiten beschrieben

Schrift:
Kurrent.
Schreibwerkzeuge:
Feder. Tinte.
Schriftträger:
Papier. Doppelblatt. Seitenmaß 16 x 21 cm. Gelocht.
Schreibraum:
Im Hochformat beschrieben.

Datum, Schreibort und Zustellweg

  • Schreibort

    München
    12. Oktober 1917 (Freitag)
    Sicher

  • Absendeort

    München
    Datum unbekannt

  • Empfangsort

    Zürich
    Datum unbekannt

Informationen zum Standort

Akademie der Künste

Pariser Platz 4
10117 Berlin
Deutschland

Informationen zum Bestand

Name des Bestandes:
Alfred-Reucker-Archiv
Signatur des Dokuments:
Reucker 465
Standort:
Akademie der Künste (Berlin)

Danksagung

Wir danken der Akademie der Künste (Berlin) für die freundliche Genehmigung der Wiedergabe des Korrespondenzstücks.

Zitierempfehlung

Frank Wedekind an Alfred Reucker, 12.10.1917. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (03.04.2025).

Status der Bearbeitung

In Bearbeitung
Zum Prüfen bereit
Freigegeben

Erstellt von

Cordula Greinert

Überarbeitet von

Ariane Martin

Zuletzt aktualisiert

27.11.2024 09:57