Lieber Herr
Wedekind!
Bitte haben Sie die große Güte, sofort die Adresse Ludwig Scharf’sLudwig Scharf hatte in München (Wilhelmstraße 3e) [vgl. Adreßbuch von München für das Jahr 1896, Teil II, S. 539] gewohnt und war Ende 1896 nach Berlin übergesiedelt (Ansbacherstraße 54, Hinterhaus, 2. Stock) [vgl. Adreßbuch für Berlin 1898, Teil I, S. 1151]; er war auch unter der Redaktionsadresse Adresse der „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ zu erreichen, dort verzeichnet: „Verleger und verantwortlicher Redakteur: Ludwig Scharf, Magdeburgerstr. 13.“ [Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus, Jg. 7, Nr. 26, 26.6.1897, S. 208]. aufzuschreiben und an Herrn Gabriel FinneGabriel Finne, in Christiania (heute: Oslo) lebender Schriftsteller, der als Repräsentant der skandinavischen Moderne galt; sein Einakter „Uglen“ (1893), von Ernst Brausewetter übersetzt „Die Eule“ (1893), war nicht nur „von der Münchner Hofbühne zur Aufführung angenommen worden“ [Hamburger Fremden-Blatt, Jg. 65, Nr. 75, 29.3.1893, 1. Beilage, S. (2)] (offenbar nicht inszeniert), sondern auch vom Neuen Theater in Berlin: „Für das ‚Neue Theater‘ wurde das einaktige Schauspiel ‚Die Eule‘ von dem norwegischen Dichter Gabriel Finne zur Aufführung angenommen.“ [Berliner Tageblatt, Jg. 23, Nr. 65, 5.2.1894, Abend-Ausgabe, S. (4)] Es kam allerdings erst am 27.3.1898 durch die Dramatische Gesellschaft zu Berlin im Residenztheater (Direktion: Sigmund Lautenburg) in einer Matinee zur Aufführung [vgl. F.E.): Dramatische Gesellschaft. In: Berliner Tageblatt, Jg. 27, Nr. 158, 28.3.1898, Montags-Ausgabe, S. (2)]. aus Christiania,
d. G. Director LautenburgSigmund Lautenburg in Berlin war Direktor des Residenztheaters und „gleichzeitig Direktor des Neuen Theaters“ [Neuer Theater-Almanach 1897, S. 265] am „Schiffbauerdamm 5“ [Neuer Theater-Almanach 1897, S. 266]., Neues Theater, Schiffbauerdamm, zu senden. Sie würden mich dadurch zu großem Dank verpflichten. |
Mit besten Wünschen für Ihr Wohlergehen
Lotte Dressler