Kennung: 1033

München, 24. April 1904 (Sonntag), Brief

Autor*in

  • Wedekind, Frank

Adressat*in

  • Cassirer, Bruno

Inhalt

Sehr geehrter Herr Cassirer!

für die HerrenDer Vorstand der im Vorjahr in München gegründeten Dramatischen Gesellschaft setzte sich bei seiner konstituierenden Sitzung am 1.12.1903 „zusammen aus Dr. jur. Fritz Braumüller, Regisseur und Dramaturg am Münchener Schauspielhaus, erster Vorsitzender und provisorischer Schriftführer [...]; Edgar Steiger, zweiter Vorsitzender; Julius Nassauer, Schatzmeister; Kurt Aram; Friedr. Basil, Hofschauspieler und Regisseur; Hermann Bischoff, Komponist; Dr. Michael Georg Conrad; Dr. Georg Hirth; Albert Langen, Verleger; Dr. Hermann Popp, Kunsthistoriker; Alexander Salzmann, Kunstmaler; Karl Schüler, Hofbuchhändler; Bernhard Stavenhagen, Hofkapellmeister und Direktor der kgl. Akademie der Tonkunst, Beisitzer.“ [Zum Programm der Münchener Dramatischen Gesellschaft. In: Allgemeine Zeitung, Jg. 106, Nr. 346, 14.12.1903, 3. Abendblatt, S. 3] Die erste von diesem Verein organisierte Vorstellung fand am 11.2.1904 statt, die zweite am 29.3.1904 (siehe unten). von der Dramatischen Gesellschaft hat es sich jetzt herausgestellt, daß sie nicht verpflichtet sind, von der Pandora-VorstellungWedekind notierte am 29.3.1904: „Aufführung der Büchse der Pandora in München.“ [Tb] Das war eine einmalige geschlossene Vorstellung im Münchner Schauspielhaus, ein Gastspiel des Nürnberger Intimen Theaters, veranstaltet von der Münchener Dramatischen Gesellschaft, wie angekündigt war: „Wie wir erfahren, veranstaltet die Münchner ‚Dramatische Gesellschaft‘ Anfang nächster Woche im Schauspielhause eine Subskriptionsvorstellung, in welcher Frank Wedekinds ‚Büchse der Pandora‘ durch das Ensemble des ‚Intimen Theaters‘ in Nürnberg zur Aufführung gelangt.“ [Dramatische Gesellschaft. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 57, Nr. 141, 24.3.1904, Morgenblatt, S. 3] Die Vorstellung „endet [...] mit einem Publikumseklat.“ [KSA 3/II, S. 1205] Tantiemen zu zahlen. Dagegen wollen sie mir persönlich ein Honorar ausbezahlen, wenn sie die Sicherheit von Ihnen haben, daß keine weiteren Ansprüche geltend gemacht werden. Ich weiß nun zufällig durch einen HandelWedekind hatte mit der Literarische Gesellschaft in Dresden, die am 26.4.1903 ein Gastspiel des Berliner Kleinen Theaters mit Wedekinds Einakter „Der Kammersänger“ (Regie: Richard Vallentin) als Matinee im Neustädter Hoftheater, dem Königlichen Schauspielhaus (Direktion: Nikolaus von Seebach), veranstaltet hatte, um Aufführungsrechte und ein Honorar für ihn verhandelt (siehe Wedekinds Korrespondenz mit der Literarischen Gesellschaft Dresden vom 7.4.1904 bis 23.4.1904). mit der Literarischen Gesellschaft in LeipzigWedekind hat zunächst an die Literarische Gesellschaft in Leipzig gedacht, die 1898 erstmals ein Stück von ihm (den „Erdgeist“) auf die Bühne gebracht hat, um dann Leipzig durch Dresden zu korrigieren. Er hat am Vortag in einem Honorarfragen betreffenden Brief an die Literarische Gesellschaft in Dresden ausdrücklich auf die Literarische Gesellschaft in Leipzig verwiesen [vgl. Wedekind an Literarische Gesellschaft Dresden, 23.4.1904] Dresden, daß geschlossenen Gesellschaften gegenüber keine form rechtlichen Ansprüche bestehen. Wollen Sie also bitte mir oder der/m/ drama Vorstand der dramatischen Gesellschaft mittheilen daß Sie damit einverstanden sind, dann komme ich wenigstens zu meinem Geld. Ich hätte Sie mit dieser Bagatelle kaum belästigt, wenn ich mir Ihnen gegenüber keinen Formfehler hätte zu Schulden kommen lassene wollen. Jetzt handelt es /si/ch für mich nur darum, die kleine Summe zu retten. Ihrer baldigen Antwort entgegensehend.
mit besten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.


Franz Josefstr 42.II.

24.IV.04.

Einzelstellenkommentare

Materialität des Dokuments

Bestehend aus 1 Blatt, davon 1 Seite beschrieben

Schrift:
Kurrent.
Schreibwerkzeuge:
Feder. Tinte.
Schriftträger:
Papier. 20,5 x 27,5 cm.
Schreibraum:
Im Hochformat beschrieben.
Sonstiges:
Oben auf Seite 1 ist mit Tinte von fremder Hand ein Eingangskürzel notiert.

Datum, Schreibort und Zustellweg

  • Schreibort

    München
    24. April 1904 (Sonntag)
    Sicher

  • Absendeort

    München
    Datum unbekannt

  • Empfangsort

    Berlin
    Datum unbekannt

Informationen zum Standort

Aargauer Kantonsbibliothek

Aargauerplatz
5001 Aarau
Schweiz

Informationen zum Bestand

Name des Bestandes:
Wedekind-Archiv
Signatur des Dokuments:
Wedekind-Archiv B, Mappe 6, Autographen
Standort:
Aargauer Kantonsbibliothek (Aarau)

Danksagung

Wir danken der Aargauer Kantonsbibliothek für die freundliche Genehmigung der Wiedergabe des Korrespondenzstücks.

Zitierempfehlung

Frank Wedekind an Bruno Cassirer, 24.4.1904. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (03.04.2025).

Status der Bearbeitung

In Bearbeitung
Zum Prüfen bereit
Freigegeben

Erstellt von

Ariane Martin

Zuletzt aktualisiert

12.07.2024 17:58