Berliner Handels-Gesellschaft
Geschäftsinhaber
BERLIN W64 Silvester 06.
Behrenstraße 32
Verehrter Herr Wedekind, Ihre liebenswürdige
Einladungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Walther Rathenau, 29.12.1906. Wedekind hat Walther Rathenau eingeladen, am 4.1.1907 nach einer Theaterpremiere (zwei Einakter Goethes) in das Weinlokal F. W. Borchardt (Französische Straße 47/48) zu kommen; er notierte unter diesem Datum: „Premiere Geschwister und Mitschuldigen. Nachher Gastmahl bei Borchardt Rathenau Reinhart Gerhäuser Welti Blümner Frisch, ich, Kahane, Edmund, Holländer Kassirer.“ [Tb] nehme ich mit verbindlichstem Dank an. Ich benutze die Gelegenheit,
um Beilage war das Buch „Ein Fürst der Diebe. Memoiren. Mit Bildnis des Verfassers und Anhang“ (1905) von Georges Manolescu (Fürst Lahovary), in Berlin und Groß-Lichterfelde-Ost verlegt von Dr. P. Langenscheidt als Band 3 der Reihe „Dr. P. Langenscheidt’s Bibliothek der Zeit“ [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 72, Nr. 59, 11.3.1905, S. 2443], das Wedekind Walther Rathenau ausgeliehen hatte. Wedekind selbst hatte die Memoiren des rumänischen Hochstaplers am 3.5.1905 gelesen: „Bleibe den Abend zu Hause und lese die Memoiren Manolescus.“ [Tb] Seine Frau las sie später ebenfalls, wie Wedekind am 31.1.1914 notierte: „Tilly liest Manolesku“ [Tb]., der mir von neuem ein paar interessante
Stunden verschafft hat und mir den Dienst erwies, mich auf Casanovaauf eine Ausgabe der Memoiren von Giacomo Casanova. zu lenken.
Ihnen und Ihrer verehrten Gemahlin die herzlichsten
Neujahrswünsche!
In aufrichtiger Ergebenheit
Ihr
W Rathenau.