München den 15. April 1910
Verehrter Herr Brandenburg!
Wollen Sie meiner Frau und meine herzlichsten
Glückwünsche zu Ihrer VerlobungHans Brandenburg hatte sich mit der Illustratorin, Malerin und Grafikerin Dora Polster verlobt; die offizielle Verlobung fand allerdings erst am 13.1.1911 statt: „Als Verlobte sind vom Standesamt aufgeboten: [...] der Schriftsteller Johannes Brandenburg hier mit der Ingenieurstochter Frl. Dora Polster in Eichenau bei Alling.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 64, Nr. 22, 14.1.1911, Morgenblatt, S. 4] In der Presse ist dann nochmals verzeichnet: „Verlobte. [...] Joh. Brandenburg, Schriftsteller aus Preußen, mit Dora Polster, Ingenieurstochter von Mainz.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 64, Nr. 24, 16.1.1911, S. 4] Die Heirat fand am 15.3.1911 in Mainz statt (dem Wohnort der Eltern von Dora Polster). entgegennehmen und auch Ihrer verehrten Braut
unsere Glückwünsche aussprechen.
Mit besten Grüßen auf baldiges Wiedersehn
Ihr ergebener
Frank Wedekind.