Sehr geehrter Herr Harden!
Wollen Sie mir erlauben, Ihnen einen Vorschlag zu
unterbreiten, den Vorschlag, daß Sie und ich zusammen ein Stück schreibenDer Plan wurde nicht realisiert, das Projekt von Wedekind aber noch weiter vorbereitet [vgl. Wedekind an Maximilian Harden, 17.12.1912].,
dessen H/M/ittelfigur Sie sind. Daß das Drama ein Portrait darstellt,
brauchte öffentlich nicht eingestanden zu werden, würde aber nicht in Abrede
gestellt. Das Drama könnte im alten Rom, zur Reforma|tionszeit oder heute
spielen. Der Vorschlag erwartet keine Antwort sondern möchte vor der Hand nur
Ihr Vertrauen gewinnen. Ihn sofort zu erörtern wäre wol müßig, solange er Ihre
Billigung noch nicht gefunden oder bei mir presentablereSchreibversehen statt: präsentablere. Form gewonnen hat.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.
München 10.12.12.