München den 19. Februar
1917.
Sehr geehrter Herr Kurt Wolff!
Leider habe ich noch drei Wochen seit Empfang Ihrer
Vorschläge vom 1. Februar zu laborierenan einer Krankheit leiden, gesundheitliche Probleme wenig erfolgreich bekämpfen. gehabt und war dadurch verhindert mich
mit meinen Geschäften zu befassen. Auch mit Georg Müller habe ich seit meiner
KrankheitWedekind hatte sich am 6.1.1917 für eine „Bruchoperation“ [Tb 8.1.1917] ins Krankenhaus Josephinum begeben und war am 31.1.1917 wieder entlassen worden. Am 4.2.1917 notierte er: „Zum ersten Mal ausgegangen“ [Tb]. noch nicht gesprochen, werde mich aber nächster Tage mit ihm
auseinandersetzen. Von den beiden Vorschlägen, die Sie mir | in Ihrem Briefe
vom 1. ds.
machen, sagt mir der erste, der ein festes Jahreseinkommen einschließt am
meisten zu. Wenn Sie mir einen Vertrag vorlegen, der mir in diesem Sinne einen
angemessenen festen Ertrag meiner Arbeit sichert, so bin ich bereit und
entschlossen das meinige zu tun um von Georg Müller loszukommen. Vermuten Sie
bitte nicht, daß ich Ihr Anerbieten nur in Händen haben möchte, um bei Georg
Müller bessere Bedingungen zu erreichen. |
Soweit hatte ich geschrieben als ich heute Ihre geehrten
Zeilenvgl. Kurt Wolff an Wedekind, 17.2.1917. vom 17. bekam. Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre wertvolle
Benachrichtigung. Der Gedanke, künftige Werke Ihrem Verlag zu übergeben sagt
mir durchaus zu. Natürlich muß ich jetzt aber zuerst meine Angelegenheiten mit
Müller ordnen.
Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochschätzung
Frank Wedekind.