[Hinweis und Zitat in Antiquariat
S. Martin Fraenkel (Berlin): Katalog 22 (1922), Nr. 476:]
Wedekind, Frank [...] E. B. m. U. vom 3. Mai 1895
an Brahm. [...]
„Geehrter Herr Direktor, es ist das vierte Mal, dass mir die
Ehre widerfährt in Ihrer DirektionOtto Brahm war seit dem 1.9.1894 als Nachfolger von Adolph L’Arronge [vgl. Neuer Theater-Almanach 1894, S. 277] Direktor des Deutschen Theaters in Berlin [vgl. Neuer Theater-Almanach 1895, S. 277]. erfolglos zu antichambrierenim Vorzimmer (Antichambre) warten, ein Gesuch durch wiederholte Vorsprachen durchzubringen versuchen. Wedekind schrieb der Formulierung zufolge den vorliegenden Brief im Vorzimmer von Otto Brahm (siehe oben) im Deutschen Theater in Berlin (Schumannstraße 13a) [vgl. Berliner Adreß-Buch für das Jahr 1895, Teil I, S. 141].. Ich bin
überzeugt, dass Ihnen die Geschäfte keinen freien Augenblick lassen. Das
berechtigt sie nicht, das Gegenteil von jemandem vorauszusetzen, der Sie in
Geschäften zu sprechen wünscht. Sie glauben nicht, wie fern es mir liegt, eine
Aufführungvon „Erdgeist“ (1895), wie aus einem späteren Brief hervorgeht [vgl. Wedekind an Otto Brahm, 17.8.1895]; eine Aufführung von Wedekinds Tragödie wurde von Otto Brahm abgelehnt. am Deutschen Theater als Akt persönlicher Gnade, als Experiment von
zweifelhaftem Erfolg zu erbitten.“