T. W.
Samstagder 2.4.1910..
Mein lieber Frank,
heute Nacht habe ich ganz fest geschlafen, nur einmal wachte
ich auf und hatte keine Ahnung wo ich bin. Anna Pamela war sehr verwundert als
ich ebenso plötzlich wieder zurückkamRückkehr nach München am 2.4.1910 vormittags von der Reise nach Berlin, zu der Tilly Wedekind am 1.4.1910 aufgebrochen ist.. Heute ist es sehr schön hier, der Schnee ist fast ganz weg.
Leider erfuhr ich durchs TelephonTilly Wedekind erfuhr telefonisch, dass die Schriftstellerin Elsa Bernstein (Ernst Rosmer) und deren Schwester Gabriele Porges, die sie beide für den 2.4.1910 zu einem „Damentee“ [Wedekind 1969, S. 134] eingeladen hat, nicht kommen konnten (zugesagt hat nur Ottilie Gerhäuser), sie dafür aber bei deren Mutter Wilhelmine Porges eingeladen war., dass Fr. Justizr. Bernstein verreist
ist. Fräulein Gabriele ist nicht | wohl, aber ihre Mutter bat mich nächste
Woche zu I/i/hnen zu kommen. Die Gerhäuser kommt. Ich habe das GefühlTilly Wedekind „bezieht sich [...] auf die sie verletzenden Äußerungen“ [Vinçon 2018, Bd. 2, S. 141] ihres Mannes in seinem letzten Brief [vgl. Frank Wedekind an Tilly Wedekind, 31.3.1910] und seinem Telegramm [vgl. Frank Wedekind an Tilly Wedekind, 1.4.1910].,
dass seit gestern etwas andern/s/ geworden ist, ob besser oder
schlechter weiß ich nicht. Hoffentlich besser!
In treuer Liebe umarmt Dich
Deine Tilly
Mein lieber Papa,
ich hab Dich sehr lieb. Viele Küsse. Komm’ bald wieder.
Deine Annapamela