Verehrter Herr Stollberg!
Eben erhalte ich beiliegenden Briefnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Samst an Wedekind, 25.9.1909., den ich mir erlaube
Ihnen zuzusenden. Direktor SamstMax Samst war Direktor des Residenztheaters in Stuttgart und führte dort die Oberregie [vgl. Neuer Theater-Almanach 1910, S. 637]. Wedekind könnte während seines letzten Aufenthalts in Stuttgart (20. bis 22.3.1909) mit ihm gesprochen haben. Ein Gastspiel am Stuttgarter Residenztheater kam nicht zustande. hatte mir ein mehrmaliges mehrmaliges
Gastspiel vorgeschlagen. Ich machte ihn dann darauf aufmerksam, daß unendlich
viel an Einstudierungsarbeit erspart würde, wenn ein Gastspiel des Münchner
Schauspielhauses stattfände, wie es meines Wissens vergangenen Winter geplant
war. Dabei fiel mir ein, daß einzelne Stücke, wie „Musik“ 10 Personen
oder die Einakter, auch „Erdgeist“ 14 Personen
auswärts gespielt werden könnten ohne daß das Repertoir des Schauspielhauses | dadurch
im geringsten beeinflußt würde, und daß solche Gastspiele nicht nur in
Stuttgart sondern auch in anderen Städten, Regensburg, UlmWedekind hatte in Regensburg und Ulm keine Gastspiele. e. ct. stattfinden könnten.
Das ist eine Idee, die ich Ihnen hiemit vorzulegen mir erlaube.
Eine Antwort erwartete ich nicht darauf, da ich weiß, wie sehr Sie
augenblicklich beschäftigt sind und es mir auch gar nicht eilt, das Stuttgarter
GastspielWedekind war vom 29.4.1912 bis 12.5.1912 zu einem Gastspiel in Stuttgart – am Hoftheater (Intendant: Joachim Gans zu Putlitz), nicht am Residenztheater. abzuschließen.
Mit ergebenstem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.
27.9.9.