Sehr Geehrtes gnädiges FräuleinAdressatin ist die Tochter oder eine andere unverheiratete Verwandte des Vermieters Wilhelm Hamann, mit dem Wedekind im Konflikt um das Klavierspiel in der Wohnung unter ihm ebenfalls korrespondiert hat (siehe Wedekinds Korrespondenz mit Wilhelm Hamann). „An Frl. Hamann“ [Tilly Wedekind an Frank Wedekind, 27.4.1908] schrieb einmal auch Wedekinds Frau in Wohnungsangelegenheiten.
Da das Klavierspiel unter mirWedekinds Auseinandersetzung mit den unter ihm wohnenden Damen, der Rentiere Rosa Meyer und ihrer Tochter Anna Meyer im 2. Stock der Kurfürstenstraße 125 [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1572], wegen Klavierspiels war bereits im Frühjahr manifest, wie er am 17.4.1907 notierte: „Besuch bei Frau Meier wegen Klavierspielen“ [Tb]. Der Konflikt ruhte während seiner mehrmonatigen Abwesenheit von Berlin und spitzte sich im Herbst weiter zu, als er am 4.10.1907 nach Berlin zurückgekehrt war, nur unterbrochen von einer kurzen Reise (vom 17. bis 21.10.1907). Um der Ruhestörung zu entkommen, kündigte Wedekind am 25.10.1907 seine Wohnung(siehe unten). Daraufhin dürfte man sich vorübergehend geeinigt haben, das Klavierspiel einzustellen, das nach vierzehn Tagen aber wieder begann. nach
vierzehntägiger Pause seit
einigen TageSchreibversehen, statt: Tagen.
wieder mit voller Wucht anhält einsetzt, stundenlang unterunterbrochenSchreibversehen, statt: ununterbrochen.
anhält, und sich die Leute auch durch die höflichsten Bitten nicht bestimmen lassen, während der Zeit die ich zur Arbeit nötig habe ruhig zu sein sehe leid
ich mich leider da
mir der Aufenthalt in der Wohnung unerträglich ist, zu meinem Bedauern genötigt, meine KündigungWedekind hat seine Wohnung im 3. Stock der Kurfürstenstraße 125 in Berlin am 25.10.1907 gekündigt, wie er notierte: „Wohnungskündigung.“ [Tb]
aufrechzuerhaltenSchreibversehen, statt: aufrechtzuerhalten..
Hochachtungsvoll ergebenst,
Frank Wedekind.