Und
nun lebe wohlAbschiedsworte, die ein Ende der Liebesbeziehung betreffen könnten, die Lotte Dreßler mit Wedekind heimlich unterhielt; sie korrespondierten über gemeinsame Bekannte [vgl. Wedekind an Hans Richard Weinhöppel, 1.4.1897] und postlagernd (siehe unten).entschuldige meine Schmiererei! aber es geht in der Eile nicht anders!
Der Zettel von der Postwohl Benachrichtigung über eine postlagernd eingetroffene Sendung und insofern Hinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Lotte Dreßler, 14.4.1897. war heute bei Sturybei Richard Stury (Maximilianstraße 29), Schauspieler am Münchner Hoftheater [vgl. Neuer Theater-Almanach 1897, S. 438], an dem Lotte Dreßler diverse Bekannte hatte [vgl. Lotte Dreßler an Wedekind, 22.10.1896 und 5.11.1896].!
lieber süßer Schatz grüße Deine gute liebe MamaFrank Wedekind dürfte wohl angekündigt haben, nach Dresden zu reisen, was seit Jahresbeginn zur Debatte stand [vgl. Wedekind an Hans Richard Weinhöppel, 17.1.1897]; seine Mutter Emilie Wedekind, die im Sommer wieder in der Schweiz war, wohnte seinerzeit offenbar noch bei ihrer Tochter Erika Wedekind in Dresden (Struvestraße 34), wo sie auch gemeldet war [vgl. Adreßbuch für Dresden 1898, Teil I, S. 618]. und Dein kleines süßes Mädelvermutlich Emilie (Mati) Wedekind, Frank Wedekinds gerade 20 Jahre alt gewordene jüngste Schwester, die sich bei ihrer Mutter in Dresden aufgehalten haben dürfte (siehe oben); wohl eher nicht gemeint war die mit Lotte Dreßler befreundete Wienerin Frida Strindberg, die Frank Wedekind seine „Braut“ [Wedekind an Max Halbe, 9.2.1897] nannte und die wahrscheinlich noch bei ihm in Berlin war, dann aber bald in München [vgl. Lotte Dreßler an Wedekind, 31.5.1897]..
Mir geht es auch nicht gut ich bin in einer furchtbaren Stimmung!
1000 Küsse
Lotte.