Briefwechsel

Freund, Erich und Wedekind, Frank

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München, 28. Januar 1905 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Freund, Erich

Hätten SieWedekind dürfte Dr. phil. Erich Freund in Breslau (Kaiser Wilhelmstraße 48/50, 2. Stock) angeschrieben haben, „Herausgeber der Breslauer Morgenzeitung“ [Adressbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau für das Jahr 1905, Teil I, S. 181] sowie Theaterkritiker und deren Chefredakteur [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1905, Sp. 374]. Die „Breslauer Morgen-Zeitung“ hatte ihren Sitz in Breslau (Herrenstraße 29) [vgl. Adressbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau für das Jahr 1905, Teil I, S. 85], Eigentümer des Hauses war der Zeitungsverleger Erich Freund [vgl. Adressbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau für das Jahr 1905, Teil II, S. 186]. Wedekind hat um 180 Grad gedreht über dem vorliegenden Briefentwurf drei Breslauer Tageszeitungen notiert – die „Schlesische Zeitung“ („Schl. Z. Schweidnitzerstr. 47“), die „Breslauer Zeitung“ („Breslauer Zeitung Herrenstrasse 20“) sowie die „Breslauer Morgen-Zeitung“ („Morgenzeitung Herrenstr 29“) und er hat zwei Blatt vor dem vorliegenden Briefentwurf notiert: „Dr. Erich Freund Herausgeber der Breslauer Morgen Zeitung.“ [Nb 30, Blatt 52v] Erich Freund war außerdem der Vorsitzende der 1896 gegründeten Freien literarischen Vereinigung zu Breslau [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1905, Sp. *25]. Wedekind hat später in diesem Zusammenhang mit ihm korrespondiert [vgl. Wedekind an Erich Freund, 30.8.1905 und 9.11.1905]. für einen zuverlässigen sehr ruhrigenSchreibversehen, statt: rührigen. Sekretär, monatlich 150 Mark verwendungSchreibversehen, statt: Verwendung..

Beste Grüsse
Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Breslau, 29. August 1905 (Dienstag)
von Freund, Erich und Freie literarische Vereinigung zu Breslau, (Verein)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Erich Freund vom 30.8.1905 aus München:]


Ich danke Ihnen Sehr für Ihren liebenswürdigen Vorschlag.

Einzelstellenkommentare

München, 30. August 1905 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Freund, Erich

Sehr geehrter Herr DoctorDr. phil. Erich Freund, Schriftsteller in Breslau (Kaiser Wilhelmstraße 48/50) [vgl. Adressbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau für das Jahr 1905, Teil I, S. 181], Vorsitzender der 1896 gegründeten Freien literarischen Vereinigung zu Breslau, die Autoren-Abende veranstaltete [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1905, Sp. *25].!

Ich danke Ihnen SehrSchreibversehen, statt: sehr. für Ihren liebenswürdigen VorschlagHinweis auf eine nicht überlieferte Einladung; erschlossenes Korrespondenzstück: Erich Freund an Wedekind, 29.8.1905. Der Vorsitzende der Freien literarischen Vereinigung zu Breslau (siehe oben) hat Wedekind zu einem Leseabend eingeladen.. Es wäre mir nur sehr lieb wenn der VortragsabenSchreibversehen, statt: Vortragsabend. gegen Schluß der Saison als/s/o nach Neujahr stattfindenDer Leseabend in Breslau fand bereits am 20.11.1905 statt [vgl. Wedekind an Erich Freund, 9.11.1905]. könnte, da ich jetzt eventuell in Berlin viel zu thun haben werde. Was das Honorar betrifft, nannte man mir vor einem JahrWedekind hatte vom 1. bis 6.11.1904 in Liebichs Etablissement in Breslau ein Gastspiel gegeben [vgl. Tb]. in Breslau 400 MarkWedekind notierte am 20.11.1905 in Breslau zu seinem dort gehaltenen Vortrag: „Eingenommen M 400“ [Tb].. Dasselbe Honorar wurde | mir auch schon einmal für einen Vortragsabend in Breslau angeboten.

Ich würde das gleiche ProgrammWedekind trug bei seiner Lesung am 17.3.1905 im Kölner Gürzenich [vgl. Tb], veranstaltet von der Literarischen Gesellschaft in Köln, Szenen aus „So ist das Leben“, die Erzählung „Rabbi Esra“ sowie die Gedichte „Das Lied vom armen Kind“, „Sommer 1898“ und „Der blinde Knabe“ vor [vgl. KSA 1/II, S. 1156].s wählen, das ich vor einem Jahr in der frommen Stadt Cöln vortrug, ohne Anstoß zu erregen. Ich denke, das würde für Breslau auch nicht zu kühn sein.

Indem ich Sie bitte den Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochschätzung entgegenzunehmen.
Ihr ergebenster
Frank Wedekind.


München 30.8.5.

Einzelstellenkommentare

Breslau, 8. November 1905 (Mittwoch)
von Freund, Erich und Freie literarische Vereinigung zu Breslau, (Verein)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Erich Freund vom 9.11.1905 aus Berlin:]


Besten Dank für Ihre freundlichen Zeilen.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 9. November 1905 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Freund, Erich

Sehr geehrter Herr DoctorDr. phil. Erich Freund, der Vorsitzende der Freien literarischen Vereinigung zu Breslau [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1905, Sp. *25], der Wedekind zu einem Leseabend eingeladen hatte [vgl. Wedekind an Erich Freund, 30.8.1905]; zum Vorstand der 1896 gegründeten Freien literarischen Vereinigung (Geschäftsstelle: Ring 28, 2. Stock) gehörten außerdem der Rechtsanwalt Hermann Armer (Geschäftsleiter), der Schriftsteller Carl Biberfeld, der Redakteur Dr. Hermann Hamburger, der Universitätsprofessor Dr. Werner Sombart und der Redakteur Dr. Oskar Wilda, Vereinzweck waren „Veranstaltungen von litterarisch-künstlerischen Vortragsabenden und Theateraufführungen“ [Adressbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau für das Jahr 1905, Teil III, S. 106].!

Besten Dank für Ihre freundlichen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Erich Freund an Wedekind, 8.11.1905.. Natürlich werde ich am 20.am 20.11.1905, an dem Wedekinds von der Freien literarischen Vereinigung zu Breslau veranstalteter Leseabend in Breslau stattfand, zu dem er an diesem Tag von Berlin anreiste: „Fahre Mittags nach Breslau [...], wohne bei Riegners. Vortrag Eingenommen M 400 Abends mit Marie Meier Dr. Freund Prof Sombart e.ct. bei Riegners“ [Tb]. Wedekind logierte in Riegner’s Hotel, ein Hotel mit Gastwirtschaft, wo er nach der Lesung in geselliger Runde mit Marie Meier, Erich Freund (Vorsitzender der Freien literarischen Vereinigung) und Werner Sombart (Vorstandsmitglied der Freien literarischen Vereinigung) zusammen war; nach einem Frühstück mit dem Hotelinhaber reiste er am 21.11.1905 zurück nach Berlin: „Frühstück in Gesellschaft von Paul Riegner, gehe zum Bahnhof Rückfahrt nach Berlin“ [Tb]. pünktlich dort seinin Breslau. Wedekinds Lesung am 20.11.1905 fand vermutlich wie im Fall von Thomas Mann (siehe unten) im Saal der Gesellschaft der Freunde statt.. Wenn wir uns um 4 Uhr bei Riegnersum 16 Uhr in Riegner’s Hotel (Königstraße 4). Ort und Uhrzeit für das Treffen des Veranstalters mit seinen Lesegästen dürften üblich gewesen sein; auch Thomas Mann notierte für seine Lesung am 13.12.1905 in Breslau das „Hôtel Riegner“ und „Dr. Freund kommt […] nachm. gegen 4 Uhr ins Hôtel. Saal der Gesellschaft der Freunde, Graupen No 3/4“ [Thomas Mann: Notizbücher 1-6. Hg. von Hans Wysling und Yvonne Schmidlin. Frankfurt am Main 1991, S. 303] | treffen können wird es mich sehr freuen. Mein Programm wird wie schon gesagt sein:
Scenen aus So ist das Leben
GedichteWedekind las am 20.11.1905 in Breslau nach Szenen aus „So ist das Leben“ die Gedichte „An eine Grausame Geliebte“, „Das arme Mädchen“, „Der Taler“ und „Die sieben Heller“ [vgl. KSA 1/I, S. 947, KSA 1/II, S. 1134, 1285, 1371] sowie die Erzählung „Rabbi Esra“ [vgl. KSA 6, S. 346].
Rabbi Esra
Doch halte ich es für besser, das Programm | nicht zu veröffentlichen

Weil das Gebotene so mehr den Charakter der Überraschung wahrt.

Also auf baldiges Wiedersehn mit ergebenstem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.


9.11.5

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