Briefwechsel

Wedekind, Frank und Jacobsohn, Siegfried

6 Dokumente

Berlin, 25. März 1906 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Jacobsohn, Siegfried

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 25.3.1906 in Berlin:]


Brief an JacobsohnSiegfried Jacobsohn, als Herausgeber der Zeitschrift „Die Schaubühne“ ausgewiesen, wohnte in Berlin (Jerusalemstraße 65) [vgl. Berliner Adreßbuch 1906, Teil I, S. 929]..

Einzelstellenkommentare

München, 14. September 1907 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Jacobsohn, Siegfried

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 14.9.1907 in München:]


Brief an JacobsohnSiegfried Jacobsohn, als Herausgeber der Zeitschrift „Die Schaubühne“ ausgewiesen, wohnte in Berlin (Jerusalemstraße 65) [vgl. Berliner Adreßbuch 1908, Teil I, S. 1063]..

Einzelstellenkommentare

Charlottenburg, 23. Dezember 1910 (Freitag)
von Jacobsohn, Siegfried
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Siegfried Jacobsohn vom 30.12.1910 aus München:]


[...] herzlichen Dank für das prächtige Geschenk, das Sie uns auf den Weihnachtstisch gelegt haben.

Einzelstellenkommentare

München, 30. Dezember 1910 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Jacobsohn, Siegfried

Sehr verehrter Herr JacobsohnSiegfried Jacobsohn, als Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift „Die Schaubühne“ ausgewiesen, wohnte in Charlottenburg (Dernburgstraße 25, Gartenhaus) [vgl. Berliner Adreßbuch 1911, Teil I, S. 1217] – das war zugleich die Redaktionsadresse.!

Empfangen Sie meiner Frau und meinen herzlichen Dank für das prächtige GeschenkSiegfried Jacobsohns Buch „Max Reinhardt“ (1910), das mit zahlreichen Abbildungen im Verlag von Erich Reiß in Berlin erschienen ist und die Bühnenarbeit des Regisseurs seit 1902 behandelt (eine Zusammenstellung von früheren Beiträgen des Verfassers zum Thema). Das Buchgeschenk dürfte mit einem Begleitschreiben oder mit einer Widmung versehen gewesen sein ‒ nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Siegfried Jacobsohn an Wedekind, 23.12.1910., das Sie uns auf den Weihnachtstisch gelegt haben. Am heiligen AbendWedekind notierte am 24.12.1910: „Tilly sagt mir unter dem Weihnachtsbaum, Bescherung, daß sie guter Hoffnung ist. Trinke mit Tilly schwedischen Punsch gehe um 5 Uhr zu Bett.“ [Tb] war uns beiden eine helle Freude all die Erinnerungen durchzufliegen und wieder aufzufrischen. Ich finde auch daß das Schöne, was uns Reinhardt geschenkt hat, in Ihren Aufsätzen einen sehr lauteren Spiegel findet. Jedenfalls ist Ihr Buch das schönste Denkmal, das Reinhardt bis jetzt errichtet wurde. Die geistvollen Scenerien erschei|nen mir in den Reproduktionen beinahe noch schöner als sie auf der Bühne waren. Ich möchte beinah behaupten daß Reinhardt Ihnen für das warmherzige Buch zu größerem Dank verpflichtet ist als die moderne Literatur ihm, wobei ich ihm die herrliche Gestalt, die er meinem Frühlings Erwachen verliehen hat, sicherlich sehr hoch anrechneMax Reinhardt hat Wedekinds „Frühlings Erwachen“ (1891) am 20.11.1906 an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin uraufgeführt, eine sehr erfolgreiche Inszenierung, die „den eigentlichen Durchbruch Wedekinds als Bühnenautor markiert.“ [KSA 2, S. 920]. Die Maler werden sich ganz besonders über Ihr Werk freuen, die ihre leicht vergänglichen Schöpfungen hier der Vergessenheit entrissen sehen. Im großen ganzen glaube ich, daß Sie in der That stolz darauf sein dürfen, keine Sammlung von Kritiken hergestellt zu haben. Denn in allem was ich in dem Buch las fand ich | einen höheren Gesichtspunkt gewahrt als er bei der Tageskritik die sich doch mit allen erdenklichen Kleinigkeiten herumbalgen muß, vielleicht überhaupt möglich ist. Sicherlich hat Ihnen Ihre zehnjährige Arbeit Ihne in diesem Buch auch einen schönen bleibenden Dank eingetragen. Jedem Leser ist das Buch ein Beweis, daß Sie auf Ihr Lebenswerk mit demselben Stolz zurückblicken können wie andere auf das ihre.

Mit herzlichsten Grüßen von meiner Frau und mir
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München 30.12.10.


Beste Wünsche zum neuen Jahr und für alles Künftige!

Einzelstellenkommentare

Charlottenburg, 11. Oktober 1913 (Samstag)
von Jacobsohn, Siegfried
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Siegfried Jacobsohn vom 12.10.1913 aus München:]


[...] danke ich Ihnen für den außerordentlichen Genuß, den mir der Fall Jacobsohn bereitet hat.

Einzelstellenkommentare

München, 12. Oktober 1913 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Jacobsohn, Siegfried

Sehr verehrter Herr JacobsohnSiegfried Jacobsohn, als Schriftsteller, Herausgeber und Verleger der Wochenschrift „Die Schaubühne“ ausgewiesen, wohnte in Charlottenburg (Dernburgstraße 25, Gartenhaus) [vgl. Berliner Adreßbuch 1914, Teil I, S. 1309] – das war zugleich die Verlags- und Redaktionsadresse.!

Von Herzen danke ich IhnenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Buchsendung (siehe unten) erschlossenes Korrespondenzstück: Siegfried Jacobsohn an Wedekind, 11.10.1913. für den außerordentlichen Genuß, den mir der Fall Jacobsohn bereitet hat. Die SchriftIn der Broschüre „Der Fall Jacobsohn“ (1913) ‒ unter der Verfassersigle „S.J.“ im Verlag der Schaubühne in Charlottenburg veröffentlicht ‒ schildert Siegfried Jacobsohn seine Erfahrungen als junger Theaterkritiker bei der Berliner Wochenzeitung „Die Welt am Montag“ seit 1901 (1904 wurde er im Feuilleton des „Berliner Tageblatt“ bezichtigt, plagiiert zu haben, woraufhin ihn die Wochenzeitung entließ) bis zur Gründung der von ihm seit 1905 herausgegebenen Zeitschrift „Die Schaubühne“ (Charlottenburg). Fritz Strich erläuterte im Erstdruck: „Die Broschüre Siegfried Jakobsohns, Herausgebers der Schaubühne (jetzigen Weltbühne) über den Vorwurf des Plagiats, den man ihm als Kritiker der ‚Welt am Montag‘ gemacht hatte.“ [GB 2, S. 371], die ich in einem Zug durchlas, erscheint mir als ein schönes stolzes Manifest voll innerer Notwendigkeit und Berechtigung. Außerdem muß Ihnen jeder für das Buch dankbar sein, dem | die Würde des deutschen Schriftstellerstandes am Herzen liegt.

Mit schönsten Grüßen auch von meiner Frau
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München 12.10.13.

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