Briefwechsel

Wedekind, Frank und Schaumberger, Julius

7 Dokumente

München, 9. März 1891 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Schaumberger, Julius

Sehr geehrter Herr SchaumbergerJulius Schaumberger ist in München (Müllerstraße 45b, 1. Stock rechts) als Herausgeber und Redakteur der „Münchner Kunst“ [vgl. Adreßbuch von München für das Jahr 1891, Teil I, S. 334] verzeichnet; zugleich redigierte er die „Modernen Blätter“, deren erstes Heft als Probenummer noch in diesem Monat herauskam: „Für die Redaktion verantwortlich: Julius Schaumberger, München, Müllerstraße 45b Ir.“ [Moderne Blätter. Wochenschrift der Gesellschaft für modernes Leben, Jg. 1, Nr. 1, 25.3.1891, S. 1],

beiliegend die gewünschten GedichteWedekind hat acht Gedichte geschickt, die in der Anthologie „Modernes Leben“ (im Verlag der Münchner Handelsdruckerei & Verlagsanstalt M. Poeßl) nummeriert abgedruckt sind: „I. Confession“ [KSA 1/I, S. 314; vgl. KSA 1/II, S. 1631-1633], „II. Coralie“ [KSA 1/I, S. 314; vgl. KSA 1/I, S. 1112-1114], „III. Mina’s Kochschule“ [KSA 1/I, S. 315; vgl. KSA 1/II, S. 1841-1844], „IV. Krisis“ [KSA 1/I, S. 315; vgl. KSA 1/II, S. 1775-1777], „V. Gespenst“ [KSA 1/I, S. 316; vgl. KSA 1/I, S. 964-967], „VI. Christine“ [KSA 1/I, S. 316-317; vgl. KSA 1/I, S. 1108-1110], „VII. Pech“ [KSA 1/I, S. 317-318; vgl. KSA 1/I, S. 920-922] und „VIII. Nemesis“ [KSA 1/I, S. 318; vgl. KSA 1/I, S. 1039-1041], der Verfassername („Frank Wedekind.“) auf einem separaten Blatt vorangestellt [vgl. Modernes Leben. Ein Sammelbuch der Münchner Modernen. Mit Beiträgen von Otto Julius Bierbaum, Julius Brand, M. G. Conrad, Anna Croissant-Rust, Hanns von Gumppenberg, Oskar Panizza, Ludwig Scharf, Georg Schaumberg, Julius Schaumberger, R. v. Seydlitz; Fr. Wedekind. München 1891, S. 165-173]; der Anthologie vorangestellt ist der Hinweis: „Der Gesellschaft für modernes Leben zu eigen.“ Der Band lag im Sommer gedruckt vor – „Soeben ist erschienen“ [Moderne Blätter, Jg. 1, Nr. 18, 1.8.1891, S. 8] – und war entsprechend angezeigt: „Soeben erschien: Modernes Leben. Ein Sammelbuch der Münchener Modernen. Mit Beiträgen von: Otto Julius Bierbaum; Julius Brand; M. G. Conrad; Anna Croissant-Rust; Hanns von Gumppenberg; Oskar Panizza; Ludwig Scharf; Georg Schaumberg; Julius Schaumberger; R. v. Seydlitz; Frank Wedekind.“ [Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Nr. 186, 13.8.1891, S. 4617]. Zugleich gestatte ich mir ein ExemplarWedekind hat dem Brief die unter dem Titel „Kinder und Narren. Lustspiel in vier Aufzügen“ 1891 bei der Münchner Druckerei R. Warth als Privatdruck veröffentlichte Erstausgabe seines Stücks beigelegt, die vermutlich „Anfang März“ [KSA 2, S. 643] erschienen ist. Oskar Panizza hat das Buch bei Julius Schaumberger liegen gesehen [vgl. Oskar Panizza an Wedekind, 15.12.1891]. meiner K.u.N. beizufügen. | Sollten Sie dieselben einer Ihrem künstlerischen Ermessen entsprechenden KritikWedekind hoffte wohl auf eine Besprechung von „Kinder und Narren“ in den von Julius Schaumberger redigierten „Modernen Blättern“ (siehe oben). zu unterziehen belieben, so erlauben Sie mir, mag sich dieselbe gestalten wie sie will, Sie im voraus meines verbindlichsten Dankes zu versichern. Mit hochachtungsvollem Gruße ganz ergebenst
Fr. Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Ammerland am Starnberger See, 7. September 1892 (Mittwoch)
von Schaumberger, Julius, Schaumberger, Mimi, Halbe, Luise, Halbe, Max und Weinhöppel, Hans Richard
an Wedekind, Frank

Mr Frank Wedekind
in Paris
rue de Crébillon
Hotel Crebillon |


Ammerland am Starnberger See
7.IX 92.


Auch hier gibt es ein „Frühlingserwachen“! Mein Hoch. Prosit! Achtung dem Frühlings Erwachen! –
Schaumberger
Mimi Schaumberger

Gruß Luise Halbe. Verehrerin von „Frühlingserwachen“ Des gleichenDie Erstausgabe von „Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie“ war im Oktober 1891 im Verlag von Jean Groß (Zürich) erschienen [vgl. KSA 2, S. 771]. Wedekind ließ Max Halbe, wie dieser sich erinnerte, ein Exemplar der Buchausgabe im Sommer 1892 durch seinen Freund Hans Richard Weinhöppel zukommen: „Ich hatte die ‚Kindertragödie‘ im Sommer 1892 gelesen, als wir für eine Reihe von Monaten von Berlin nach Ammerland gegangen waren. Ein junger Musiker, Komponist und Lautenspieler, Hans Richard Weinhöppel, hatte sie mir eines schönen Tages aus Paris mitgebracht. Er kam im Auftrage von Wedekind, den ich ja damals schon kannte, aber seit 1890 noch nicht wiedergesehen hatte. Ich las das Stück mit dem höchsten Interesse und war entzückt von seiner genialen Frische und Ursprünglichkeit.“ [Halbe 1935, S. 310] Max Halbe, der sich mit Ihnen jetzt vor zwei JahrenWedekind hielt sich im Sommer 1890 in München auf, wo er Max Halbe kennenlernte [vgl. KSA 4, S. 675], der nach München gereist war; er machte dort die Bekanntschaft mit „Frank Wedekind, mit dem ich [...] in jenen Münchner Augusttagen 1890 zum erstenmal zusammentraf.“ [Max Halbe: Scholle und Schicksal. Geschichte meines Lebens. München 1933, S. 409] Das war in der zweiten Augusthälfte, wie Max Halbe sich am 15.9.1910 erinnerte: „15 Aug. 90 [...]. Ich ging auf 14 Tage nach München, lernte dort Schaumberger u. Wedekind kennen“ [Tb Halbe]. oft gezankt hat, zwischen 1 – 2 Uhr nachts! Erinnern Sie sich? Habe die Absicht über das famose Stück zu schreibenMax Halbe hat sein Vorhaben, über „Frühlings Erwachen“ zu schreiben, nicht realisiert.. H

Ein AusreißerAnspielung auf die gemeinsam mit Wedekind verbrachte Zeit in Paris bis zum Sommer 1892, die durch das Pariser Tagebuch umfangreich dokumentiert ist (zuletzt am 3.8.1892). grüßt Sie: vive moulin rouge(frz.) es lebe Moulin Rouge. Wedekind und Hans Richard Weinhöppel hatten das Moulin Rouge noch am 25.7.1892 gemeinsam besucht [vgl. Tb]., vive la Danselle(frz.) es lebe (die) Danselle (falls Danselle ein Eigenname war). Bedeutung unklar; vielleicht auch abgeleitet von (frz.) ‚danse‘ = ‚Tanz’ oder eine Verfremdung von (frz.) ‚donzelle‘ = leichtes Mädchen.au lavoir(frz.) in der Waschküche, im Waschhaus. Bedeutung unklar; möglicherweise Anspielung auf das Künstlerateliers beherbergende Haus Le Bateau-Lavoir am Montmartre (Rue Ravignan 13).! Richard.

Einzelstellenkommentare

München, 15. März 1897 (Montag)
von Weinhöppel, Hans Richard, Dreßler, Anton, Dreßler, Lotte, Stollberg, Georg, Welisch, Ernst, Stollberg, Grete und Schaumberger, Julius
an Wedekind, Frank

Königreich Bayern.

POSTKARTE.


An
Herrn Frank Wedekind
in Berlin
Schiffbauerdamm 5/IISchreibversehen, statt: III. Wedekind wohnte nicht im 2. Stock, sondern im 3. Stock (siehe unten).
bei WallraffWedekind wohnte in Untermiete bei der Pensionswirtin Johanna Wallraff (geb. Müller), eine Buchhändlerwitwe und ehemalige Lehrerin, die am Schiffbauerdamm 5 (3. Stock) eine „Pension f. In- u. Ausländer“ [Adreßbuch für Berlin 1897, Teil I, S. 1371] betrieb.. |


Lieber Freund – Brief folgtnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Hans Richard Weinhöppel an Wedekind, 16.3.1897. Wedekind hat den Brief „unbeantwortet gelassen“ [Wedekind an Hans Richard Weinhöppel, 1.4.1897]. – näheres mündlich – tout à vous(frz.) ganz der Ihrige.: Richard.


Lieber Wedekind, wann werden wir wieder zusammen um 4 Uhrwohl eher 16 Uhr (nicht 4 Uhr früh). nach dem Bahnhofder Hauptbahnhof in München. Julius Schaumberger spielte damit ebenso wie Lotte Dreßler (siehe unten) auf die offenbar kollektive Verabschiedung Wedekinds bei seiner Abreise von München nach Berlin vor Mitte Dezember 1896 an. wandern? Bis dahin Gruß
von Ihrem Schaumbgr.


[um 90 Grad gedreht:]


Ob’s reg’nt, ob’s schneit,
Ob pfeift auch da Wind
Mir denk’n hall do
An Freund Wedekind.

Gruß StollbergGeorg Stollberg war seinerzeit noch Oberregisseur und Schauspieler am Deutschen Theater in der Schwanthaler Passage in München [vgl. Neuer Theater-Almanach 1897, S. 443].


„Schwer“ ist das Leben
nur GravesGraves sind „weiße und rote Bordeauxweine des Depart. Gironde. Sie sind körperreich und dauerhaft“ [Meyers Konversations-Lexikon. 5. Aufl. Bd. 7. Leipzig, Wien 1894, S. 892]; in Verbindung mit dem Leben, das ‚schwer‘ ist, in der Zeile darüber ergibt sich aus der Bezeichnung des Weins ein Wortspiel mit dem lateinischen Adjektiv ‚gravis‘ oder ‚grave‘ (= ernst, schwer). hilft.

Gruß Anton Dreßler


Als ächte BerlinerinGrete Stollberg (geb. Kramme), Schriftstellerin, insbesondere Lyrikerin, mit Georg Stollberg verheiratet (Heirat am 16.3.1896 in Berlin), Tochter des Berliner Fabrikbesitzers Christian Kramme und seiner Gattin Anna Malwine Kramme (geb. Heintze), ist in Berlin aufgewachsen.
wünsch ich mir:
Kommen’s recht
bald wieder dahier!

Grete Stollberg


Ich geh um 4 Uhr auch wieder mit auf den BahnhofLotte Dreßler spielt wie Julius Schaumberger auf die Verabschiedung Wedekinds von München an (siehe oben).. Lotte.


Grüße!
Ernst WelischErnst Welisch, seinerzeit noch Student der Philosophie in München [vgl. Amtliches Verzeichnis des Personals der Lehrer, Beamten und Studierenden an der königlich bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Winter-Semester 1896/97. München 1896, S. 107], war im Vorjahr wie Hans Richard Weinhöppel (Pseudonym: Hans Richard) und Wedekind Mitarbeiter des „Mephisto. Wochen-Rundschau über das gesammte Münchener Theaterleben“, herausgegeben „von Julius Schaumberger unter ständiger Mitwirkung von Max Halbe, Wilhelm Hegeler, Oscar Panizza, Hans Richard, Georg Schaumberg, Frank Wedekind, Ernst Welisch“ [Mephisto, Jg. 1, Nr. 13, 19.12.1896, S. 1], wie es auf dem Titelblatt des möglicherweise zuletzt erschienenen Heftes heißt (mehr nicht nachweisbar).

Einzelstellenkommentare

München, 28. März 1897 (Sonntag)
von Weinhöppel, Hans Richard, Henry, Marc, Schaumberg, Georg, Schaumberger, Julius, Dreßler, Anton, Dreßler, Lotte und Hegeler, Wilhelm
an Wedekind, Frank

Königreich Bayern.
POSTKARTE.


An
Herrn Frank Wedekind
Schriftsteller
in Berlin
Marien-Strasse 9 IIIWedekind wohnte in Untermiete bei der als Vermieterin oder gar „Zimmervermieterin“ [Adreßbuch für Berlin 1897, Teil I, S. 806] ausgewiesenen Witwe W. Marggraf (geb. Nethe) in der Marienstraße 9 (3. Stock) [vgl. Adreßbuch für Berlin 1896, Teil I, S. 668; vgl. Adreßbuch für Berlin 1897, Teil III, S. 367], tatsächlich im 3. Stock angesiedelt: „Marienstr. 9 III“ [Adreßbuch für Berlin 1898, Teil I, S. 841]; gleichwohl wohnte Wedekind im 4. Stock [vgl. Wedekind an Wilhelm Bölsche, 30.4.1897]. |


La plus belle fille(frz.) Das schönste Mädchen der Welt kann nur das geben, was es hat. du monde ne peut donner que ce quʼelle a. – Richard.


Gruß Hegelerder Schriftsteller Wilhelm Hegeler, im Vorjahr wie Hans Richard Weinhöppel (Pseudonym: Hans Richard) und Wedekind Mitarbeiter des „Mephisto. Wochen-Rundschau über das gesammte Münchener Theaterleben“, herausgegeben „von Julius Schaumberger unter ständiger Mitwirkung von Max Halbe, Wilhelm Hegeler, Oscar Panizza, Hans Richard, Georg Schaumberg, Frank Wedekind, Ernst Welisch“ [Mephisto, Jg. 1, Nr. 13, 19.12.1896, S. 1], wie es auf dem Titelblatt des möglicherweise zuletzt erschienenen Heftes heißt (mehr nicht nachweisbar).


L’homme le plus fort(frz.) Der stärkste Mann kann seine Liebe nicht allen schönen Mädchen geben, die er liebt. ne peut donner son amour aux à toutes les belles filles qu’il aime.
Schmbgr.


Restaurant Hoftheater

München


J’arrive directement(frz.) Ich komme direkt aus Paris, um Herrn Bazalgette abzulösen, aber Sie sind nicht da. Singen wir das „De profundis“, während wir auf das „te deum“ warten. de Paris pour remplacer Herr BazalgetteLéon Bazalgette, französischer Schriftsteller und Übersetzer, der seit Anfang der 1890er Jahre Kontakte zu deutschsprachigen Schriftstellern knüpfte und in Zeitschriften der Münchner Moderne veröffentlicht hat, „ein junger Pariser Dichter“ [Donald Wedekind an Frank Wedekind, 8.8.1894], der in Zürich Wedekinds Adresse von dessen Bruder erhalten hatte., mais vous êtes absent. Chantons le „de ProfundisBibelanspielung: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ (AT, Psalm 130); der Psalm 130, ein Bußpsalm und Totengebet, wird nach den lateinischen Anfangsworten („De profundis clamavi ad te Domine“) auch „De profundis“ genannt, hier metaphorisch eingesetzt – er sei zu singen, da Wedekind nicht vor Ort ist.“ en attendant le „te deumdas „Te Deum“, der feierliche christliche Lobgesang von „Te Deum laudamus“ (lat.) = ‚Dich, Gott, loben wir‘ (aufgegriffen etwa im Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“), wiederum metaphorisch (siehe oben).“.
A. d’Ailly de VaucheretAchille George d’Ailly de Vaucheret (geboren: Achille Georges Thuret), französischer Journalist und Übersetzer, der später als Leiter des 1900 von ihm gegründeten Münchner Kabaretts Die Elf Scharfrichter unter dem Pseudonym Marc Henry bekannt war, zeichnete hier noch mit seinem eigentlichen Namen; er war im Begriff, von Paris nach München überzusiedeln.


Salue! Fromage de Brie!(frz.) Sei gegrüßt! Briekäse! Servus! Entschuldigen Sie mein schlechtes Fränzösisch es kommt von Herzen Schaumberg.


Bitte um Antwort ob Paket erhaltenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zum Paket; erschlossenes Korrespondenzstück: Lotte Dreßler an Wedekind, 15.3.1897.. Lotte.


Gruß Anton Dreßler.

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München, 1. Januar 1899 (Sonntag)
von Weinhöppel, Hans Richard, Schaumberg, Georg, Schaumberger, Julius, Dreßler, Anton, Dreßler, Lotte und Halbe, Max
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Hans Richard Weinhöppel vom 10.1.1899 aus Paris:]


Ueber die Neujahrskarte habe ich mich herzlich gefreut, auch weil der Name ... daraufstand. [...] Grüße bitte alle die lieben Seelen, die mir geschrieben, Halbe, Schaumberger, Schaumberg, Dreßler.

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München, 22. Juli 1899 (Samstag)
von Weinhöppel, Hans Richard, Dreßler, Anton, Schaumberger, Julius, Halbe, Max und Dreßler, Lotte
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Hans Richard Weinhöppel vom 27.7.1899 aus Leipzig:]


Grüße Max Halbe herzlich, ebenso Lotte, wenn Du so mit ihr stehst, wie ich aus eurer lieben Rathskellerkarte zu meiner Freude entnehmen zu dürfen glaube. Dann auch Anton und Schaumberger.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 25. November 1905 (Samstag)
von Schaumberger, Julius
an Wedekind, Frank

Julius Schaumberger
DramaturgJulius Schaumberger war seit der Eröffnung der Winterspielzeit 1905/06 Dramaturg am Kleinen Theater (Direktion: Victor Barnowsky) in Berlin [vgl. Neuer Theater-Almanach 1906, S. 278]. Wedekind hat ihn dort, als er am 8.9.1905 aus Dresden in Berlin eintraf, offenbar getroffen und jedenfalls mit ihm, Hans Richard Weinhöppel (Kapellmeister am Kleinen Theater), Emil Meßthaler, Victor Barnowsky (neuerdings Direktor des Kleinen Theaters) und Ernst Welisch (Oberregisseur am Kleinen Theater) den Abend verbracht – „Berlin. Gehe ins Kleine Theater, treffe Weinhöppel und verbringe den Abend mit Meßthaler Barnowsky Schaumberger und Welisch“ [Tb] – sowie ihn in den Wochen und Monaten darauf dem Tagebuch zufolge oft getroffen, so am 18.9.1905 („Mit Weinhöppel Welisch und Schaumberger im Löwenbräu“), 20.9.1905 („Bei Tisch bei Wedel mit Schaumberger“), am 3.10.1905 („Abends mit [...] Schaumberger“), 12.10.1905 („Abend mit [...] Schaumberger“), 1.11.1905 („Verbringe den Abend mit Schaumberger“), 18.11.1905 („Saufe mit Schaumberger bei Habel und Stallmann. Schaumberger schläft bei mir“), 25.11.1905 („Diniere mit [...] Schaumberger [...] Abends mit Schaumberger“), 3.12.1905 („Schaumberger holt mich zu einer Conferenz ab. Abends mit ihm [...] bei Wedel“), 8.12.1905 („Diniere mit Schaumberger“), 25.12.1905 („mit [...] Schaumberger im Prinzen Wilhelm“), 8.1.1906 („mit [...] Schaumberger bei Habel“), 15.1.1906 („Frühstück mit Schaumberger bei Habel“), 23.1.1906 („mit [...] Schaumberger [...] bei Habel“), 6.2.1906 („Abends mit Schaumberger“), und 9.2.1906 („mit [...] Schaumberger [...] bei Aschinger“). am Kleinen Theater


Berlin NW.
Bauhofstr. 2Julius Schaumberger, dessen genaue Adresse teilweise nicht bekannt [vgl. Kürschers Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1906, Teil II, Sp. 1270] und der in der Bauhofstraße 2 in Berlin offiziell nicht verzeichnet war [vgl. Berliner Adreßbuch 1906, Teil III, S. 46], ist gleichwohl unter dieser Adresse nachgewiesen [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 278] (siehe die Hinweise zur Datierung); er kann nur kurzfristig dort gewohnt haben (und hatte in Berlin und Charlottenburg ohnehin häufig wechselnde Adressen). part.

Einzelstellenkommentare