Briefwechsel

Wedekind, Frank und Landsberger, Artur

21 Dokumente

Berlin, 8. September 1906 (Samstag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

Dr. jur. Artur LandsbergerWedekind hat eine Begegnung mit Artur Landsberger erstmals am 8.9.1906 in Berlin notiert: „Dr. Landsberger fragt mich wegen Neudruck der alten Büchse.“ [Tb] Artur Landsberger hatte ihm offenbar einen Neudruck der Tragödie „Die Büchse der Pandora“ (1903) im Berliner Verlag Marquardt & Cie. (siehe unten) angeboten.


W.9 Lennéstr. 3Dr. jur. Artur Landsberger war unter der Adresse Lennéstraße 3 (1. Stock) als Verlagsbuchhändler ausgewiesen [Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1333], später erst – weiterhin unter der Adresse Lennéstraße 3 – zugleich als Schriftleiter der Wochenschrift „Morgen“ und als Geschäftsführer der Verlagsanstalt Marquardt & Cie. in Berlin [vgl. Kürschers Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1908, Teil II, Sp. 924]..

Einzelstellenkommentare

Berlin, 9. März 1907 (Samstag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 10.3.1907 aus Berlin:]


Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre liebenswürdige Aufforderung.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 10. März 1907 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Verehrter Herr DoctorWedekind stand mit Dr. jur. Artur Landsberger in Berlin (Lennéstraße 3) [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1333] seit einigen Wochen in näherem Kontakt, im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Zeitschrift „Morgen. Wochenschrift für deutsche Kultur, begründet und herausgegeben von Werner Sombart: Kulturphilosophie / Richard Strauß: Musik / Georg Brandes: Literatur / Richard Muther: Kunst / unter Mitwirkung von Hugo von Hofmannsthal: Lyrik. Schriftleitung Dr. Artur Landsberger.“ Gleich im ersten Heft ist angegeben: „Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Artur Landsberger, Berlin W9. Lennéstraße 3.“ [Morgen, Jg. 1, Nr. 1, 14.6.1907, S. 32] Im zweiten Heft vom 21.6.1907 erschien von Wedekind „Mutter und Kind“, die Einleitung zu seinem Stück „Musik“, dessen vier Bilder im dritten bis sechsten Heft des „Morgen“ vom 28.61907 bis 19.7.1907 erschienen. Darüber hatte sich Wedekind seinem Tagebuch zufolge am 26.2.1907 mit dem Chefredakteur geeinigt („Dr. Landsberger Besprechung über Musik“) und am 27.2.1907 mit ihm den Vertrag darüber abgeschlossen („Kontraktabschluß mit Dr. Landsberger“).!

Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre liebenswürdige Aufforderungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 9.3.1907. Artur Landsberger dürfte für das Diner am 14.3.1907 (siehe unten) eingeladen haben.. Ich freue mich ganz außerordentlich darauf durch Ihre Vermittlung mit Georg Brandes bekannt zu werdenFrank Wedekind lernte Georg Brandes, den für Literatur zuständigen Mitherausgeber des „Morgen“ (siehe oben), am 14.3.1907 (Donnerstag) bei einem von Artur Landsberger in Berlin veranstalteten Diner persönlich kennen, Gäste waren Frank und Tilly Wedekind, Georg Brandes, Edith und Reinhold Philipp (Tochter und Schwiegersohn von Georg Brandes) sowie Maximilian Harden: „Dr. Landsberger giebt ein Diner mit Georg Brandes dessen Tochter Frau Philipp Herrn Philipp, Harden, Tilly und mir im Palasthotel.“ [Tb] Maximilian Harden hat Wedekind an den Abend erinnert [vgl. Maximilian Harden, 25.3.1907], Wedekind selbst sprach gegenüber Georg Brandes die Hoffnung aus, es möge nicht bei dieser einen Begegnung bleiben [vgl. Wedekind an Georg Brandes, 28.3.1907].. Auch im Namen meiner | Frau danke ich Ihnen bestens. Donnerstagder 14.3.1907 (siehe oben). Abend um halb neunum 20.30 Uhr. werden wir uns also im KaiserhofDas Essen am 14.3.1907 auf Einladung Artur Landsbergers (siehe oben) fand nicht im Hotel Der Kaiserhof (Mohrenstraße 1-5) statt, das über „Restaurant u. Weinstuben“ [Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1059] verfügte, sondern „im Palasthotel“ [Tb], wie Wedekind notierte; das Palast-Hotel (Inhaber: Eduard Gutscher), das eine Weingroßhandlung betrieb, hatte zwei Standorte (Leipziger Platz 18/19, Königgrätzer Straße 130/131) [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1750; Teil IV, S. 170], wobei das Diner an dem am Potsdamer Platz gelegenen Standort (Königgrätzer Straße 130/131) stattgefunden haben dürfte, wie andere Korrespondenz nahelegt [vgl. Wedekind an Maximilian Harden, 24.3.1907]. Wedekinds Verwechslung der Hotels dürfte dadurch zustande gekommen sein, dass die Opernsängerin Erika Wedekind während ihrer Konzerttermine in Berlin im Hotel Der Kaiserhof abstieg und er seine Schwester in diesem Hotel traf – so am 24.1.1907: „Wir holen Mieze von der Bahn ab und essen mit ihr im Kaiserhof. Abends im Conzert. [...] Nachher im Kaiserhof mit Mieze“ [Tb] und demnächst am 17.3.1907: „Mieze [...]. Abends im Hotel Kaiserhof“ [Tb], später dann wieder am 4.4.1907, 30.5.1907, 31.5.1907 [vgl. Tb]. einfinden.

Mit ergebener Empfehlung
Ihr
Frank Wedekind.


10.4Schreibversehen, statt: 3 (Wedekind hat sich im Monat geirrt, nicht am 10.4.1907, sondern am 10.3.1907 wurde der Brief seinem Inhalt zufolge geschrieben)..7.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 4. Januar 1908 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

[1. Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 4.1.1908 in Berlin:]


Schicke Zensur an Landsberger.


[2. Hinweis in Wedekinds Postkarte an Artur Landsberger vom 4.1.1908 aus Berlin:]


Mit gleicher Post sende ich Ihnen den Einakter.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 4. Januar 1908 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Postkarte


An Herrn Dr. Artur Landsberger
in Berlin W
Wohnung (Straße und Hausnummer) Lennée Strasse 3zugleich die Privat- und Redaktionsadresse von Dr. jur. Artur Landsberger, Herausgeber und Verleger der Wochenschrift „Morgen“ in Berlin (Lennéstraße 3, 1. Stock) [vgl. Berliner Adreßbuch 1908, Teil I, S. 1427]. |


Sehr geehrter Herr Doctor! Mit gleicher Post sende ich IhnenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zum übersandten Manuskript; erschlossenes Korrespondenzstück; Wedekind an Artur Landsberger, 4.1.1908. Wedekind notierte am 4.1.1908: „Schicke Zensur an Landsberger.“ [Tb] Sein Einakter „Die Zensur“ [KSA 6, S. 205-232] erschien im Zeitschriftenvorabdruck in der Wochenschrift „Morgen“ [vgl. Frank Wedekind: Die Zensur. Theodicee in drei Szenen. In: Morgen, Jg. 2, Nr. 3, 17.1.1908, S. 82-87, Nr. 4, 24.1.1908, S. 108-114], deren Schriftleiter (als Herausgeber steht er nicht auf den Heften) Artur Landsberger war (siehe oben). Wedekind registrierte am 23.1.1908: „Zensur ist vollständig im Morgen erschienen“ [Tb]. den Einakter. Ich bitte Sie nur über den Titel vorderhand Discretion zu bewahren. Morgen, Sonntag, sehen wir uns also im SezessionscaféWedekind notierte am 5.1.1908 (Sonntag) seinen Besuch im Café im Ausstellungshaus der Berliner Sezession (Geschäftsführer: Paul Cassirer) ‒ zugleich Restaurant und Weinstuben (Inhaber: Adolf Hvézda) ‒ am Kurfürstendamm 208/209 [vgl. Berliner Adreßbuch 1908, Teil I, S. 56; Teil II, S. 252], zu dem er mit Artur Landsberger verabredet war: „Nachmittags Besprechung in Sezession“ [Tb].. Vielleicht kommen Sie Montag Abend in das PhilharmoniekonzertWedekind notierte am 6.1.1908 (Montag) seinen Besuch eines Beethoven-Konzerts in der Philharmonie (Bernburger Straße 22) [vgl. Berliner Adreßbuch 1908, Theaterpläne, S. 62]: „Mit Tilly in der 9. Symphonie. Nachher Souper mit Fried und Cassirer“ sowie ergänzend: „Nachher mit Fried e.ct. im Palasthotel.“ [Tb] Ob außer Oskar Fried und Paul Cassirer auch Artur Landsberger bei dem Essen dabei war, ist unklar., so daß wir uns dann nachher irgendwo besprechen könnten. Ich glaube es kommt alles dorthin.

Mit besten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind

Einzelstellenkommentare

Berlin, 26. April 1908 (Sonntag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 29.5.1908 aus München:]


Eben finde ich hier in München Ihre geehrten Zeilen [...]

Einzelstellenkommentare

München, 29. Mai 1908 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Königreich Bayern

Kartenbrief


An Herrn Dr. Artur Landsberger
in Berlin W.
Wohnung (Straße und Hausnummer) Lenné-Strasse 3. |


Adresse des Absenders: |


Sehr geehrter Herr Doctor!

Eben finde ich hier in MünchenWedekind war seit dem 24.5.1908 von seiner Reise nach Graz und Wien zurück in München, zu der er am 21.4.1908 von dort aufgebrochen war [vgl. Tb]. Ihre geehrten Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 26.4.1908. Der Schriftleiter des „Morgen“ hat Wedekind um einen kleinen Beitrag für die Wochenschrift gebeten, deren 2. Jahrgang am 1.7.1908 beginnen sollte. Er hat wohl auch von dem vom „Morgen“ veranstalteten Vortrag berichtet, den Georg Brandes am 25.4.1908 in Berlin über Wedekind hielt (siehe unten)., in denen Sie mir wegen eines kleines Beitrages zum Morgen schreiben. Es wird jetzt wol längst zu spät sein. Ich habe aber auch gar nichts Druckbares bei mir und eingefallen ist mir seit BerlinWedekind notierte am 13.4.1908: „Abfahrt von Berlin nach München.“ [Tb] Während seines Aufenthaltes in Berlin hat Wedekind den Schriftleiter des „Morgen“ am 1.3.1908 nachweislich zuletzt gesehen (Artur Landsberger hatte wieder zu einem Essen eingeladen): „Dr. Landberger giebt ein Diner bei Adlon“ [Tb]; unter den Gästen war auch Georg Brandes. auch nichts | besonderes. Brandes scheint scharf mit mir ins Gericht gegangenGeorg Brandes hat in Berlin am 25.4.1908 einen Vortrag über Wedekind gehalten (siehe unten), über dessen Inhalt Wedekind durch einen Bericht im „Berliner Tageblatt“ (Verfassersigle: PW) informiert gewesen sein dürfte, wie Stichworte im vorliegenden Brief („Humor“, „Unterhaltung“) vermuten lassen, die aus diesem Bericht aufgenommen sein könnten: „Georg Brandes hat jetzt, am Ende der Vortragszeit, der Hauptstadt des Deutschen Reiches noch einen Besuch abgestattet. Im Oberlichtsaal der Philharmonie sprach er über ‚Frank Wedekind‘, sehr unterrichtend und mit vielen eigenen Wendungen. Im Resultat begegnet er dem, was heute die Majorität über Wedekind denkt. Er nimmt ihn als einen ‚Feuergeist‘ und als einen Charakter, der durch die Unterdrückung der Sinne gelitten hat. Anfangs sei ein wilder Galgenhumor für ihn bezeichnend, dann, infolge zweier Prozesse, gebärde er sich als Moralist, als Verkannter. Scharfsinnig zergliedert Brandes die einzelnen Werke, deren Originalität er bewundert. Es ist sehr interessant, wie er die unkünstlerischen Elemente, die sie enthalten, dem Mangel einer deutschen Lustspieltradition im Sinne immanenter, tiefster Komik zuschreibt. Der Däne Brandes zieht Holberg zum Vergleich heran. Er beschäftigt sich sehr genau mit der Kritik, die Wedekind an Ibsen geübt hat, und mit dem neuen paradoxen Dramatiker Gustav Wied, der Wedekind ähnle. So fügt sich aus internationaler Literaturgeschichte, Skepsis und witzigem Sinn für das Allzumenschliche ein unterhaltendes Bild.“ [Berliner Tageblatt, Jg. 37, Nr. 211, 26.4.1908, Sonntags-Ausgabe, S. (2)] zu sein. Deshalb bedaure ich jetzt, daß ich nicht dabei warWedekind war längst nicht mehr in Berlin (siehe oben), als Georg Brandes am 25.4.1908 in der Philharmonie den vom „Morgen“ veranstalteten Vortrag über ihn gehalten hat (siehe unten).. Ich glaube ich hätte den Humor gehabt, um eine für uns Alle amüsante Unterhaltung daran zu knüpfen. Ihnen sage ich meinen Dank. Ich verkenne durchaus nicht, was es für mich bedeutet, daß Brandes überhaupt über mich sprichtDer Vortrag von Georg Brandes über Wedekind am 25.4.1908 in Berlin war zunächst allgemein angekündigt: „Professor Georg Brandes aus Kopenhagen hält am 25. April in der Philharmonie einen Vortrag über Frank Wedekind“ [Berliner Tageblatt, Jg. 37, Nr. 197, 16.4.1908, Abend-Ausgabe, S. (3)], dann speziell als Veranstaltung der von Artur Landsberger betreuten Zeitschrift: „NÄCHSTER VORTRAG DER WOCHENSCHRIFT ‚MORGEN‘ SONNABEND, den 25. April ‒ abends 8 ‒ Oberlicht-Saal der Philharmonie Georg Brandes über Frank Wedekind“ [Berliner Tageblatt, Jg. 37, Nr. 198, 17.4.1908, Morgen-Ausgabe, 3. Beiblatt, S. (3)], schließlich aktuell zum Termin: „Heute abend 8 Uhr spricht im Oberlichtsaal der Philharmonie Georg Brandes über Frank Wedekind“ [Berliner Tageblatt, Jg. 37, Nr. 209, 25.4.1908, Morgen-Ausgabe, S. (3)]..

Mit besten Grüßen Ihr Frank Wedekind
z.Z. München HauptpostlagerndWedekind, der seinen Wohnsitz noch in Berlin hatte, empfing seine Post postlagernd auf dem Postamt München 1 (Residenzstraße 2); dort befand sich die täglich geöffnete Abteilung „Postlagernde Sendungen“ [Adreßbuch für München 1907, Teil III, S. 103]..

Einzelstellenkommentare

München, 3. November 1908 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 11.1.1909 aus München:]


Als Sie mir telegraphisch Ihre Verlobung anzeigten, übersah ich darin den Aufgabeort und antwortete [...] nach Berlin.

Einzelstellenkommentare

London, 3. November 1908 (Dienstag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 11.1.1909 aus München:]


Als Sie mir telegraphisch Ihre Verlobung anzeigten, übersah ich darin den Aufgabeort [...]

Einzelstellenkommentare

München, 11. Januar 1909 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Verehrter Herr Doctor!

erst jetzt erfahre ichWedekind hat am 6.1.1911 von dem spektakulären Vorfall mit Artur Landsbergers Gattin am 31.12.1908 in Berlin von seiner Frau erfahren, die wiederum von Elisabeth Steinrück darüber informiert worden ist: „Tilly besucht Frau Steinrück. Nachricht vom Sturz Dollys Landsbergers aus dem Fenster“ [Tb]. Dolly Landsberger (geb. Pinkuß), Tochter der Schriftstellerin Gertrud Wertheim (Pseudonym: Truth) aus erster Ehe (in zweiter Ehe nun mit Wolf Wertheim aus der Berliner Kaufhausdynastie verheiratet), hatte an Silvester im Hotel Esplanade durch einen Sprung aus dem Fenster einen Selbstmordversuch verübt – ein Gesellschaftsskandal (siehe unten). welch ein namenloses Unglück über Ihre liebe schöne junge FrauDolly Landsbergers jugendliches Alter (am 11.11.1908 war sie 16 Jahre alt geworden) hob die Presse ebenso hervor wie den Altersunterschied zu ihrem Mann: Sie sei „16½ Jahre“ alt, die „junge Frau“ sei die „Gattin des 30 Jahre alten Dr. Artur Landsberger, des Herausgebers des ‚Morgen‘“ [Berliner Volks-Zeitung, Jg. 57, Nr. 2, 2.1.1909, Abend-Ausgabe, S. (3)]. In anderen Meldungen ist sie die „erst siebzehnjährige Frau Dolly L.“ [Berliner Tageblatt, Jg. 38, Nr. 2, 2.1.1909, Abend-Ausgabe, 1. Beiblatt, S. (1)], in wieder anderen zutreffend die „eben erst sechzehn Jahre alte Gattin des früheren Herausgebers des ‚Morgen‘ Dr. Artur Landsberger“ [Neues Wiener Abendblatt, Jg. 43, Nr. 2, 2.1.1909, S. 3]. Der von Gerüchten, Mutmaßungen und Irrtümern getragenen Presseberichterstattung über den Gesellschaftsskandal ist zu entnehmen, dass Artur Landsberger „wegen Entführung einer Minderjährigen“ angeklagt werde, da er Dolly Pinkuß „geheiratet, nachdem er sie gegen den Willen ihrer Eltern heimlich entführt hatte“ [Strafverhandlung gegen Dr. Landsberger. In: Neues Wiener Journal, Jg. 17, Nr. 5470, 13.1.1909, S. 7] (Artur Landsberger wurde freigesprochen, es kam aber am 12.7.1909 in Berlin zur Scheidung der gerade erst geschlossenen Ehe). Wedekind dürfte von dem drohenden Prozess gegen Landsberger allerdings noch nichts gehört haben. und Sie hereingebrochen ist. Als Sie mir telegraphischHinweis auf ein nicht überliefertes Telegramm; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 3.11.1908. Das Telegramm war in London aufgegeben (siehe unten). Ihre VerlobungDie Verlobung war am 3.11.1908 angezeigt: „Verlobt. [...] Frl. Dolly Pincuß mit Hrn. Dr. Arthur Landsberger (Berlin).“ [Berliner Börsen-Zeitung, Nr. 517, 3.11.1908, Morgen-Ausgabe, S. 11] Artur Landsberger und Dolly Pinkuß haben sich in London verlobt (siehe unten). anzeigten, übersah ich darin den AufgabeortLondon. „Das Paar hatte sich vor einiger Zeit in London trauen lassen.“ [Berliner Volks-Zeitung, Jg. 57, Nr. 2, 2.1.1909, Abend-Ausgabe, S. (3)] Das war eine Falschmeldung; Artur Landsberger und Dolly Pinkuß haben dem Heiratsregister zufolge am 27.11.1908 in Berlin geheiratet – gegen den Willen der Eltern der Braut (insbesondere der Mutter). Das Paar ist nach London geflohen, um sich dort zu verloben. und antworteteWedekinds Antwort ist nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Artur Landsberger, 3.11.1908. Wedekind schrieb seine Verlobungsglückwunsche an die ihm bekannte Adresse Artur Landsbergers in Berlin (Lennéstraße 3, 1. Stock). ohne die Ahnung von etwas außergewöhnlichem zu haben, nach Berlin. Ich freue mich nur zu hören, daß Ihre Frau außer LebensgefahrDurch den Sturz aus dem 3. Stock des Hotels Esplanade brach sich Dolly Landsberger „beide Beine. Sie wurde in eine Klinik gebracht und ist anscheinend nicht lebensgefährlich verletzt.“ [Berliner Volks-Zeitung, Jg. 57, Nr. 2, 2.1.1909, Abend-Ausgabe, S. (3)] ist, aber wie entsetzlich | müssen Sie beide gelitten haben und noch leiden. Wollen Sie bitte von meiner Frau und mir den Ausdruck tiefsten aufrichtigsten Mitempfindens entgegennehmen und Ihrer verehrten lieben Frau Gemahlin unsere herzlichste Theilnahme übermitteln nebst den aufrichtigen Wünschen zu baldiger glücklicher Genesung.

Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München 11.1.9.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 22. April 1910 (Freitag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Wedekinds Brief an Maximilian Harden vom 23.4.1910 aus München:]


[...] eben erhalte ich einen Brief von Dr. Landsberger [...]


[2. Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 23.4.1910 aus München:]


Empfangen Sie meinen aufrichtigen herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen.

Einzelstellenkommentare

München, 23. April 1910 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Verehrter Herr Landsberger!

Empfangen Sie meinen aufrichtigen herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 22.4.1910.. Ihre TheilnahmeArtur Landsberger nahm Anteil an Wedekinds Streit mit seinem Verleger Bruno Cassirer. So schrieb er am 26.4.1910 an Maximilian Harden: „Ich möchte nun Wedekind, der seit dieser Affaire in seinem Schaffen lahm gelegt ist, gern, so weit oder so wenig ich dazu imstande bin, in jeder Weise unterstützen. Darf ich Ihnen, hochverehrter Herr Harden, über den Fall Jonas sprechen?“ Er bat Harden um ein Gespräch in der Sache und bemerkte, Wedekind sei „meines Erachtens bei Justizrat Jonas in den ungeeignetsten Händen. Ich habe ihm zu Philipp geraten, und er acceptierte freudig unter der Bedingung, daß für Jonas ein plausibler Grund gefunden würde.“ [Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Maximilian Harden, Nr. 63] ist mir eine große Freude, ich nehme Ihre Hülfe an in der Zuversicht, vielleicht auch Andern einmal helfen zu können.

Was Sie über J. R. J.Justizrat Paul Jonas, Rechtsanwalt beim Landgericht I, II und III in Berlin sowie Notar (Kanzlei: Taubenstraße 16-18, Wohnung: Schaperstraße 32) [vgl. Berliner Adreßbuch 1910, Teil I, S. 1210]; er hat Wedekind und den Verleger Bruno Cassirer 1905/06 in den Zensurprozessen um die „Büchse der Pandora“ verteidigt. schreiben finde ich nur alz/l/zu richtig. Ich sehe | aber gar keinen Weg, wie ich das mit ihm besprechen soll. Ich kann mir die Wirkung nicht anders vorstellen, als daß er sofort das Mandat niederlegen würde. Mit dem mir von Ihnen empfohlenen Rechtsanwalt Dr. PhilippIm Berliner Adressbuch sind für den fraglichen Zeitraum zwei promovierte Rechtsanwälte mit dem Nachnamen Philipp zu identifizieren: Dr. Hans Philipp (Pressemeldungen zufolge eher auf Strafrechtsfälle und Gewaltverbrechen spezialisiert) und Dr. Richard Philipp (wie Justizrat Paul Jonas am Landgericht II in Berlin tätig und möglicherweise die gemeinte Person) [vgl. Berliner Adreßbuch 1910, Teil I, S. 2107]. wäre ich einverstanden. Könnten Sie mir eine Formel verraten, wie die beiden Herren miteinander zu vereinigen wären? Ich habe eben bei Jonas angefragtHinweis auf einen nicht überlieferten Brief; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Paul Jonas, 23.4.1910., wie meine Angelegenheit denn nun | eigentlich steht nachdem ich vierzehntage Waffenstillstand gehalten habe um das Zustandekommen eines Vergleiches zu ermöglichen. Die Forderungen Cassirers waren aber so horrend, daß eine Abge/lö/sung der Rechte mir vollkommen ausgeschlossen scheint und daß ich lebhaft vermute, daß er nur auf die Vergleichsverhandlungen einging um Ruhe vor mir zu haben.

Ich schreibe jetzt zugleich an | Hardenvgl. Wedekind an Maximilian Harden, 23.4.1910., der sich mit seiner ganzen Herzenswärme für die Sache interessierte. Wollen Sie, verehrter Herr Landsberger, mir Ihre Hülfe leihen, dann bin ich Ihnen für jeden Wink dankbar.

Mit den besten Grüßen von meiner Frau und mir
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München, Prinzregentenstraße 50

23.4.10Wedekind notierte am 23.4.1910: „Briefe an Harden Jonas Landsberger“ [Tb]..

Einzelstellenkommentare

Berlin, 26. April 1910 (Dienstag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 3.5.1910 aus München:]


Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre beiden liebenswürdigen Briefeder hier erschlossene Brief und ein weiterer nicht überlieferter Brief [vgl. Artur Landsberger an Wedekind, 29.4.1910]. [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 29. April 1910 (Freitag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 3.5.1910 aus München:]


Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre beiden liebenswürdigen Briefeder hier erschlossene Brief und ein weiterer nicht überlieferter Brief [vgl. Artur Landsberger an Wedekind, 26.4.1910]. [...]

Einzelstellenkommentare

München, 3. Mai 1910 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

München 3. Mai 1910Wedekind hat den auf den 3.5.1910 datierten „Brief an [...] Landsberger“ [Tb] bereits am 2.5.1910 notiert.


Sehr verehrter Herr Doctor!

Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre beiden liebenswürdigen Briefenicht überliefert; erschlossene Korrespondenzstücke: Artur Landsberger an Wedekind, 26.4.1910 und 29.4.1910., für Ihre Bemühungen und Ihren Rat. Ich bedaure nur, daß Sie dabei leidend sind. Hoffentlich hebt sich die Behinderung bald wieder. Von Harden erhielt ich zwei Briefevgl. Maximilian Harden an Wedekind, 28.4.1910 und 30.4.1910 bis 1.5.1910.. Inliegend sende ich Ihnen eine Abschrift des KontraktesDem Brief liegt die Abschrift des Vertrags (wohl der zwischen dem Albert Langen Verlag und dem Bruno Cassirer Verlag abgeschlossene Vertrag über die Übernahme von Wedekinds Werken) nicht mehr bei. den sich Cassirer als unkündbar hat aufschwatzen lassenwohl seinerzeit von Albert Langen. und den er jetzt gerne für 8000 M | los werden möchte. Der Kontrakt ist längst gekündigt, die KündigungWedekind hat sich dazu in der Beilage zu seinem letzten Brief an Maximilian Harden [vgl. Wedekind an Maximilian Harden, 30.4.1910 bis 1.5.1910] geäußert. bestätigt, und wurde neuerdings noch einmal gekündigt. Das hindert Cassirer nicht, darüber an Müller zu schreibenDieser Brief von Bruno Cassirer an Georg Müller ist nicht ermittelt. Das Zitat daraus brachte Wedekind auch in der Beilage zu seinem letzten Brief an Maximilian Harden [vgl. Wedekind an Maximilian Harden, 30.4.1910 bis 1.5.1910].: „Die Bühnenrechte der oben genannten Werke besitze ich als einen unkündbaren Besitz.Schreibversehen (fehlende Abführungszeichen), statt Besitz.“ Als Müller sich eine Abschrift erbittetDieser Brief von Georg Müller an Bruno Cassirer ist nicht ermittelt., bekommt er sie natürlich nicht unter der Begründung: Dieser Vertrag ist nur im Zusammenhang mit anderen Verträgen klar verständlich.

Im Übrigen liegt für meine Logik | die Sache sehr einfach. Entweder wollte Cassirer meinen Buchverlag mit Gewinn verkaufen. Dann konnte das nur unter der Hand geschehen, da ja höchstens 20 Firmen in Deutschland in Betracht kommen. Dann durfte er den Verlag nicht im Buchhändlerbörsenblatt öffentlich ausbieten.

Oder aber, er bietet ihn, um ihn loszuwerden, öffentlich aus, dann entwertet er das Kaufobjekt in solchem Maße, daß er unmöglich mehr erwarten kann, einen Gewinn damit zu erzielen

Wenn Herr Cassirer das nicht einsieht | dann war das InseratBruno Cassirer hatte folgende Anzeige aufgegeben: „Ich beabsichtige, aus meinem Verlage sämtliche bei mir erschienenen Werke von / FRANK WEDEKIND / zu verkaufen. / Es handelt sich um die Dramen: / TOTENTANZ, 4te Aufl. / BÜCHSE DER PANDORA, 6te Aufl. / ZENSUR / SO IST DAS LEBEN, 2te Aufl. / OAHA, 2te Aufl. / FRÜHLINGS ERWACHEN, 24te Aufl. / DER KAMMERSÄNGER, 4te Aufl. / ERDGEIST, 7te Aufl. / MUSIK, 4te Aufl. / JUNGE WELT, 2te Aufl. / MARQUIS VON KEITH, 2te Aufl. / um den Gedichtband: VIER JAHRESZEITEN, 4te Aufl. / und die Erzählungen: FEUERWERK, 3te Aufl. / Ich bitte die Herren Kollegen, die sich für den Ankauf der Bücher Wedekinds mit allen Vorräten und Rechten für Neuauflagen interessieren, sich mit mir in Verbindung setzen zu wollen. / Hochachtungsvoll / BRUNO CASSIRER, VERLAG. BERLIN W., / Derfflingerstr. 16.“ [Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 77, Nr. 56, 10.3.1910, S. 3079] im Börsenblatt entweder wieder eine echt-Cassirersche ‒ Unklugheit, oder er hat er/s/ veröffentlicht, um sich für die ihm angethane Beleidigung in sehr empfindlicher Weise an mir zu rächen. Dann hat er mich dadurch aber auch so sehr gekränkt und geschädigt, daß sich die beiden Beleidigungen meiner Ansicht nach reichlich aufheben und ich keinen Anlaß zur Abgabe einer Erklärung sehe.

Ich frage mich fortwährend ob sich diese einfachste LogigSchreibversehen, statt: Logik. nicht irgendwo |

Einzelstellenkommentare

Charlottenburg, 24. August 1910 (Mittwoch)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Artur Landsberger vom 27.8.1910 aus Lenzburg:]


Die großzügige Gastlichkeit, die Sie mir anbieten [...]

Einzelstellenkommentare

Lenzburg, 27. August 1910 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Sehr verehrter Herr LandsbergerDr. jur. Artur Landsberger wohnte inzwischen, ausgewiesen als Verlagsbuchhändler, Zeitungsverleger und Kunstkritiker, in Charlottenburg (Philippistraße 2, 2. Stock) [vgl. Berliner Adreßbuch 1911, Teil I, S. 1638], dezidiert unter dieser Adresse in Charlottenburg auch ausgewiesen als Herausgeber der „Deutschen Montags-Zeitung“ [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1911, Teil II, Sp. 950].!

In erster Linie beglückwünsche ich Sie von ganzem Herzen zu dem/r/ neuen SchöpfungArtur Landsberger hat eine neue Wochenzeitung initiiert, die zunächst den Titel „Der Bär“ tragen sollte, dann aber den Titel „Deutsche Montags-Zeitung“ (kurz: „DMZ“) erhielt (siehe unten), deren erste Nummer am 3.10.1910 herauskam. die Sie aus dem Boden stampfenArtur Landsberger hatte für die „Deutsche Montags-Zeitung“ am 2.8.1910 eigens einen Verlag gegründet, der am 18.8.1910 unter der Nr. 8175 in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Mitte eingetragen wurde: „Verlag ‚Der Bär‘ Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sitz: Berlin. [...] Geschäftsführer: Verlagsbuchhändler Dr. Artur Landsberger in Charlottenburg.“ [Berliner Börsen-Zeitung, Nr. 392, 23.8.1910, Abend-Ausgabe, S. 12] Das war dann der am 28.1.1911 mit erhöhtem Stammkapital im Handelsregister eingetragene Verlag der Deutschen Montags-Zeitung [vgl. Vossische Zeitung, Nr. 59, 4.2.1911, Morgen-Ausgabe, 3. Beilage, S. (1)].. Was Sie sich damit aufladen möge Ihnen leicht werden. Die großzügige Gastlichkeit, die Sie mir anbietenHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 24.8.1910. Artur Landsberger dürfte Wedekind angeboten haben, Beiträge in der soeben von ihm gegründeten „Deutschen Montags-Zeitung“ zu veröffentlichen (siehe oben), deren erste Nummer am 3.10.1910 erscheinen sollte und erschien [vgl. Wedekind an Georg Müller, 26.8.1910]; er dürfte ihm außer dieser Mitarbeit auch vorgeschlagen haben, Georg Brandes die Einakter „In allen Sätteln gerecht“, „Mit allen Hunden gehetzt“ und „In allen Wassern gewaschen“ (dann zusammen „Schloß Wetterstein“) zukommen zu lassen [vgl. Wedekind an Georg Brandes, 27.8.1910], die Wedekind dann seinen Verleger bat, an Georg Brandes und Artur Landsberger zu senden [vgl. Wedekind an Georg Müller, 26.8.1910].,

Einzelstellenkommentare

München, 15. Oktober 1911 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 15.10.1911 in München:]


Judennotiz an LandsbergerWedekind sandte seinen Beitrag – im Erstdruck ohne Titel veröffentlicht und unter dem Titel „Judentaufen“ [KSA 5/II, S. 441-442] neu ediert – zu einer von Artur Landsberger veranstalteten Umfrage für den Anfang 1912 von Werner Sombart im Georg Müller Verlag herausgegebenen Sammelband „Judentaufen“ [vgl. KSA 5/III, S. 471-474] am selben Tag ab, an dem er die Reinschrift abgeschlossen hatte. Die „München 15 Oktober 1911. Frank Wedekind“ unterzeichnete Reinschrift (7 Blatt) trägt auf Seite 1 den Vermerk: „Correktur an Dr. Artur Landsberger. Charlottenberg. Philippistr. 2.“ [KSA 5/III, S. 472] [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 15. November 1914 (Sonntag)
von Landsberger, Artur
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Postkarte an Artur Landsberger vom 16.11.1914 aus München:]


Mit verbindlichstem Dank für Mittheilung der beklagenswerten Thatsache [...]

Einzelstellenkommentare

München, 16. November 1914 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

Königreich Bayern

Postkarte


Herrn Dr. Artur Landsberger
Berlin
Matthäikirchstrasse 4Dr. jur. Artur Landsberger wohnte inzwischen wieder in Berlin (Matthäikirchstraße 4) [vgl. Berliner Adreßbuch 1915, Teil I, S. 1742]; weshalb ihm die Postkarte in die Starnberger Straße 2 (siehe zur Materialität) in Berlin-Schöneberg [vgl. Berliner Adreßbuch 1915, Teil III, S. 837] nachgesandt wurde, ist unklar.. |


Sehr verehrter Herr Doctor!

Mit verbindlichstem Dank für MittheilungHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Artur Landsberger an Wedekind, 15.11.1914. der beklagenswerten ThatsacheZusammenhang nicht ermittelt; vermutlich betraf Artur Landsbergers Mitteilung Dr. phil. Arthur Kauffmann, Verlagsbuchhändler in Berlin-Wilmersdorf (Kurfürstendamm 90) [vgl. Berliner Adreßbuch 1915, Teil I, S. 1417], der „seit September 1913 stiller Teilhaber des Georg Müller Verlags“ [Vinçon 2018, Bd. 2, S. 335] in München war (Wedekinds Verlag und der Verlag von Artur Landsberger)., erkläre ich mich mit allem einverstanden was geschehen kann um Herrn Dr. Kauffmann sein Mißgeschick zu erleichtern oder abzukürzen.

Mit hochachtungsvollem Gruß
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München 16.11.14.

Einzelstellenkommentare

München, 18. April 1917 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Landsberger, Artur

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 18.4.1917 in München:]


Telegramm an LandsbergerDr. jur. Artur Landsberger, Schriftsteller und Verleger, wohnte nach wie vor in Berlin (Matthäikirchstraße 4) [vgl. Berliner Adreßbuch 1917, Teil I, S. 1627]; worum es in dem Telegramm ging, ist nicht ermittelt. [...]

Einzelstellenkommentare