Briefwechsel

Wedekind, Frank und Wendland, Waldemar

4 Dokumente

München, 18. April 1917 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Wendland, Waldemar

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 18.4.1917 in München:]


Telegramm an [...] WendlandWaldemar Wendland, Direktor des Künstlertheaters in Zürich [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 635], war im Begriff, diese neue Bühne im Saal zur Kaufleuten (Pelikanstraße 18) zu eröffnen und Wedekind dürfte telegrafisch ein „Erdgeist“-Gastspiel zugesagt haben. Die Presse meldete: „Das von Waldemar Wendland in der Schweiz gegründete Künstler-Theater wird in Zürich Mitte dieses Monats im intimen Saal ‚Zur Kaufleuten‘ sein Heim aufschlagen. Als Eröffnungsvorstellung steht Wedekinds ‚Erdgeist‘ auf dem Repertoire. Außerdem ist Hr. Wendland seinem Versprechen, interessante Gäste an seine Bühne zu verpflichten, bereits nachgekommen: seine Verhandlungen mit Frank Wedekind haben zu einem günstigen Resultat geführt, und so wird binnen kurzem der Dichter in Zürich sein, wo er für eine Reihe von Vorstellungen dem Künstler-Theater als Gast angegliedert wird. Zunächst wird er den Dr. Schön in seinem ‚Erdgeist‘ spielen. Als seine Partnerin für die Rolle der Lulu ist Tilly Wedekind, die Gattin des Dichters, [...] ebenfalls gewonnen worden. Bald nach der Eröffnung in Zürich wird das Ensemble des Künstler-Theaters mit ‚Erdgeist‘ und Tilly und Frank Wedekind auch in Basel gastieren.“ [Künstler-Theater. In: Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 803, 5.5.1917, 3. Mittagblatt, S. (2)] [...]

Einzelstellenkommentare

München, 21. April 1917 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Wendland, Waldemar

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 21.4.1917 in München:]


Regiebuch an WendlandWedekind schickte ein Regiebuch des „Erdgeist“ [vgl. KSA 3/II, S. 1298-1305, 1310-1323] an Waldemar Wendland, Direktor des Künstlertheaters in Zürich [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 635], das mit Wedekinds Stück am 19.5.1917 eröffnet wurde: „Das von Waldemar Wendland in der Schweiz gegründete Künstler-Theater wird in Zürich Mitte dieses Monats im intimen Saal ‚Zur Kaufleuten‘ sein Heim aufschlagen. Als Eröffnungsvorstellung steht Wedekinds ‚Erdgeist‘ auf dem Repertoire.“ [Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 803, 5.5.1917, 3. Mittagblatt, S. (2)] Regie führte Olga Wohlbrück (seit 1904 mit Waldemar Wendland verheiratet): „An den drei ersten Abenden: Samstag den 19. Mai, Sonntag den 20. und Montag den 21. wird Wedekinds Tragödie ‚Erdgeist‘ gegeben, mit dem Dichter des Werkes in der Rolle des Dr. Schön und mit Tilly Wedekind als Lulu. Die Regie des Abends wird in den Händen Olga Wohlbrücks, der bekannten Romanschriftstellerin, liegen.“ [Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 889, 18.5.1917, 4. Mittagblatt, S. (2)] geschickt [...]

Einzelstellenkommentare

Zürich, 15. Juni 1917 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Wendland, Waldemar

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 15.6.1917 in Zürich:]


BriefDer nicht überlieferte Brief an Waldemar Wendland, Direktor des Künstlertheaters in Zürich [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 635], das seine Bühne im Saal zur Kaufleuten (Pelikanstraße 18) hatte, betraf wohl Wedekinds im Tagebuch dokumentierte „Herakles“-Lesung, die er am 11.6.1917 in Zürich vereinbart hatte („Abschluß über Heraklesvortrag mit Wendland“) und die am 13.6.1917 stattfand („Abends Vorlesung von Herakles in den Kaufleuten“), um 20 Uhr, wie angekündigt war: „Im Winter 1916/17 arbeitete Wedekind in München an einem neuen Werk – er nennt es ein dramatisches Gedicht – ‚Herakles‘. Diese Arbeit, die in diesen Tagen bei Georg Müller in München als Buch erscheinen wird, wird Frank Wedekind heute abend 8 Uhr im Künstlertheater vorlesen; sie darf des Interesses der Literaturfreunde zum voraus gewiß sein.“ [Vorlesung Frank Wedekind. In: Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 1072, 13.6.1917, 2. Abendblatt, S. (3)] an Wendland von CantorowitschDer Impresario Michael Kantorowitz (Micha Kantorowicz) in Zürich (Dufourstraße 44), „Konzertdirektion, Theaterverlagsvertretungen, Schweizer Redaktion des ‚Theater Courier‘“ [Adressbuch der Stadt Zürich für 1918, Teil I, S. 286], hatte offenbar für Waldemar Wendland Wedekinds „Herakles“-Lesung (siehe oben) organisiert, der am 21.6.1917 dazu notierte: „Cantorowitsch bringt mir 500 frs von Wendland.“ [Tb] diktiert.

Einzelstellenkommentare

Zürich, 30. Juni 1917 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Bern, Vera, Wendland, Waldemar

[1. Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 29.6.1917 in Zürich:]


Wendland und TochterWaldemar Wendland war mit Olga Wohlbrück verheiratet, die aus ihrer früheren Ehe mit dem Schriftsteller Maximilian Bern eine Tochter hatte, die Schriftstellerin und Journalistin Vera Bern. bitten mich um einen BriefDa Waldemar Wendland und seine Stieftochter Vera Bern Wedekind um den Brief gebeten haben, dürfte er an sie adressiert gewesen sein. Es könnte sich um ein Empfehlungsschreiben gehandelt haben, vielleicht im Zusammenhang mit der Nachrichtenagentur, die beide zu gründen planten und die am 1.11.1917 in Luzern eröffnet wurde, wie die Presse meldete: „Frl. Vera Bern ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin; Dr. Gustav von Crayen und Waldemar Wendland sind Kommanditäre [...]. Zweck des Unternehmens ist der Betrieb des Bureaus ‚Die Schere‘. Es handelt sich also offenbar um ein vorwiegend mit dem der Firma den Namen gebenden Werkzeuge arbeitendes ausländisches Nachrichtenbureau.“ [Ausländisches Unternehmen in der Schweiz. In: Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 2071, 3.11.1917, 1. Mittagsblatt, S. (3)] [...]


[2. Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 30.6.1917 in Zürich:]


Überbringe Wendland meinen Brief.

Einzelstellenkommentare