Briefwechsel

Gerhäuser, Emil und Wedekind, Tilly

3 Dokumente

Halensee, 12. April 1906 (Donnerstag)
von Gerhäuser, Emil und Wedekind, Frank
an Wedekind, Tilly

Fräulein Tilly Newes
Berlin
Albrechtstraße 11


Post-Karte
[...]

Weltpostverein
Union postale universelle – Unione postale universale
[...]


Liebe und verehrte Frau Tilly!

Nachträglich meinen herzlichsten Glückwunsch zum Geburtstag! Ich wäre gesternder 11.4.1906, der 20. Geburtstag von Tilly Newes. so gern mit Ihnen u. Frank in den Grunewald spazieren gelaufen! Am 1. Maider Hochzeitstag von Frank Wedekind und Tilly Newes, die am 1.5.1906 in Berlin standesamtlich heirateten ‒ auf dem Standesamt Moabit [vgl. EWK/PMB Wedekind]. Trauzeugen waren der mit Wedekind befreundete Opernsänger Emil Gerhäuser und der mit Tilly Newes befreundete Regierungsrat Julius Greve. trete ich also als Zeuge festlich geschmückt an. Mit ergebenstem Handkuss. Ihr Emil Gerhäuser |


Herzlichsten Gruss Frank


Königl. Schloss (Lustgartenseite).

Berlin.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 20. Oktober 1906 (Samstag)
von Wedekind, Tilly und Wedekind, Frank
an Gerhäuser, Emil, Gerhäuser, Ottilie

Habe inzwischen die Bekanntschaft von Fr. HimmelsbachMarie Stange (eine gelernte Schneiderin), die sich später offiziell Marie Himmelsbach nannte [vgl. Berliner Adreßbuch 1914, Teil I, S. 1205], die Inhaberin des Modesalons für Damen M. Himmelsbach (Schellingstraße 5, 1. Stock) [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 911; Teil II, S. 2358], den sie 1903 oder 1904 übernommen haben und mit ihm an die nun aktuelle Adresse umgezogen sein dürfte [vgl. Berliner Adreßbuch 1904, Teil I, S. 713; Berliner Adreßbuch 1905, Teil I, S. 798]. Der vorherige Betreiber, ein Schneider für Damenkonfektion, hatte das Geschäft 1888 eröffnet und sich auf Theaterkostüme – „M. Himmelsbach [...] Atelier für historische und moderne Damengarderobe“ [1899, Teil IV, S. 280] – spezialisiert; entsprechend war es im „Führer durch den Theater-Geschäfts-Verkehr“ – zuletzt 1903 – für Bühnentoiletten verzeichnet [vgl. Neuer Theater-Almanach 1903, S. 219]. Frank Wedekind hatte seine junge Gattin in den Modesalon von Marie Stange eingeführt, wie er am 21.9.1906 notierte: „Ich führe Tilly zu Frau Himmelsbach.“ [Tb] Und am 29.9.1906 hielt er fest: „Tilly bekommt ihr Kleid von Frau Himmelsbach.“ [Tb] gemacht, die mir viel von Ihnen vorschwärmte u. Sie herzl. grüßen lässt.

Herzl. Grüße
Tilly Wedekind


Beste Grüße an Dich und Emil
Frank


[Hinweis auf Zitat in Antiquariat DAS BÜCHERHAUS – Hermann Wiedenroth, ungedrucktes Katalogisat: 9502-a-49670-bh-WAG:]


WEDEKIND, Tilly [...] u. Frank Wedekind [...]. Eigenhändige Porträtpostkarte ‚Frank Wedekind u. Frau‘ (Verlag Jos. Paul Böhm, München 1906) mit Unterschriften und Adresse. Berlin (Poststempel), 20.10.(19)06.

An den [...] Heldentenor Emil Gerhäuser [...] und seine Frau, die Schauspielerin Ottilie Gerhäuser [...] in München: [...]

Einzelstellenkommentare

München, 2. Juni 1908 (Dienstag)
von Wedekind, Frank, Rosenthal, Therese, Gerhäuser, Emil und Gerhäuser, Ottilie
an Wedekind, Tilly

Königreich Bayern
Postkarte


Frau Tilly Wedekind
Graz i. Steiermark
Brandhofgasse 1 |


Liebe Frau Tilly! Wir sitzen im Viktoriagärtleinim Biergarten des Cafés und Restaurants Victoria (Maximilianstraße 17) [vgl. Adreßbuch für München 1909, Teil I, S. 613], Inhaberin: Victoria Obermeier [vgl. Adreßbuch für München 1909, Teil II, S. 338]. Wedekind hat am 2.6.1908 das Beisammensein dort notiert: „Mit Therese Rosenthal Gerhäuser und Frau im Victoriagarten.“ [Tb] u. bedauern sehr, dass Sie nicht mit hier sind. Morgen ist Molochpremieredie Münchner Premiere der Oper „Der Moloch“ von Max von Schillings, zu der Emil Gerhäuser das Libretto nach dem gleichnamigen Dramenfragment von Friedrich Hebbel geschrieben hat, am 3.6.1908 um 18 Uhr im „Prinz-Regenten-Theater“, wie angezeigt war: „Mittwoch, den 3. Juni. Zu Ehren des Tonkünstlerfestes des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in München. Zum ersten Male: Moloch. Musikalische Tragödie in 3 Aufzügen von Max Schillings.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 61, Nr. 259, 3.6.1908, Vorabendblatt, S. 2] im Prinzregententheater. Mit herzlichsten Grüssen an Sie u. das Kleinedie knapp anderthalbjährige Pamela Wedekind.
Ihr herzlich ergebener Emil Gerhäuser


Auch von mir die allerherzlichsten Grüße u. auf baldiges Wiedersehen! Ihre
Tilly Gerhäuser


Herzlichst grüßt und küßt Dich Dein
Frank.


Herzlichst Grüße u. hoffentlich baldiges Wiedersehen in München Therese Rosenthal

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