Briefwechsel

Friedmann, Ludwig und Wedekind, Frank

37 Dokumente

Berlin, 8. Oktober 1915 (Freitag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 9.10.1915 aus München:]


[...] Dank für Ihre freundliche Benachrichtigung [...]

Einzelstellenkommentare

München, 9. Oktober 1915 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 9. Oktober 1915


Sehr geehrter Herr DirektorLudwig Friedmann war Gründer und Geschäftsführer des Drei Masken Verlags in Berlin (Nollendorfstraße 13) [vgl. Berliner Adreßbuch 1916, Teil I, S. 513].!

Mit verbindlichem Dank für Ihre freundliche Benachrichtigungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 8.10.1915. Der Geschäftsführer des Drei Masken Verlags hat Wedekind über den Vertragsabschluss mit dem Deutschen Theater in Berlin über die Aufführung des Schwanks „Der Liebestrank“ (siehe unten) benachrichtigt. über den AbschlußWedekind wurde vom Direktor des Deutschen Theaters zu Berlin telegrafisch darüber informiert, dass sein Schwank „Der Liebestrank“ (1899) dort aufgeführt werden sollte [vgl. Max Reinhardt an Wedekind, 1.10.1915]. Kurz darauf muss das Berliner Kleine Theater (Direktion: Georg Altman), wie von Wedekind erbeten [vgl. Wedekind an Kleines Theater, Georg Altman, 1.10.1915], dazu seine Einwilligung gegeben haben. Der Drei Masken Verlag schloss daraufhin für das Stück einen Aufführungsvertrag mit dem Deutschen Theater und informierte Wedekind darüber in dem verschollenen Schreiben (siehe oben). Premiere in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin war am 5.11.1915. mit dem Deutschen Theater betreffend Liebestrank ersuche ich Sie höflich um gefällige Zustellung der Monatsabrechnung und Übersendung des mir freundlichst bewilligten Vorschusses.

Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind


verte!(frz.) wenden! |

Mein Bismarck-Drama erscheint gegenwärtig als BuchDie Buchausgabe „Bismarck. Historisches Schauspiel“ (Umschlagtitel: „Bismarck. Historisches Drama“) im Georg Müller Verlag lag erst zum Jahresende gedruckt vor. Wedekind erhielt die ersten Exemplare am 27.12.1915 [vgl. Georg Müller an Wedekind, 27.12.1915]. und wird der Verlagder Drei Masken Verlag. in kürzester Zeit Exemplare davon erhalten können.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 21. Dezember 1915 (Dienstag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an den Ludwig Friedmann vom 25.12.1915 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichsten Dank für Ihre freundlichen Zeilen.

Einzelstellenkommentare

München, 25. Dezember 1915 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 25. Dezember 1915


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Empfangen Sie verbindlichsten Dank für Ihre freundlichen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 21.12.1915.. Ihnen vor allemLudwig Friedmann, Geschäftsführer des Drei Masken Verlags in Berlin. Dem Verlagsbüro in München hat Wedekind bereits für die Broschüre „Frank Wedekind und das Theater“ gedankt [vgl. Wedekind an Drei Masken Verlag, 22.12.1915]. möchte ich für die Wedekind-Broschüh/r/eDie Broschüre „Frank Wedekind und das Theater“ ist mit sieben Fotos illustriert (das erste von Frank Wedekind, jeweils zwei von Tilly Wedekind als Prinzessin Alma in „König Nicolo“ und als Guendolin in „Der Stein der Weisen“ sowie jeweils eins als Kadidja in „Die Zensur“ und als Lamia in „Der Stein der Weisen“). Sie enthält insgesamt zehn Beiträge. Nach einem vom Drei Masken Verlag gezeichneten Text „Zur Einführung“ folgen Beiträge von Josef M. Jurinek („Wedekind-Statistik“), Paul Block („Wedekind“), Artur Kutscher („Frank Wedekinds Leben“), Hermann Kienzl („Der fünfzigjährige Wedekind“), nochmals Artur Kutscher („Frank Wedekind als Bühnenautor“), Alfred Holzbock („Frank Wedekind: Regisseur und Schauspieler“), Wilhelm Bolze („Wedekind: … Romantiker“) sowie abschließend von Wedekind selbst die jeweils als Originalbeitrag bezeichneten Texte „Begegnung mit Josef Kainz“ und „Die Furcht vor dem Tode“ aus dem Tagebuch. Die Broschüre versteht sich „als nachträgliches Geburtstagsgeschenk“ anlässlich des im Vorjahr gefeierten 50. Geburtstags für den „lange verkannten Dichter Frank Wedekind“ [Frank Wedekind und das Theater. Zusammengestellt und bearbeitet vom Drei Masken-Verlag G.m.b.H. Berlin 1915, S. (11)]., die mir eine große Freude war, herzlichen Dank sagen.

Leider war es mir nicht möglich mit Steinrückder mit Wedekind befreundete Hofschauspieler und Regisseur Albert Steinrück am Münchner Hoftheater [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 501]. über Bismarck zu sprechen, da ich bis heute trotz fortwährender Mahnung noch kein einziges Exemplar | von Müller erhalten habe. Was Frankenstein schreibtLudwig Friedmann dürfte Wedekind in seinem nicht überlieferten Schreiben (siehe oben) von einem Brief von Clemens von Franckenstein, Generalintendant des Münchner Hoftheaters [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 500], in dem dieser sich über Wedekinds „Bismarck“-Drama geäußert hat, berichtet haben. wundert mich nicht. Wenn aus dem Stoff ein ohne weiteres packendes Drama zu machen gewesen wäre, so hätten das jedenfalls schon hundert Dramatiker gethan. Das Problem bestand darin, die Figur überhaupt bühnenfähig zu machen. Wenn ich von den GastspielenWedekind brach am 28.12.1915 zu einer Gastspielreise nach Budapest auf, von der er am 18.1.1916 zurückkam und gleich am 19.1.1916 zu einem Gastspiel nach Mannheim weiter reiste; von dort war er am 25.1.1916 zurück in München [vgl. Tb]. Budapest und Mannheim zurück bin, werde ich versuchen, Steinrück noch für das Stück zu gewinnen. Das könnte aber erst Anfang Februar geschehen. Sollte es nicht gelingen dann bleibt | immer noch Erich ZiegelErich Ziegel war Direktor (zusammen mit Benno Bing) und Schauspieler an den Münchner Kammerspielen [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506]., der sicher ein guter Bismarck wäre und das Stück mit einigen Kürzungen ganz gut spielen könnte.

Gesternam 24.12.1915 (Heiligabend). telephonierte mich BarnowskyVictor Barnowsky war Direktor des Deutschen Künstlertheaters und des Lessingtheaters in Berlin [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 297, 306]. aus Berlin an, weil BassermannAlbert Bassermann war Schauspieler am Berliner Lessingtheater [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 307]. in einem Stück von mir spielen möchte. Ich sagte ihm, meines Wissens seien außer Liebestrank und M. v. Keith alle Stücke für Berlin frei. Vielleicht haben Sie die Güte Barnowsky über diese Frage zu orientieren. Meines Erachtens kämen besonders Hidalla und Musik für Bassermann | in Betracht. Musik hätte eine glänzende Rolle für Frau BassermannElse Bassermann (geb. Schiff), Schauspielerin am Berliner Lessingtheater [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 307].. „Rabbi Esra“ ist eine in meinen Ges. WerkenWedekinds Erzählung „Rabbi Esra“ (zuerst 1897 im „Simplicissimus“ und in der Sammlung „Die Fürstin Russalka“ erschienen, dann 1906 und 1911 in der Sammlung „Feuerwerk“) ist in Band 1 der „Gesammelten Werke“ (1912) Wedekinds im Georg Müller Verlag abgedruckt [S. 221-229]. gedruckte Erzählung aus der ich seiner Zeit für das Überbrettl einen Dialog gemacht habe, der noch nicht gedrucktWedekinds 1901 für Ernst von Wolzogens Buntes Theater (Überbrettl) geschriebener Dialog „Rabbi Esra. Eine Scene“ [vgl. KSA 6, S. 319] blieb zu seinen Lebzeiten ungedruckt. ist. Natürlich steht dieser Dialog durch Ihre Vermittlung den Bühnen zur Verfügung. Ich glaube aber kaum daß er für das Frankfurter SchauspielhausDirektor am Schauspielhaus in Frankfurt am Main war Karlheinz Martin [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 411]. in Betracht käme. Augenblicklich bin ich damit beschäftigt, „Oaha“, dessen letzte beiden Akte sehr schlecht sind, zu einem bühnenfähigen Stück umzuarbeitenWedekind arbeitete sein Stück „Oaha“ (1908) zu der Komödie „Till Eulenspiegel“ (1916) um [vgl. KSA 8, S. 398].. Mit besten Wünschen für frohe Feiertage und ergebenem Gruß
Ihr Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 30. Dezember 1915 (Donnerstag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 25.12.1915 aus München:]


b. 5/3/0 XII F

Einzelstellenkommentare

Berlin, 2. Mai 1916 (Dienstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 3.5.1916 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre beiden Schreibendas hier erschlossene Korrespondenzstück sowie ein weiteres nicht überliefertes Schreiben [vgl. Drei Masken Verlag an Wedekind, 7.4.1916]..

Einzelstellenkommentare

München, 3. Mai 1916 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig, Drei Masken Verlag, (Verlag)

München 3. Mai 1916.


An den Drei Masken Verlag
Berlin.


Sehr geehrter Herr Direktor!

Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre beiden Schreibennicht überliefert; erschlossene Korrespondenzstücke: Ludwig Friedmann an Wedekind, 2.5.1916; Drei Masken Verlag an Wedekind, 7.4.1916.. Mit dem Neuen Theater in FrankfurtIm Neuen Theater (Direktion: Arthur Helmer und Max Reimann) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 406] in Frankfurt am Main hat es kein Gastspiel Wedekinds gegeben. Der „Berliner Börsen-Courier“ hatte allerdings am 21.1.1916 gemeldet, das Frankfurter Neue Theater plane eine Aufführung von „Bismarck“ [vgl. KSA 8, S. 863]; daraufhin sandte der Berliner Polizeipräsident dem Theater unaufgefordert eine Kopie seines Verbots zu, das Stück am Deutschen Theater in Berlin aufzuführen [vgl. KSA 8, S. 861]. ersuche ich Sie, nicht über Marquis von Keith abschließen zu wollen, bevor ein Gastspielvertrag zwischen Herrn Direktor HellmerArthur Hellmer, 1904 bis 1910 als Schauspieler am Schauspielhaus des Frankfurter Stadttheaters, gründete gemeinsam mit Max Reimann das durch private Spenden finanzierte Neue Theater in Frankfurt am Main, das seinen Spielbetrieb am 11.9.1911 aufnahm [vgl. Neuer Theater-Almanach 1912, S. 417]. Einen „Besuch bei Direktor Helmer“ [Tb] notierte Wedekind lediglich am 23.1.1912; zuletzt in Frankfurt war er vom 9. bis 12.4.1913 [vgl. Tb]. und mir abgeschlossen ist, da ich mit diesem Vertrag eventuell auch noch | ein oder mehr andere Stücke an diesem Theater plazieren zu können hoffe. Was die Tantiemen, die SladekMaximilian Sladek war am Deutschen Theater in Berlin in der Sommerspielzeit Direktor der Volksbühne [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 290]. Wedekind verzeichnete am 22.4.1916 in Berlin eine „Unterredung mit Sladek“ [Tb], bei der vermutlich der erwähnte Kontrakt geschlossen wurde; er notierte am 15.5.1916 in Berlin eine „Besprechung mit Friedmann dann mit Sladek.“ [Tb] zu entrichten hat betrifft, so lautet der Paragraph unseres Gastspielkontraktes:
„An Tantiemen werden die gleichen Sätze wie mit dem Deutschen Theater vereinbart bezahlt“

Ich weiß nun nicht, ob es 10 % oder 8 % waren. Sollten es aber weniger als 8 % gewesen sein, so wäre es natürlich doch gut, wenn wenigstens 8 % erreicht werden | könnten. Immerhin sind wir, wie Sie sehen, in dieser Beziehung schon gebunden. Am 15 MaiDie zweieinhalbstündige Lesung aus „Bismarck“ fand in der Deutschen Gesellschaft 1914 in Berlin statt [vgl. KSA 8, S. 861], von Wedekind am 15.5.1916 als „Bismarck-Vorlesung“ [Tb] notiert. bin ich zur Bismarck-Vorlesung wieder in Berlin und hoffe dann die Auswahl der Stücke festlegen zu können.

Hiermit bestätige ich Ihnen zugleich d/m/it bestem Dank den Empfang von
M. 1000Wedekind notierte die Summe von 1000 Mark am 10.4.1916 im Kontobuch unter den Einnahmen: „Drei Masken Vorschuß“ [Mü, L 3512].
die ich am 8 April von Ihnen zugeschicktHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur genannten Geldsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Drei Masken Verlag an Wedekind, 7.4.1916. erhielt.

In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 4. Mai 1916 (Donnerstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 3.5.1916 aus München:]


b. 4 V 16 F

Einzelstellenkommentare

Berlin, 27. Mai 1916 (Samstag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 28.5.1916 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundlichen Zeilen [...]

Einzelstellenkommentare

München, 28. Mai 1916 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 28 Mai 1916.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundlichen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 27.5.1916. Das Schreiben betraf die geplante Inszenierung von „Till Eulenspiegel“ am Kleinen Theater (Direktion: Georg Altman) in Berlin, die nicht zustande kam. und Übersendung des KontraktesLudwig Friedmanns Schreiben an Wedekind (siehe oben) lag ein Vertragsentwurf des für den Bühnenvertrieb zuständigen Drei Masken Verlag mit dem Kleinen Theater in Berlin über eine Inszenierung von „Till Eulenspiegel“ bei, der nicht überliefert ist. vom Kleinen Theater. Was mir am meisten Bedenken erregt ist die Forderung der Uraufführung für die Umarbeitung„Till Eulenspiegel“ (1916) war eine Umarbeitung von Wedekinds Stück „Oaha“ (1908) [vgl. KSA 8, S. 398f.]. für ganz Deutschland. Da ich aber kontraklichSchreibversehen, statt: kontraktlich. am 1. JuniWedekind reiste am 31.5.1916 für sein Gastspiel nach Berlin (Wedekind-Zyklus an den Kammerspielen des Deutschen Theaters vom 9.6.1916 bis 6.7.1916) und traf sich gleich nach seiner Ankunft mit dem Direktor des Kleinen Theaters: „Fahrt nach Berlin Unterredung mit Direktor Altman.“ [Tb] Die Proben für das Gastspiel begannen am 2.6.1916; noch an diesem Tag hielt Wedekind „Unterredung Drei Masken Verlag“ [Tb] fest. für die Proben in Berlin sein muß, hoffe ich die Angelegenheit mündlich regeln zu können. Ich wohne | voraussichtlich Elite Hotel und werde Sie sofort nach meiner Ankunft benachrichtigen.

In vorzüglicher Hochschätzung
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 29. Mai 1916 (Montag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den handschriftlichen Eintrag im Stempelaufdruck auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 28.5.1916 aus München:]


Eingeg. 29. MAI 1916

Beantw. ............. 191 ..... durch .....

Erledigt ... b F ... 191 ..... durch .....

Einzelstellenkommentare

München, 19. Juli 1916 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig, Drei Masken Verlag, (Verlag)

[Hinweis in Ludwig Friedmanns Brief an Wedekind vom 20.7.1916 aus Berlin:]


Ich bestätige Ihnen dankend den Empfang des Manuskripts „Till Eulenspiegel“ [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 20. Juli 1916 (Donnerstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

20. Juli 1916


Dir.Die Direktion des Drei Masken Verlags (Nollendorfstraße 13/14) lag in den Händen von Ludwig Friedmann, der als Geschäftsführer ausgewiesen ist [vgl. Berliner Adreßbuch 1917, Teil I, S. 507]. Die folgenden Kürzel auf dem Durchschlag waren nicht aufzulösen (vermutlich gehörten sie zu Geschäftszeichen, die auf dem Durchschlag nur in dieser Form greifbar sind). IE G.


Herrn Frank Wedekind
München
Prinzregentenstr. 51


Sehr geehrter Herr!

Ich bestätige Ihnen dankend den Empfang des ManuskriptsHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Sendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ludwig Friedmann, 19.7.1916. Wedekind hatte am 17.7.1916 „Eulenspiegel fertig diktiert“ [Tb]; das von ihm daraufhin versandte Typoskript „Till Eulenspiegel. Komödie in vier Aufzügen“ (1916) ist ebenfalls nicht überliefert.Till Eulenspiegel“, das ich sofort vervielfältigen lassen werde, um dann ein Buch Herrn Dr. AltmannDr. phil. Georg Altman, Direktor des Kleinen Theaters in Berlin [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 292], mit dem Wedekind zuletzt am 31.5.1916 in Berlin gesprochen hat: „Unterredung mit Direktor Altman“ [Tb]. Er plante, „Till Eulenspiegel“ (1916) am Kleinen Theater uraufzuführen; der Plan „zerschlug sich.“ [KSA 8, S. 610] Die Uraufführung fand erst am 1.12.1916 an den Münchner Kammerspielen statt [vgl. KSA 8, S. 610, 644f.]. zu schicken. Ich bitte Sie freundlichst mir mitzuteilenWedekind antwortete [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 22.7.1916]., ob Sie bereits ein Exemplar des „Till Eulenspiegel“ zum Druck gegeben haben und wann wir auf ein Druckexemplar des Werkes rechnen können. Ebenso bitte ich um freundliche Benachrichtigung, ob wir auf ein Exemplar des „Schnellmaler“ rechnen können, wann die Erstaufführung in den KammerspielenWedekinds Posse „Der Schnellmaler“ (1889) wurde am 29.7.1916 in den Münchner Kammerspielen (Direktion: Erich Ziegel) uraufgeführt; die Uraufführung unter der Regie von Erich Ziegel, der auch die Hauptrolle spielte, war „gleichzeitig seine Abschiedsvorstellung von den Kammerspielen“ [KSA 2, S. 618]. sein wird und wer mit den Kammerspielen den Vertrag über dieses Werk geschlossen hat.

Ich bitte mich ferner wissen zu lassen, wann die Erstaufführung ist, und die Güte zu haben, dies auch Herrn Dr. Altmann mitzuteilenHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Georg Altman, 21.7.1916. Wedekind hat das Schreiben abgeschickt [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 22.7.1916]., der zur Zeit in EibseeGeorg Altman war in Urlaub am Eibsee, „See in den Bayrischen Alpen, am Nordfuß der Zugspitze“ [Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Aufl. Bd. 5. Leipzig, Wien 1903, S. 421]. ist, da wir ja Altmann, wie Sie wissen, das Recht eingeräumt haben, sich kurz nach der Erstaufführung des Werkes sich über dasselbe zu entscheiden.

Ich erlaube mir ferner an die Vertragsangelegenheit zu erinnern und nehme an, dass Sie inzwischen im Sinne der Benachrichtigung, welche Sie seinerzeit von Herrn Dr. KaufmannArthur Kauffmann war Teilhaber des Georg Müller Verlags. erhiel|ten mit diesem oder Herrn Georg Müller gelegentlich über diese Sache gesprochen haben. Sobald ich hierüber von Ihnen Nachricht erhalten habe, werde ich mir erlauben Ihnen den neuen vom 1. Oktober an geltenden BühnenvertragWedekind hat in einem Brief an seinen Verleger Georg Müller in München die Bühnenvertriebsrechte an seinen Werken zum 1.10.1916 gekündigt [vgl. Wedekind an Georg Müller, 23.6.1916], die dann an den Drei Masken Verlag gingen. über Ihre Werke einzusenden.

Ich schreibe in diesen Tagen nochmals an sämtliche in Betracht kommende Bühnen wegen Ihrer Gastspiele.

Mit vielen Grüssen und ausgezeichneter Hochachtung

Einzelstellenkommentare

Berlin, 21. Juli 1916 (Freitag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 22.7.1916 aus München:]


In Erwiderung Ihrer beiden geehrten Schreiben vom 20.vgl. Ludwig Friedmann an Wedekind, 20.7.1916. und 21. [...]

Einzelstellenkommentare

München, 22. Juli 1916 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 22.7.16.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

In Erwiderung Ihrer beiden geehrten Schreiben vom 20.vgl. Ludwig Friedmann an Wedekind, 20.7.1916. und 21.nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 21.7.1916. theile ich Ihnen folgendes mit:

Ich habe im ganzen fünf Abschriften von Eulenspiegel herstellen lassen. Einer wurde sofort von Müller in die DruckereiWedekinds Komödie „Till Eulenspiegel“ erschien 1916 im Georg Müller Verlag in München. „Druckvorlage ist das Typoskript gewesen“, das vom 11. bis 17.7.1916 „entstanden war.“ [KSA 8, S. 424] geschickt. Müller versichert fest, daß in vier Wochen gedruckte Exemplare fertig sein werden. Ob es daher nötig ist, das Manuskript noch einmal zu verf/v/ielfältigen muß ich Ihnen überlassen. Das an Sie gesandte ExemplarHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Sendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ludwig Friedmann, 19.7.1916. Wedekind hatte am 17.7.1916 „Eulenspiegel fertig diktiert“ [Tb] und sandte Ludwig Friedmann daraufhin ein Typoskript „Till Eulenspiegel. Komödie in vier Aufzügen“ (1916), das „nicht erhalten“ [KSA 8, S. 424] ist. | werden Sie vielleicht gleich an Herrn Dr. AltmanDr. phil. Georg Altman, Direktor des Kleinen Theaters in Berlin [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 292], plante, „Till Eulenspiegel“ am Kleinen Theater aufzuführen, was nicht realisiert wurde. weiter schicken. Den „Schnellmaler“ hat Müller gleichfalls in DruckWedekinds Posse „Der Schnellmaler oder Kunst und Mammon“ (1889) erschien überarbeitet in 2. Auflage 1916 im Georg Müller Verlag in München [vgl. KSA 2, S. 552]. gegeben. Da sich durch die ProbenDie Proben für die Uraufführung von „Der Schnellmaler“ an den Münchner Kammerspielen (Direktion: Erich Ziegel) am 29.7.1916 unter der Regie von Erich Ziegel, der auch die Hauptrolle spielte [vgl. KSA 2, S. 618], hatten vor einigen Tagen begonnen. Wedekind notierte am 16.7.1916: „Erich Ziegel kommt zum Thee. Schnellmaler durchgesprochen“ [Tb], am 17.7.1916: „Kostümprobe“ [Tb]. aber noch Änderungen ergeben haben, hätte es wol wenig Zweck mit dem die ursprüngliche Fassung jetzt noch an jemanden gelangen zu lassen. Über die zu zahlenden Prozente habe ich mit Direktor BurrgSchreibversehen, statt: Burg. Eugen Burg war Spielleiter und Schauspieler am Berliner Theater, am Theater in der Königgrätzer Straße und am Komödienhaus in Berlin (Direktion der drei Bühnen: Carl Meinhard und Rudolf Bernauer) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 281]. Möglicherweise hatte Wedekind „BURRY“ [KSA 8, S. 471] beim Schreiben im Kopf, eine Figur in „Oaha“ (ihr Vorbild war der „Simplicissimus“-Zeichner Eduard Thöny), die in der Überarbeitung „Till Eulenspiegel“ dann „SCHUSTERBAUER“ [KSA 8, S. 94] heißt. noch gar nicht gesprochen und weiß auch nicht was er zu zahlen bereit ist. Ich wollte diese VerhandlungenSie waren nicht erfolgreich. Eine Inszenierung von „Der Schnellmaler“ in einem der drei Theater unter der Direktion von Carl Meinhard und Rudolf Bernauer (Berliner Theater, Theater in der Königgrätzer Straße, Komödienhaus) kam nicht zustande. Ihnen überlassen und glaubte, daß sich nach erfolgter Aufführung, die ja immerhin ein zweifelhaftes Wagnis ist, besser darüber | verhandeln ließe als vorher. Die Erstaufführung soll am 28 oder 29 JuliDie Uraufführung von „Der Schnellmaler“ fand in Anwesenheit Wedekinds am 29.7.1916 an den Münchner Kammerspielen statt, zugleich die Abschiedsvorstellung des Direktors, Regisseurs und Schauspieles Erich Ziegel von den Münchner Kammerspielen [vgl. KSA 2, S. 618]., nächsten Freitag oder Sonnabend sein. Herr Dr. Altman ist von dem Termin übe unterrichtetHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Georg Altman, 21.7.1916.. Übrigens interessiert sich„Der Schnellmaler“ wurde am 2.9.1916 am Deutschen Theater in Berlin (Regie: Berthold Held) neu inszeniert [vgl. KSA 2, S. 619]. auch das Deutsche Theater soweit für Schnellmaler, als Herr Dr. ReißDer Verleger Erich Reiß in Berlin (Wichmannstraße 10) [vgl. Berliner Adreßbuch 1917, Teil I, S. 2346] war dem Deutschen Theater ganz praktisch verbunden (in seinem Verlag erschienen die „Blätter des Deutschen Theaters“). Er war zu Besuch in München, wo Wedekind ihn dem Tagebuch zufolge mehrfach traf – am 18.7.1916 im Café Luitpold („C.L. mit Erich Reiß“), am 23.7.1914 zuhause („Erich Reiß kommt zum Thee“), am 24.7.1916 im Hoftheater-Restaurant („HTR mit Erich Reiß“) und andernorts nochmals am 28.7.1916 („Abend mit Friedenthal und Reiß in der Odeon Bar“). Die Uraufführung von „Till Eulenspiegel“ an den Münchner Kammerspielen wurde aber in diesen Tagen nicht realisiert; sie fand erst am 1.12.1916 statt [vgl. KSA 8, S. 610]. hier in München bleiben will um der Erstaufführung beizuwohnen.

Über die VertragsangelegenheitDifferenzen des Georg Müller Verlags mit Wedekinds früheren Verlagen, dem Albert Langen Verlag und dem Verlag Bruno Cassirer. hat mir Georg Müller geschriebenHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Georg Müller an Wedekind, 21.7.1916., er werde gegen Bruno Cassirer oder Albert Langen Prozeß führen. Das Bestehenbleiben meiner KündigungWedekind hatte dem Georg Müller Verlag die Bühnenvertriebsrechte an seinen Werken zum 1.10.1916 gekündigt [vgl. Wedekind an Georg Müller, 23.6.1916]. Sie gingen an den Drei Masken Verlag, dessen Geschäftsführer Ludwig Friedmann war. ist, soweit ich die Sache ansehen, | dadurch nicht berührt.

Für die von Ihnen ausgesprochene Bereitwilligkeit, sich für Gastspiele von mir zu verwenden zu wollen, empfangen Sie verbindlichen Dank.

In dem ManuskriptEin als Reinschrift angelegtes Manuskript von „Till Eulenspiegel“ ist unvollständig erhalten [vgl. KSA 8, S. 423]. von „Till Eulenspiegel“ ersuche ich Sie am Kopf von Seite 20 19 bemerken zu wollen ‒ 19 und 20 ‒. Vom Text fehlSchreibversehen, statt: fehlt. in dem Manuskript nicht ein Wort. Es handelt sich lediglich um einen Schreibfehler

In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 27. Juli 1916 (Donnerstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

27. Juli 1916


Dir.Die Direktion des Drei Masken Verlags (Nollendorfstraße 13/14) lag in den Händen von Ludwig Friedmann, der als Geschäftsführer ausgewiesen ist [vgl. Berliner Adreßbuch 1917, Teil I, S. 507]. Die folgenden Kürzel auf dem Durchschlag waren nicht aufzulösen (vermutlich gehörten sie zu Geschäftszeichen, die auf dem Durchschlag nur in dieser Form greifbar sind). IE G


Herrn Frank Wedekind
München
Prinzregentenstr. 51


Sehr geehrter Herr!

Ich bestätige den Empfang Ihres Schreibens vom 22. d.Mts.vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 22.7.1916., das, soweit die Frage der Berliner Annahme des „Schnellmaler“ in Betracht kommt, durch unseren Telegrammwechselnicht überlieferte Telegramme; erschlossene Korrespondenzstücke: Drei Masken Verlag an Wedekind, 24.7.1916; Wedekind an Drei Masken Verlag, 24.7.1916. bereits überholt ist. Ich hoffe also in dieser AngelegenheitGeorg Altmans Vorhaben, „Till Eulenspiegel“ am Kleinen Theater in Berlin aufzuführen, hat sich zerschlagen. Wedekind notierte am 1.8.1916 im Tagebuch: „Altman hat Eulenspiegel abgelehnt.“ in den nächsten Tagen Ihren gefälligen Bescheid über die Stellungnahme Altmann’sGeorg Altman, Direktor des Kleinen Theaters in Berlin [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 292], hatte vor, „Till Eulenspiegel“ (1916) am Kleinen Theater aufzuführen. „Das Vorhaben zerschlug sich.“ [KSA 8, S. 610] Wedekind notierte am 1.8.1916: „Altman hat Eulenspiegel abgelehnt.“ [Tb] zu erhalten.

Nochmals möchte ich auf den Punkt zurückkommen betreffend Kollusionsgefahr, die durch eine Annahme„Der Schnellmaler“ (1889) wurde an den Kammerspielen des Deutschen Theaters (Direktion: Max Reinhardt, Direktion in der Sommerspielzeit: Maximilian Sladek) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 287-290] in Berlin unter der Regie von Berthold Held neu inszeniert (Premiere: 2.9.1916) [vgl. KSA 2, S. 619]. Wedekind schickte kurz darauf ein Exemplar seines Stücks nach Berlin [vgl. Wedekind an Maximilian Sladek, 3.8.1916]. des „Schnellmaler“ am Deutschen Theater für den mit Bernauer und Meinhard projektierten AbschlussEine Inszenierung von Wedekinds Posse „Der Schnellmaler“ an einer der drei Bühnen (Berliner Theater, Theater in der Königgrätzer Straße, Komödienhaus) unter der Direktion von Carl Meinhard und Rudolf Bernauer [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 280f.] kam nicht zustande. entstehen könnte, e/E/inmal habe ich der Wahrheit gemäss Bernauer mitgeteilt, dass ich ihm ein neues Werk von Ihnen nicht überlassen könne, weil Altmann eine Option auf den „Till Eulenspiegel u. den Schnellmaler habe, und wir waren infolgedessen zu dem bekannten Ausweg gelangt, Bernauer Ihr nächstes neuestes Werk zu versprechen. Wenn jetzt also das Deutsche Theater den „Schnellmaler“ erwerben würde, so muss dies begreiflicherweise Bernauer vor den Kopf stossen, und dies um|umsomehrSchreibversehen (Silbendopplung nach Seitenwechsel), statt: umsomehr., als es sich gerade um dasjenige Theater handelt, gegen dessen Praktiken, wie Sie aus dem Brief Meinhardsein Brief von Carl Meinhard an Ludwig Friedmann, den dieser Wedekind hat zukommen lassen, wie aus einem Brief Wedekinds hervorgeht [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 6.8.1916]. ja werden ersehen habenm/,/ Bernauer und Meinhard Front machen, wobei es uns natürlich nichts angeht, auf welchen Grund dies[e] wohl gegenseitige Antipathie zurückzuführen ist.

Ich nahm dankend zur Kenntnis, dass Müller ein Exempl[ar] des „Till Eulenspiegel“ sofort zum Druck gegeben hat, und dass wir in etwa 4 Wochen mit gedruckten Exemplaren des Werk[es] rechnen können. Da ich das uns übersandte Exemplar nicht ge[rn] aus der Hand geben wollte, habe ich so schnell als möglich Maschinenabschriften herstellen lassen und von diesen eine am 25. d.Mts. an Dr. Altmann gesandt, gleichzeitig die übrigen Exemplare an einige andere Theater. Ich hoffe, dass wir also sobald nach der Uraufführung des „Schnellmaler“ Exemplare des Werkes erhalten werden, möchte mich aber wegen des mit den Kammerspielen abzuschliessenden Vertrages bereits jetzt mit Direktor BingBenno Bing übernahm gemeinsam mit Hermann Sinsheimer die Direktion der Münchner Kammerspiele [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 504], in Nachfolge von Erich Ziegel, der mit der Uraufführung von Wedekinds Jugendstück „Der Schnellmaler“ am 29.7.1916 „seine Abschiedsvorstellung von den Kammerspielen“ [KSA 2, S. 618] gab. in Verbindung setzen, weil es mir, geschäft[lich] gesprochen, offen gestanden, bedenklich erscheint erst nach de[r] Aufführung mit den Kammerspielen über die Höhe der Prozente zu verhandeln.

Was die VertragsangelegenheitDer Drei Masken Verlag übernahm am 1.10.1916 vom Georg Müller Verlag die Bühnenvertriebsrechte für Wedekinds Werke [vgl. Wedekind an Georg Müller, 23.6.1916]; der Georg Müller Verlag hatte noch ungeklärte Unstimmigkeiten mit Wedekinds früheren Verlagen, dem Albert Langen Verlag und dem Bruno Cassirer Verlag. anbetrifft, so kann es uns wohl gleichgültig sein, ob Georg Müller Regressansprüche an Cassirer oder LangerSchreibversehen, statt: Langen. stellen wird. |

Ich werde mir erlauben Ihnen in nächster Zeit einen Vertragsentwurf für den Bühnenvertrieb Ihres Werks zu übersenden, der vom 1. Oktober d.J. an gelten soll.

Mit besten Empfehlungen und ausgezeichneter Hochachtung
Ihr sehr ergebener

Einzelstellenkommentare

Berlin, 2. August 1916 (Mittwoch)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 6.8.1916 aus München:]


Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang Ihrer geehrten Zeilen vom 2 [...] August. Auf Ihr Telegramm hin [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 4. August 1916 (Freitag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 6.8.1916 aus München:]


Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang Ihrer geehrten Zeilen vom [...] 4. August.

Einzelstellenkommentare

München, 6. August 1916 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 6. August 1916.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang Ihrer geehrten Zeilen vom 2 und 4. Augustnicht überliefert; erschlossene Korrespondenzstücke: Ludwig Friedmann an Wedekind, 2.8.1916 (es handelte sich hier um das im nächsten Satz erwähnte Telegramm, in dem Wedekind um Übersendung von Exemplaren seines Stücks „Der Schnellmaler“ an Maximilian Sladek gebeten wurde) und 4.8.1916 (vermutlich ein Brief).. Auf Ihr Telegramm hin schickte ich sofort 3 Exemplarewohl mit Begleitschreiben, das nicht überliefert ist; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Maximilian Sladek, 2.8.1916. von Schnellmaler an Herrn Sladek mit einem ausführlichen Briefvgl. Wedekind an Maximilian Sladek, 3.8.1916. in dem ich auch darauf hinwies, daß diese drei Exemplare buchhändlerisch einen sehr hohen Wert representierenSchreibversehen, statt: repräsentieren., erhielt aber bis heute noch keine Antwort. Sollte die Premiere am 15 AugustDie Premiere von „Der Schnellmaler“ (1889) an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin unter der Regie von Berthold Held fand erst am 2.9.1916 statt (insgesamt gab es fünf Vorstellungen) [vgl. KSA 2, S. 619]. Ansprechpartner zur Vorbereitung dieser Inszenierung in Berlin war Maximilian Sladek, seinerzeit in der Sommerspielzeit stellvertretender Direktor am Deutschen Theater [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 290]. stattfinden, | so würde ich gerne nach Berlin kommen um mit Ihnen die Pläne MeinhardtsEine Inszenierung von „Der Schnellmaler“ an einer der drei Bühnen (Berliner Theater, Theater in der Königgrätzer Straße, Komödienhaus) unter der Direktion von Carl Meinhard und Rudolf Bernauer [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 280f.] kam nicht zustande. zu besprechen. Der mir von Ihnen übersandte Brief des Herrn M.Den Brief Carl Meinhards an Ludwig Friedmann hatte dieser an Wedekind geschickt, möglicherweise als Beilage zu seinem Brief vom 27.7.1916, in dem er auf Carl Meinhards Brief verwies [vgl. Ludwig Friedmann an Wedekind, 27.7.1916]. läßt mir allerdings ein künstlerisches Zusammenarbeiten mit ihm äußerst schwierig erscheinen. Anderseits erbot sich Herr Erich Reiß hier in München zu Unt VermittlungenDer Berliner Verleger Erich Reiß (Wichmannstraße 10) [vgl. Berliner Adreßbuch 1917, Teil I, S. 2346], dem Deutschen Theater ganz praktisch verbunden (in seinem Verlag erschienen die „Blätter des Deutschen Theaters“), hatte sich einige Tage in München aufgehalten, wo Wedekind ihn dem Tagebuch zufolge am 18.7.1916 („C.L. mit Erich Reiß“), 23.7.1914 („Erich Reiß kommt zum Thee“), 24.7.1916 („HTR mit Erich Reiß“) und 28.7.1916 („Abend mit Friedenthal und Reiß in der Odeon Bar“) traf. mit dem Deutschen Theater, nach deren Zustandekommen das Deutsche Theater unvergleichlich mehr als bis heute für meine Stücke tun müßte, indem es m/s/ich zu einer | laufenden Garantiehaftung verpflichen/t/en würde. Bei meiner Anwesenheit in BerlinWedekind fuhr am 24.9.1916 von Leipzig aus nach Berlin und reiste am 4.10.1916 zurück nach München. In Berlin hatte er am 25.9.1916 eine „Besprechung mit Drei Masken“ [Tb] und traf namentlich Ludwig Friedmann am 2.10.1916: „Unterredung mit Friedmann wegen Meinhard Bernauer. [...] Abends Unterredung mit Meinhard und Friedmann im Berliner Theater“[Tb]. könnten wir die beiden Angebote gegeneinander abwägen.

Von Till Eulenspiegel habe ich vorgestern die letzte KorrekturIm Tagebuch vom 4.8.1916 ist der Abschluss der Korrektur zur Buchausgabe von „Till Eulenspiegel“ nicht vermerkt. erledigt so daß es kaum mehr lohnen wird extra Abschriften herstellen zu lassen. Ebenso ist der Satz des/r/ neuen AusgabeNach der Erstausgabe von 1889 erschien Wedekinds Jugendstück „Der Schnellmaler oder Kunst und Mammon“ überarbeitet und stark gekürzt in 2. Auflage 1916 im Georg Müller Verlag in München [vgl. KSA 2, S. 552]. von Schnellmaler fertig. Nur habe ich bei diesem die KorrekturenWedekind hielt dann am 24.8.1916 fest, er habe „Schnellmaler korrigiert“ [Tb]. bis jetzt noch nicht besorgt, da ich die ErfahrungenDie Uraufführung seines Jugendstücks „Der Schnellmaler“ an den Münchner Kammerspielen (Direktion: Erich Ziegel, der auch die Regie führte und die Titelrolle des Malers Fridolin Wald spielte) am 29.7.1916 hat Wedekind besucht: „Abend Uraufführung Schnellmaler in den Kammerspielen. Erich Ziegel als Fridolin“ [Tb], außerdem die Vorstellung am 30.7.1916 gemeinsam mit seiner Tochter: „Mit Anna Pamela im Schnellmahler“ [Tb] und schließlich die Vorstellung am 25.8.1916: „Erich Ziegels Abschiedsvorstellung in den Kammerspielen“ [Tb]. Insgesamt gab es „10 Aufführungen“ und die „Reaktion des Publikums auf die Inszenierung bleibt zwiespältig“ [KSA 2, S. 619]. aus der hiesigen Aufführung dabei ver|werten möchte.

In vorzüglicher Hochschätzung
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 9. August 1916 (Mittwoch)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 6.8.1916 aus München:]


b. 9 VIII 16 F

Einzelstellenkommentare

München, 11. August 1916 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 11.8.16.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Erlauben Sie mir, Ihnen beiliegende OfferteDem Brief liegt nichts mehr bei. Um was für ein Angebot es sich gehandelt hat, ist nicht ermittelt. zur gefälligen Wahrnehmung zu übersenden.

In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind

Einzelstellenkommentare

Berlin, 12. August 1916 (Samstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den handschriftlichen Eintrag im Stempelaufdruck auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 11.8.1916 aus München:]


Eingeg. 12. AUG. 1916

Beantw. .... 12 VIII .... 1916 ..... durch ..... F

Erledigt ...................... 191 ....... durch .....

Einzelstellenkommentare

München, 26. Oktober 1916 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 26. Oktober 1916.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Inliegend empfangen Sie eingeschrieben den Vertragnicht überliefert; der Vertrag mit den Berliner Theaterdirektoren Carl Meinhard und Rudolf Bernauer liegt dem Brief nicht mehr bei. mit Meinhard Bernauer sowie das letzte Exemplar der BühnenausgabeDiese Bühnenbearbeitung von „Frühlings Erwachen“ ist nicht erhalten [vgl. KSA 2, S. 775]. Sie dürfte die Vorlage gewesen sein für die Bühnenbearbeitung, die 1918 mit einer „Vorbemerkung“ und dem Hinweis „Bühnen-Vertrieb Drei Masken Verlag G.m.b.H. in Berlin W. 30, Nollendorfstraße 13/14“ im Georg Müller Verlag erschien [vgl. KSA 2, S. 776]. von Frl. Erw. mit dem besprochenen VorwortEs dürfte sich um die „Vorbemerkung“ gehandelt haben, die dann in der 1918 im Georg Müller Verlag erschienenen Bühnenbearbeitung enthalten war, ein in vollem Wortlaut abgedruckter Artikel aus der Berliner Zeitung „Die Post“ vom 15.7.1912 über die Zensurvorgänge um die Inszenierung von „Frühlings Erwachen“ am Königsberger Stadttheater [vgl. KSA 2, S. 776].. Ich mag das Exemplar nicht an Müller schicken wegen der Unordnung und Unzuverlässigkeit der dortigen Verhältnisse, da das Buch den Wert eines nicht wieder zu ersetzenden Manuskriptes hat und ich Ihre Abmachungen mit Müller nicht kenne. |

Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang von M. 1000,‒Wedekind notierte den Betrag von 1000 Mark am 23.10.1916 im Kontobuch unter den Einnahmen: „Dreimaskenvorschuß“ [Mü, L 3512].. Für den AbschlußDie Inszenierung von „König Nicolo oder So ist das Leben“ in Dresden wurde nicht realisiert. Eine Aufführung des Stücks in Dresden kam zu Lebzeiten Wedekinds nicht zustande. über König Nicolo in Dresden besten Dank.

In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 28. Oktober 1916 (Samstag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 26.10.1916 aus München:]


b. 28.X 16 F

Einzelstellenkommentare

Zürich, 13. Juni 1917 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig, Drei Masken Verlag, (Verlag)

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 25.6.1917 aus Zürich:]


[...] wie ich Ihnen telegraphierte.

Einzelstellenkommentare

Zürich, 25. Juni 1917 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig, Drei Masken Verlag, (Verlag)

BELLEVUE AU LAC
ZURICH


Zürich 25 Juni 1917.


An den Dreimaskenverlag
Berlin.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Die Schweizerische Kreditanstalt übersendet mirHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Geldsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Schweizerische Kreditanstalt an Wedekind, 23.6.1917. Wedekind hat die Schweizerische Kreditanstalt in Zürich (Paradeplatz 8) [vgl. Adressbuch der Stadt Zürich für 1917, Teil I, S. 509] am 26.6.1917 – er notierte „Kreditanstalt“ [Tb] – aufgesucht, wohl um das dort vom Drei Masken Verlag für ihn eingegangene Geld abzuholen. Ihre Abrechnung für Monat Mai und bestätigt den Empfang des Betrages, wofür ich Ihnen bestens danke. Darf ich Sie ersuchen weitere Eingänge wieder an die | Dresdener Bank Filiale München zu senden und mir die Abrechnung hierherWedekind verbrachte fast die Hälfte des Jahres 1917 in der Schweiz. Er war bereits seit dem 10.5.1917 in Zürich und reiste erst am 7.10.1917 von dort wieder zurück nach München [vgl. Tb]. zu senden an die Adresse Herrn Frank Wedekind Zürich Schönbühlstraße 14 wo ich für drei Monate gemietet habe. Reinhardt erklärte sich hier bereitWedekinds notierte am 13.6.1917 in Zürich vormittags eine Lesung von „Herakles“ (1917) exklusiv für Max Reinhardt, Felix Hollaender und Erich Reiß (der Direktor und der Dramaturg des Deutschen Theaters in Berlin sowie der Verleger der „Blätter des Deutschen Theaters“): „Lese Reinhardt Holländer und Reiß Herakles vor.“ [Tb] Nach dieser Lesung dürfte Max Reinhardt ihm erklärt haben, er werde das Stück auf die Bühne bringen. über Herakles zu den günstigsten Bedingungen abzuschließen, wie ich Ihnen telegraphierteHinweis auf ein nicht überliefertes Telegramm; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ludwig Friedmann, 13.6.1917. Wedekind dürfte dem für den Bühnenvertrieb seiner Dramen zuständigen Drei Masken Verlag unmittelbar nach der Erklärung Max Reinhardts (unter dem Eindruck der Lesung des Dramas durch den Autor am Vormittag des 13.6.1917), „Herakles“ auf die Bühne zu bringen (siehe oben), telegrafiert haben.. Darf ich Sie ersuchen, mich über den Abschluß zu verständigen, da ich auch von Meinhard BernauerDie Berliner Theaterdirektoren Carl Meinhard und Rudolf Bernauer hatten Interesse an einer Inszenierung des „Herakles“ [vgl. Wedekind an Carl Meinhard, 19.4.1917] und „bemühten sich [...] um die Uraufführung des ‚Herakles‘-Dramas im Theater in der Königgrätzer Straße in Berlin. Wedekind fühlte sich ihnen gegenüber dankbar verpflichtet, erstrebte aber die Uraufführung an einem der großen und für das klassische Drama zuständigen Theater, wennmöglich am Deutschen Theater und unter der Regie von Max Reinhardt.“ [KSA 8, S. 924] Eine „Herakles“-Inszenierung kam ebenso wenig bei ihnen zustande, wie an Max Reinhardts Deutschem Theater. Die Uraufführung des Versdramas fand erst posthum am 1.9.1919 im Prinzregententheater in München statt. | wieder dringende Aufforderung erhalte, ihnen Herakles zu überlassen. Wegen Schnellmaler am Frankfurter Neuen Theater ersuche ich Sie den Vertrag Ihrem Ermessen entsprechend lösen zu wollen.

In vorzüglicher Hochschätzung
Ihr
Frank Wedekind.


Bis 1. Juli wohne ich im Hotel Bellevue nachher Schönbühlstraße 14

Einzelstellenkommentare

Berlin, 28. Juni 1917 (Donnerstag)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den handschriftlichen Eintrag im Stempelaufdruck auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 25.6.1917 aus Zürich:]


Eingeg. 28. JUN. 1917

Beantw. ..... 28 VI ..... 1917 ..... durch ..... FNamenskürzel für den Nachnamen von Ludwig Friedmann.

Erledigt ..................... 191 ....... durch .....

Einzelstellenkommentare

Zürich, 28. August 1917 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

Zürich Schönbühlstraße 14 III


28. August 1916Schreibversehen, statt: 1917..


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang der AbrechnungHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Drei Masken Verlag an Wedekind, 24.8.1917. für Monat Juli. Der Empfang des Betrages wird mir eben durch die Bank bestätigtHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Schweizerische Kreditanstalt an Wedekind, 27.8.1917. Die Geldüberweisungen des Drei Masken Verlags an Wedekind in der Schweiz erfolgten über die Schweizerische Kreditanstalt [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, Drei Masken Verlag, 25.6.1917].. Hoffentlich haben Sie derweil die ExemplareWedekind hatte das Typoskript von „Herakles“ an den Bühnenverlag geschickt [vgl. Wedekind an Drei Masken Verlag, 24.3.1917], außerdem an seinen Verleger [vgl. Wedekind an Georg Müller, 24.3.1917], der Exemplare des gedruckten Buchs an den Drei Masken Verlag abgesandt hat, wie er Wedekind anzeigte (siehe unten). „Herakles. Dramatisches Gedicht in drei Akten“ [vgl. KSA 8, S. 880] war zwar im Sommer 1917 bereits als Buch hergestellt und sein Erscheinen im Georg Müller Verlag in München auch schon angekündigt [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 84, Nr. 128, 5.6.1917, S. 3805], die Auslieferung aber verzögerte sich ‒ die Buchausgabe war erst gegen Ende 1917 als erschienen gemeldet [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 84, Nr. 262, 9.11.1917, S. 7277]. von Herakles erhalten, deren Absendung an Sie mir Georg | Müller anzeigtHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Georg Müller an Wedekind, 27.8.1917.. Ich würde vorschlagen Herakles vor allem den Deutschen Hoftheatern und dem BurgtheaterDas Burgtheater in Wien war ebenfalls ein Hoftheater ‒ das k.k. Hofburgtheater (Direktion: Max von Millenkovich) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 597]. in Wien anzubieten. Sehr willkommen wäre mir eine Annahme durch das Münchner Hoftheater das in Steinrück den besten DarstellerWedekind wünschte sich Albert Steinrück, Hofschauspieler am Münchner Hoftheater (Intendant: Clemens von Franckenstein) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 516] und mit ihm befreundet, als Hauptdarsteller in seinem Versdrama „Herakles“ (1917). besitzt.

Mit Ihrem Verhalten gegenüber dem Wiener VolkstheaterZusammenhang nicht ermittelt; gemeint ist das Deutsche Volkstheater (Direktion: Carl Wallner) in Wien [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 606]. erkläre ich mich einverstanden. | Über die Liebestrankangelegenheit in Rostock habe ich keine Nachricht. Voraussichtlich hat mir Direktor Ockert ein GastspielEin Gastspiel am Stadttheater Rostock ‒ seit Ende 1915 unter der Direktion von Otto Ockert [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 556] ‒ kam nicht zustande. angeboten und mich der Brief nicht erreicht da mir von München keine Post nachgeschickt wird. Bei den herrschenden Verkehrsverhältnissen würde ich aber ein derartiges Gastspiel in Rostock nicht für leicht ausführbar oder lohnend halten. |

In vorzüglicher Hochschätzung
mit verbindlichem Dank
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 19. September 1917 (Mittwoch)
von Friedmann, Ludwig und Drei Masken Verlag, (Verlag)
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 28.8.1917 aus Zürich:]


b. 19 IX 17

Einzelstellenkommentare

Berlin, 8. Dezember 1917 (Samstag)
von Drei Masken Verlag, (Verlag) und Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch die Bleistiftnotiz auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 17.1.1918 aus München:]


Nov. Abr. am 8.XII gesandtLudwig Friedmann, der sich auf Wedekinds Brief an ihn vom 17.1.1918 die vorliegenden Notizen für die Antwort machte, hält fest, dass eine Abrechnung der Tantiemen für November/Dezember am 8.12.1917 an Wedekind gesandt worden sei und Wedekinds Bank, die Filiale der Dresdner Bank in München, den Eingang des Geldes am 10.12.1917 bestätigt habe. Dies dürfte er Wedekind mitgeteilt haben [vgl. Ludwig Friedmann an Wedekind, 23.1.1918].
hier Dez.
Geld an Dresdener Bank
München 3345,36.

Bank hat 10.XII bestätigt.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 17. Dezember 1917 (Montag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 23.12.1917 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundlichen Mitteilungen vom 17. dies.

Einzelstellenkommentare

München, 23. Dezember 1917 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 23. Dezember 1917.


Prinzregentenstraße 50 III.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundlichen Mitteilungen vom 17.nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind: 17.12.1917. Ludwig Friedmann informierte Wedekind offenbar über Aufführungsmöglichkeiten von „Überfürchtenichts“ (und fragte vermutlich nach einem Exemplar des Bändchens), äußerte sich über „Musik“ sowie über „Marquis von Keith“ und über den Wiener Theaterdirektor Alfred Bernau (siehe unten). dies. Von „Überfürchtenichts[“] habe ich selber nur fünf ExemplareDie Buchausgabe „Überfürchtenichts“ (1917), vier Wochen zuvor im Georg Müller Verlag in München noch angekündigt [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 84, Nr. 273, 23.11.1917, S. 7623], war dem vorliegenden Brief zufolge nun erschienen – als Sonderdruck in 500 Exemplaren [vgl. KSA 8, S. 943]. bekommen. Mit gleicher Post übersende ich IhnenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Buchsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Ludwig Friedmann, 23.12.1917. eines davon. Nach Lektüre des Buches werden Sie selber den Eindruck haben daß von der Aufführung im allgemeinen nicht viel zu erwarten ist. Ich selber hatte eine einmalige AufführungSie fand wegen Tilly Wedekinds Selbstmordversuch (siehe unten) nicht statt. ‒ „Überfürchtenichts“ wurde erst posthum am 14.8.1919 im Phantastischen Theater in Berlin uraufgeführt. in der Bonbonniere in München schon vorbereitetIm Tagebuch vom 19.3.1917 heißt es erstmals: „Überfürchtenichts memoriert.“ Wedekind notierte dann wieder am 6.4.1917: „Überfürchtenichts geübt“ [Tb], am 18.4.1917: „Mit Tilly Überfürchtenichts geübt“[Tb] und ein letztes Mal am 22.4.1917: „Überfürchtenichts geübt“ [Tb].. Die Polizei hatte auch die Erlaubnis | erteilt. Durch die plötzliche ErkrankungTilly Wedekind hatte am 30.11.1917 einen Selbstmordversuch unternommen und befand sich nun in der Klinik. meiner Frau wurde die Ausführung leider vereitelt. Dagegen wäre es mir nicht gerade willkommen wenn irgend ein anderes Theater aus reinem Sensationsbedürfnis ohne Verständnis für die Wirkungsmöglichkeit der Verse eine Aufführung veranstalten wollte, deren ganzes Ergebnis schließlich nur ein Theaterskandal und endgültiges Verbot sein könnte.

Ihre Mittheilungennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 17.12.1917. über „Musik“ und „Marquis von Keith“ habe ich mit großem Interesse gelesen. Von Reinhardt verlautet wohl gar nichtsMax Reinhardt hatte Wedekind am 13.6.1917 in Zürich nach einer privaten Autorlesung des „Herakles“ das Angebot gemacht, das Stück aufzuführen [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 25.6.1917], was in der Presse auch angekündigt war: „Wedekinds neues Schauspiel ‚Herakles‘ ist von Max Reinhardt für das Deutsche Theater zur Aufführung erworben worden. Das Werk wird als eine der ersten Einstudierungen der kommenden Spielzeit [...] in Szene gehen.“ [Berliner Tageblatt, Jg. 46, Nr. 348, 11.7.1917, Morgen-Ausgabe, S. (2)] Zuletzt hatte das „Aargauer Tagblatt“ am 4.12.1917 erwähnt, dass das Stück „diesen Winter noch in der Inszenierung von Prof. Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin seine Uraufführung erleben soll.“ [KSA 8, S. 929] ‒ „Herakles“ wurde erst posthum am 1.9.1919 im Prinzregententheater in München uraufgeführt. über „Herakles“? Interessiert | sich gar keine andere Bühne für das Stück? Das wäre doch eigentümlich, nachdem in Berlin sowohl Meinhardt & Bernauer wie Reinhardt dafür zu haben warenCarl Meinhard und Rudolf Bernauer hatten sich daran interessiert gezeigt, „Herakles“ für die Uraufführung am Theater in der Königgrätzer Straße in Berlin zu bekommen [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 25.6.1917]..

Mit Ihrer Haltung gegenüber BernauAlfred Bernau war Intendant und Oberspielleiter der Wiener Kammerspiele [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 616]; es ging wohl um einen „Gastspielantrag“ [Wedekind an Ludwig Friedmann, 17.1.1918]. erkläre ich mich einverstanden. Aber reagiert das BurgtheaterWedekind hatte vorgeschlagen, „Herakles“ dem Wiener Burgtheater anzubieten [vgl. Wedekind an Ludwig Friedmann, 28.8.1917]. nicht auf Herakles?

Mit besten Grüßen Ihr
hochachtungsvoll ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 23. Dezember 1917 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 23.12.1917 aus München:]


Von „Überfürchtenichts[“] habe ich selber nur fünf Exemplare bekommen. Mit gleicher Post übersende ich Ihnen eines davon.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 29. Dezember 1917 (Samstag)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 23.12.1917 aus München:]


b. 28 XII 17 F

29.XII.


[2. Hinweis in Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 17.1.1918 aus München:]


[...] Ihnen für [...] ausführliche Mitteilung danke [...]

Einzelstellenkommentare

München, 17. Januar 1918 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig

München 17. Januar 1918.


Sehr geehrter Herr Friedmann!

Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang von M. 3071,33 durch die Filiale der Dresdener Bank. undSchreibversehen (da richtig Großschreibung nach Punkt), statt: Und. der Abrechnung für Monat DezemberHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben (die Dezember-Abrechnung); erschlossenes Korrespondenzstück: Drei Masken Verlag an Wedekind, 8.1.1918.. Ich habe aber k/g/ar keine AbrechnungDer von Ludwig Friedmann unten auf dem Brief geschriebenen Notiz zufolge ist die November-Abrechnung an Wedekind versandt [vgl. Drei Masken Verlag an Wedekind, 8.12.1917] und das Geld für Dezember an die Dresdner Bank Filiale München überwiesen worden, welche den Eingang am 10.12.1917 bestätigt habe. für Monat November erhalten. Die Dezember-Abrechnung enthält nur zwei Posten vom Monat Oktober. Sollte im Oktober wirklich nicht mehr gespielt worden sein?

Mit der VerschiebungDie Uraufführung von „Herakles“ war noch für die laufende Spielzeit am Deutschen Theater in Berlin geplant, kam aber nicht zustande. ‒ „Herakles“ wurde erst posthum am 1.9.1919 im Prinzregententheater in München uraufgeführt. von „Herakles“ erkläre ich mich, indem ich Ihren Gründen | beipflichte und Ihnen für deren ausführliche Mitteilungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Ludwig Friedmann an Wedekind, 29.12.1917. danke einverstanden.

Von Bernau in WienAlfred Bernau war Intendant und Oberspielleiter der Wiener Kammerspiele [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1918, S. 616]. Ludwig Friedmann war vermutlich darüber informiert, dass ein Wechsel zu einer anderen Bühne in Aussicht stand: Alfred Bernau wurde am 4.3.1918 vom Ausschuss des Vereins des Deutschen Volkstheaters in Wien zum Direktor dieser Bühne gewählt und sollte den Posten am 1.7.1918 übernehmen (diversen Pressemeldungen zufolge). habe ich keinerlei Gastspielantrag erhalten, glaube auch nicht daß ich mich unter den bestehenden VerkehrsverhältnissenDas Reisen war durch die Kriegsbedingungen erschwert. leicht zu einem Gastspiel in Wien entschließen könnte. Ihre Gründe, Bernau keine Stücke von mir zu überlassen muß ich anerkennen.

In vorzüglicher Hochschätzung
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 23. Januar 1918 (Mittwoch)
von Friedmann, Ludwig
an Wedekind, Frank

[Hinweis durch den Bleistiftvermerk auf Wedekinds Brief an Ludwig Friedmann vom 17.1.1918 aus München:]


b. 18/23/I 18 F

Einzelstellenkommentare

München, 16. Februar 1918 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Friedmann, Ludwig, Drei Masken Verlag, (Verlag)

München, 16. Februar 1918.

Prinzregentenstraße 50.


„Da ich die Absicht habe, für einige Zeit nach Berlin zu kommen, erlauben SieWedekind spricht hier seinen vertrauten Korrespondenzpartner Ludwig Friedmann an, den Geschäftsführer des Drei Masken Verlags in Berlin. mir folgende Frage: Könnte der DMV mir vielleicht die ErnährungsmöglichkeitenLebensmittel waren kriegsbedingt knapp und teuer. Angesichts der Versorgungsengpässe dürfte Wedekind auf Presseberichte anspielen, die Firma Hauser & Sobotka (Getreidegeschäft und Malzfabrik) ‒ deren Mitinhaber war der in München wohnhafte österreichische Großindustrielle für Nahrungsmittel Felix Sobotka (siehe unten) ‒ sei in unlautere Geschäfte verwickelt. Ein Wiener Geflügelhändler habe „große Mengen Gänsefett an die Fabrik Hauser & Sobotka“ [Preistreiber und Kettenhändler. In: Neue Freie Presse, Nr. 19207, 13.2.1918, Morgenblatt, S. 10] zu übermäßig hohen Preisen verkauft [vgl. Verhaftung eines Preistreibers. In: Fremden-Blatt, Jg. 72, Nr. 41, 13.2.1918, Morgen-Ausgabe, S. 7]. in Berlin etwas erleichtern? Mit anderen Worten, wissen Sie Quellen, aus denen man im Notfalle Wurst, Butter und andere schöne Dinge beziehen könnte? Oder wäre Herr Major SobotkaFelix Sobotka, Fabrikant und Mitinhaber der Firma Hauser & Sobotka in München (Briennerstraße 40) [vgl. Adreßbuch für München 1918, Teil I, S. 714], war Mitbegründer, Geldgeber und Aufsichtsratsmitglied des Drei Masken Verlags: „Drei Masken-Verlag G.m.b.H. München [...]. Der Aufsichtsrat besteht jetzt aus den Herren: Felix Sobotka, Großindustrieller, i/Fa. Hauser & Sobotka in München, (Vorsitzender des Aufsichtsrates)“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 65, Nr. 198, 19.4.1912, Vorabendblatt, S. 8]; ob er den von Wedekind hier dreimal genannten militärischen Dienstgrad eines Majors tatsächlich trug, ist unklar. vielleicht in der glücklichen Lage, dem Autor seines Verlags nach dieser Richtung etwas über die schwierigsten Schwierigkeiten des Berliner Lebens hinwegzuhelfen. Schließlich liegt es ja doch bis zu einem gewissen Grad im Interesse eines Verlags, seine Autoren am Leben zu erhalten. Vielleicht, geehrter Herr Direktor, hätten Sie die Freundlichkeit, diese Zeilen nebst meinen besten Grüßen an Herrn Major Sobotka zu übermitteln, wenn die Aussicht bestünde, daß der Herr Major mir etwas vitale Unterstützung angedeihen lassen könnte. Auf jeden Fall empfangen Sie für alles, was Sie in dieser Richtung für mich in Berlin tun könnten, im voraus herzlichsten Dank.

Mit besten Grüßen
Ihr ergebener Frank Wedekind.“

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