Briefwechsel

Baumgartner, Adolf und Wedekind, Frank

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München, 15. Juni 1886 (Dienstag)
von Baumgartner, Adolf
an Wedekind, Frank

Adolf Baumgartner,
stud. iur.
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IchAdolf Baumgartner, Lehrersohn aus Freiburg im Breisgau, studierte im Sommersemester 1886 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Rechtswissenschaften [vgl. Amtliches Verzeichnis des Personals der Lehrer, Beamten und Studierenden an der königlich bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Sommer-Semester 1886, S. 38]. Die Freundschaft zu seinem Kommilitonen Wedekind dürfte in dieser Zeit entstanden sein, das heißt zwischen dem 27.4.1886, dem Vorlesungsbeginn im Sommersemester 1886 [vgl. Verzeichnis der Vorlesungen an der königlichen Ludwig-Maximilians-Universität zu München im Sommer-Semester 1886, S. (2)], und dem Vorlesungsende am 1.8.1886 [vgl. Frank Wedekind an Friedrich Wilhelm Wedekind, 27.7.1886], spätestens aber dem 14.8.1886, dem geplanten Abreisetag Wedekinds von München [vgl. Frank Wedekind an Friedrich Wilhelm Wedekind, 11.8.1886]. Im Wintersemester 1886/87 setzte Adolf Baumgartner sein Studium an der Heimatuniversität fort – am 1.12.1886 wurde er dort immatrikuliert [vgl. (Universitätsarchiv Freiburg, A 66/7) Matrikel der Universität Freiburg im Breisgau, Band 7: 1877-1888, S. 393, Nr. 268] und legte 1892 erfolgreich das zweite Staatsexamen ab [vgl. Karlsruher Zeitung, Jg. (109), Nr. 173, 25.6.1892, S. (3)], trat als Referendar in den Staatsdienst ein und starb 80-jährig als Landgerichtsdirektor a.D. fühle mich recht krank u. wäre Dir dankbar, wenn Du mich heute einmal besuchenAdolf Baumgartner wohnte im Universitätsviertel in der Schellingstraße 11 (2. Stock), Wedekind in der Schellingstraße 27 (3. Stock) [vgl. Amtliches Verzeichnis des Personals der Lehrer, Beamten und Studierenden an der königlich bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Sommer-Semester 1886, S. 38 u. 92]. wolltest

Einzelstellenkommentare

München, 28. Juni 1886 (Montag)
von Baumgartner, Adolf
an Wedekind, Frank

Adolf Baumgartner,
stud. iur.
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Mein Lieber!

Für den Fall, daß Du die liebenswürdige Absicht haben solltest, mich heute zu besuchen, teile ich Dir mit, daß ich um 12 Uhr wieder in FreiheitAdolf Baumgartner dürfte einige Zeit im Krankenhaus verbracht haben, aus dem er jetzt entlassen werden sollte. gesetzt wurde. Wenn es mich nicht zu sehr ermüdetAdolf Baumgartner wohnte in der Schellingstraße 11, Wedekind nur wenige Häuser weiter, in der Schellingstraße 27. Die Sorge, auf diesem kurzen Weg zu ermüden, spricht für eine Schwächung des Körpers [vgl. auch Adolf Baumgartner an Frank Wedekind. München, 28.6.1886]., werde ich Dich im Laufe des Nachmittags besuchen

Mit freundlichstem Gruß –


Grüße Herrn Welti, wenn Du ihn siehst. AB.

Einzelstellenkommentare

München, 1. August 1886 (Sonntag)
von Baumgartner, Adolf
an Wedekind, Frank

Adolf Baumgartner,
stud. iur.
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Freiburg i/B,
Bernhardstr. 13Heimatadresse von dem aus Freiburg im Breisgau stammenden Lehrersohn Adolf Baumgartner, wie der Adresseintrag des Vaters belegt: „Baumgartner, Leopold, Reallehrer, Bernhardstr. 13“ [Adressbuch der Stadt Freiburg im Breisgau 1888, S. 148]. Die Visitenkarte dürfte der befreundete Kommilitone beim eigenen Abschied – frühestens zum Sommersemesterende am 1.8.1886, spätestens aber zu Wedekinds Abreise am 14.8.1886 nach Lenzburg – überreicht haben; Baumgartner setzte sein Jurastudium an der Heimatuniversität fort, wo er am 1.12.1886 immatrikuliert wurde [vgl. (Universitätsarchiv Freiburg, A 66/7) Matrikel der Universität Freiburg im Breisgau, Band 7: 1877-1888, S. 393, Nr. 268]..

Einzelstellenkommentare