Geliebteste Tilly! Ich telegraphiertevgl. Frank Wedekind an Tilly Wedekind, 29.6.1914 (Telegramm). nur
deshalb gestern schon weil es unsicher
ist, sich die Post von hier aus nachschicken zu lassen. Voraussichtlich fahre
ich morgen, MittwochWedekind reiste dem Tagebuch zufolge am 1.7.1914 (Mittwoch) aus Florenz ab („fahre [...] bis Mailand [...] Abfahrt nach Paris Schlaflose Nacht“) und traf am 2.7.1914 (Donnerstag) in Paris ein („Ankunft in Paris“). Mittag und bin dann Donnerstag Nachmittag in Paris. Hier
ist es zehn Mal langweiliger als in München, etwas zu arbeiten ist unmöglich. Ich
muß Dir Postkarten schreiben, weil es weder im Hotel noch auf der Hauptpost
Schreibzeug giebt. Deshalb kann ich auch das Geschäftliche, Mietzins e.ct. kaum erledigen. Herzlichen Dank | für Dein Telegrammvgl. Tilly Wedekind an Frank Wedekind, 29.6.1914 (Telegramm). Küsse
die Kinder von mir. In Paris hoffe ich etwas arbeiten zu können.
Mit innigstem Kuß in Liebe
Dein Frank
Dienstag früh 30.6.14
Übrigens erhielt ich außer den Nachsendungen bis jetzt nur einen
Kartenbriefeine Briefkarte [vgl. Tilly Wedekind an Frank Wedekind, 27.6.1914]. von Dir.
CARTOLINA POSTALE
ITALIANA
(CARTE POSTALE D’ITALIE)
Germania
Al Signora
Tilly Wedekind
Prinzregentenstrasse 50
München
Monaco