Postkarte
Carte postale. Cartolina postale
Herrn
Frank Wedekind
München.
Prinzregentenstr. 50 III.
Adresse des
Absenders. – Text.
Adresse de l’expéditeur. – Text.
Indirizzo del mittente. – Testo.
Mittwochder 3.7.1912..
Innigst Geliebter,
leider heute wieder Nebel u. Regen. Hoffentlich wird nicht
das Jugendfest auch noch verregnet. Mieze kommt also Sonntag Nachts, es wird
schon alles vorbereitet. Ich freu’ mich auch, sie noch zu | sehen. Sie hat mir
heute einige sehr herzige Sachen für Fanny Kadidja geschickt. Frau Henckell kam
gestern abends noch, um Anna Pamela ein reizendes Kleidchen zu probieren; wir
brachten sie dann bis an ihr Haus. Ännchen liest „Hidalla“. Mati hat mir einen
sehr lieben Brief geschriebenDer Brief von Emilie (Mati) Wedekind an ihre Schwägerin Tilly Wedekind ist nicht überliefert. u. bat mich, ihr ihr Buch von „Hidalla“ihr persönliches Exemplar der „Hidalla“-Buchausgabe. Eine Übersetzung des Stücks von Emilie (Mati) Wedekind, die seit ihrer Heirat am 7.7.1910 mit ihrem Mann Eugène Perré in Neuilly-sur-Seine bei Paris lebte, ist nicht überliefert. zu
senden. Sie will versuchen es zu übersetzen. Sie hält merkwürdiger Weise das
für das passendste um von Reinhardt nächstes
Jahr in Paris gespielt zu werden. Wie geht es Dir, Geliebter? Die Ruhe in der
Wohnung wird Dir ja angenehm sein. Nun lebwohl für heute. Innigste Küsse, Deine
Tilly.
[um 90 Grad gedreht am
linken Rand:]
Grüße und Küsse von Allen.