Deutsche Reichspost
Postkarte.
An
Herrn Franklin Wedekind.
cand. phil.Wedekind besuchte an der Universität Zürich wohl Literatur betreffende Vorlesungen, jedenfalls kaum juristische, denn er hatte „sein Jura-Studium vernachlässigt“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 116] und sich dem eigenen Schreiben gewidmet. Plattenstraße 34?Wedekind wohnte in der Plattenstraße 35.
in FlunternVorort von Zürich (heute eingemeindet).
Wohnung (Strasse und
Hausnummer) Zürichder Kanton Zürich.,
Schweiz. |
WARTBURG
Eisenach,
Ostseite.
Eingang.
Lieber Franklin!
Vom lieblichen JenaSamuel Schaffner studierte seit Beginn des Sommersemesters 1887 in Jena. Zuvor hatte der Theologiestudent in Basel [vgl. Samuel Schaffner an Wedekind, 27.6.1884] und ab Herbst 1885 in Zürich studiert, wo ihn sein ehemaliger Schulfreund Wedekind im November 1886 wiedertraf. aus mit drei
Freunden aus dem von Schiller
mit Recht übelbeleumdeten
Grauen BündtenAnspielung auf die Szene II/3 in Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ (1781), in der Spiegelberg vom „Spitzbubenklima“ redend, das Graubündner Land als „Athen der heutigen Gauner“ [Friedrich von Schillers sämmtliche Werke. Erster Band. Stuttgart, Tübingen 1812, S. 536] bezeichnet. auf
einer Thüringer Wallfahrt begriffen, entbiete ich Dir von der alterhrwürdigenSchreibversehen, statt: altehrwürdigen. Wartburg meinen Gruß. Wenn unsere Ansichten, nämlich nach Schluß des
Sommersemesters eine Zäsur
zu machen, nicht bloß
Bierlaunen ud Zirkelschlüsse waren, so sei so freundlich und schreibe mirWeitere Korrespondenz zwischen Samuel Schaffner und Frank Wedekind ist nicht überliefert. etwas über Deine
diesbezügl. Ansichten. Indem ich hoffe, daß Du mir jedenfalls bald schreiben werdest verbleibe in aller Treue Dein
S. Schaffner cand. theol.
Johannsstraße 3. Jena.