FRANK
WEDEKIND.
Lieber Herr Bischoff,
empfangen Sie meinen herzlichsten Dank für Ihre
Zusendungnicht überlieferte Sendung mit Begleitschreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Bischoff an Wedekind, 13.4.1901.. Ich erwarte nur noch die endgültige Zusagenicht ermittelt; der Maler Hans Christiansen, in der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt ansässig, zeichnete nach wie vor für die Münchner Zeitschrift „Jugend“ – dort könnte ein Publikationsprojekt mit Wedekind geplant gewesen sein, bei dem auch der Komponist Hermann Bischoff eine Rolle gespielt haben dürfte, der bereits ein Gedicht Wedekinds vertont hatte [vgl. Hermann Bischoff an Wedekind, 30.10.1899]. Die Zeitschrift „Jugend“ war ein gelegentlicher Publikationsort für Wedekind. So wurde sein Gedicht „Bajazzo“ unter dem Titel „Lied des Hanswurst aus dem Schauspiel ‚So ist das Leben‘“ 1902 in der „Jugend“ erstveröffentlicht [vgl. KSA 1/I, S. 1065]. von Christiansen, dann
werde ich mir, | vielleicht Ende dieser Woche das Vergnügen machen, Sie in Bernried
aufzusuchen. Fürchten Sie übrigens nicht daß ich Ihre werthe Zeit die Sie jetzt
für Ihre eigenen Angelegenheiten Arbeiten
sehr nötig haben für meine AngelegenheitenWedekind trat in München bei den soeben als Kabarett eröffneten Elf Scharfrichtern auf und war ansonsten darum bemüht, seine Stücke auf die Bühne zu bekommen. in Anspruch nehmen könnte.
Indem ich Sie bitte, mich Ihrer geehrten Frau
GemahlinHermann Bischoff war seit 1898 mit der Malerin Marie Himmighoffen verheiratet. bestens emp|fehlen zu wollen zeichnet mit ergebenstem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.