HERMANN BISCHOFF
MÜNCHEN, den 30 Okt 99
VON DER TANNSTR. 19/III.
Sehr geehrter Herr!
Ich sandte IhnenHinweis auf eine nicht überlieferte Sendung mit Begleitschreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Bischoff an Wedekind, 25.10.1899. vor einigen Tagen eine CompositionHermann Bischoff hat seine Vertonung von Wedekinds Gedicht „Das Goldstück“ [KSA 1/I, S. 378f.], zuerst am 23.1.1897 im „Simplicissimus“ veröffentlicht und dann leicht bearbeitet in die Sammlung „Die Jahreszeiten“ (1897) aufgenommen [vgl. KSA 1/II, S. 1144], noch im gleichen Jahr „für ‚mittlere Stimme und Clavier‘ [...] 1899 als op. 7 im Verlag Ferd. Heckel, Mannheim“ [KSA 1/III, S. 511] publiziert. Wedekind selbst komponierte in der ersten Jahreshälfte 1901 zu seinem Gedicht eine eigene Melodie [vgl. KSA 1/III, S. 87-89, 507-511]. von mir zu Ihrem „Goldstück“, damit Sie sehen, daß, wenn Sie auch gegenwärtig zur Strafe Ihrer Sünden hinter eisernen Gardinenim Gefängnis; Wedekind saß wegen Majestätsbeleidigung verurteilt auf der Festung Königstein. schmachten, Ihre Werke in der Welt doch weiter wirken. Mögen Sie an meiner Composition so viel VergnügenWedekind reagierte interessiert, aber auch etwas ratlos [vgl. Wedekind an Walther Oschwald, 31.10.1899; Wedekind an Beate Heine, 2.11.1899]. haben, wie ich an Ihrem Gedichte!
VerehrungsvollHermann Bischoff
Bestehend aus 1 Blatt, davon 1 Seite beschrieben
Der Empfangsort geht aus dem Briefinhalt in Verbindung mit dem Schreibdatum hervor.
München30. Oktober 1899 (Montag) Sicher
MünchenDatum unbekannt
Festung KönigsteinDatum unbekannt
Münchner Stadtbibliothek / Monacensia
Maria-Theresia-Straße 23 81675 München Deutschland +49 (0)89 419472 13
Wir danken der Münchner Stadtbibliothek / Monacensia für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe des Korrespondenzstücks.
Hermann Bischoff an Frank Wedekind, 30.10.1899. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (16.01.2026).
Ariane Martin