Herrn Erich ZiegelErich Ziegel in Charlottenburg (Pestalozzistraße 103) war seinerzeit als Schauspieler am Schillertheater O. (siehe unten) in Berlin tätig [vgl. Neuer Theater-Almanach 1906, S. 275]. Wedekind adressiert dorthin, nicht an Erich Ziegels Privatadresse.
Berlin
Schillertheater ODas Schillertheater O. (Wallnertheaterstraße 35) [vgl. Berliner Adreßbuch 1906, Theaterpläne, S. 36], früher: Wallnertheater, war dann ab dem 1.1.1907 mit dem Schillertheater N. (Chausseestraße 25/26), früher: Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater, zum Schillertheater zusammengelegt [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 292]. Wallnertheaterstraße.
Geehrter Herr, Sie haben im Gespräch über mein Gastspiel in BreslauFrank Wedekind war vom 20. bis 26.8.1906 auf Gastspielreise zu einem „Hidalla“-Gastspiel vom 23. bis 25.8.1906 am Sommertheater (Liebichs Etablissement) in Breslau (Direktion: Erich Ziegel) [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 336] ‒ ohne seine Frau Tilly Wedekind [vgl. Tb]. heute morgen auf der ProbeTilly Wedekind probte in Oscar Wildes Komödie „Ein idealer Gatte“ am Kleinen Theater (Direktion: Victor Barnowsky) in Berlin [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 297] die Rolle der Mabel Chiltern, schied dann aber aus (bei der Premiere am 16.5.1906 war sie nicht mehr dabei). Sie blieb am Tag darauf zu Hause, ihr Mann hat sie krank gemeldet [vgl. Wedekind an Victor Barnowsky, 10.5.1906]. Frank Wedekind notierte am 9.5.1906: „Tilly hat Probe von Ideale Gatte. [...] Wir essen zum ersten Mal zu Hause zu Mittag. Tilly ist stark erkältet. [...] Ich sitze Abends allein im Pschorrbräu. [...] Carte an Ziegel.“ [Tb] im kleinen Theater meiner Frau, die die
Absicht äußerte, mich zu begleiten, gesagt sie könne ruhig zu Hause bleiben.
Gestatten Sie mir diese Äußerung von Ihnen als eine grobe Flegelei zu
bezeichnen.
ergebenst
F.W.