München, 18.VII.1914.
Sehr geehrter Herr Doctor Friedenthal!
Wollen Sie mir erlauben, einliegendes MaterialDem Brief waren Wedekinds Werkkommentare ,,Was ich mir dabei dachte“ [vgl. KSA 5/II, S. 430-437; KSA 5/III, S. 842-851] beigelegt. Fritz Strich versah die Briefstelle mit der Erläuterung: „Kommentierende Anmerkungen Wedekinds zu seinen Werken, die Friedenthal im letzten Band der Gesammelten Werke unter dem Titel ‚Was ich mir dabei dachte‘ veröffentlichte. Sie waren für Gustav Werner Peters bestimmt, der an einem Buch über Wedekind arbeitete.“ [GB 2, S. 372, Anm. 273] in Ihre Hände
zu legen. Für jede einzelne Vorstellung habe ich den Beleg in meinen
Notizbüchern. Sollte Ihnen das Material verwendbarJoachim Friedenthal hat die neun Blätter der Handschrift von ,,Was ich mir dabei dachte“ (siehe oben) überarbeitet und zusammen mit heute verschollenen weiteren Blättern postum in dem von ihm herausgegebenen Nachlassband der „Gesammelten Werke“ Wedekinds veröffentlicht [vgl. Frank Wedekind: Gesammelte Werke. Band 9: Dramen. Entwürfe. Aufsätze aus dem Nachlaß. München 1921, S. 429-453]. erscheinen, so würde es mich
nur sehr freuen, wenn es sich vollständig verwenden ließe. Allerdings weiß ich
ja, daß sich darüber nichts vorausbestimmen läßt.
Mit schönsten Grüßen Ihr ergebener
Frank Wedekind.