Sehr verehrter Herr Kraus! Nachdem ich eben wieder mit
großem Vergnügen die „Fackel“ gelesenwohl das zuletzt herausgekommene Heft [vgl. Die Fackel, Jg. 18, Nr. 426-430, 15.6.1916]., übersende ich Ihnen mit gleicher PostWedekind notierte am 22.7.1916 mit Rotstift: „Überfürchtenichts an Karl Kraus geschickt“ [Tb]. Karl Kraus schrieb später über Wedekinds Sendung: „In einem der Kriegsjahre sandte er der Fackel das Manuskript seines Dialogs ‚Überfürchtenichts‘“ [Briefe Frank Wedekinds. In: Die Fackel, Jg. 21, Nr. 521-530, Januar 1920, S. 101]. Seiner Freundin Sidonie Nádherný hatte Karl Kraus am 26.7.1916 geschrieben: „Von Wedekind ein Manuskript erhalten, das ich nicht brauchen kann.“ [Pfäfflin 2005, S. 408]
eingeschrieben ein Manuscriptein Typoskript [vgl. KSA 8, S. 934] – Wedekinds Notiz vom 17.7.1916 zufolge: „Überfürchtenichts diktiert“ [Tb]; eins der „fünf Exemplare“ [Wedekind an Ludwig Friedmann, 23.7.1917]. „Überfürchtenichts“ mit der Anfrage ob es sich
vielleicht zum Abdruck in der „Fackel“ eignen würde. Darf ich noch dazu
bemerken: Da es eine Art Einakter ist, würde ich ein einzelnes Bruchstück
daraus nicht gerne abgesondert veröffentlicht sehen. | Ihrer geschätzten
Benachrichtigung entgegensehend
mit schönsten Grüßen
Ihr alter
Frank Wedekind.
Königreich Bayern
Postkarte
Herrn
Karl Kraus
Herausgeber der Fackel
Wien III 2
Hintere Zollamtsstrasse 3