München,
16.I.14.
Innigst geliebter Frank,
gestern u. heute habe ich keine Nachricht von Dir erhalten.
Ich hoffe, dassSchreibversehen, statt: das. bedeutet nichts Schlimmes! Aber Berlin nimmt halt sehr in
Anspruch. Ich bin ja auch froh, wenn Du mir nur
eine Karte schreibst. |
Heute war ich Vor- u. Nachmittag mit den Kindern spazieren. Die Mädchen hatten
Wäsche, auch mussten Vorhänge frisch aufgemacht twerden. Jetzt hab’ ich
gelerntdie Titelrolle von „Franziska“ nach der Ende 1913 fertiggestellten „Bühnenausgabe in gebundener Rede“ [KSA 7/II, S. 996].; Franziska kann ich jetzt. Die Kinder sind sehr lieb u. sehr vergnügt! Heute
Abend geh ich also zu Fr. Dr. Pariserzu Erna Pariser und ihrem Mann Dr. phil. Ludwig Pariser (Georgenstraße 30, Parterre und 1. Stock) [vgl. Adreßbuch für München 1914, Teil I, S. 494]. zum Abendessen u. hoffe, dass Du nichts dagegen hast. Lebwohl, für heute,
innigst, Deine Tilly
[um 90 Grad gedreht am
linken Rand:]
Grüße u. Küsse von den Kindern!