S. H. Herrn Frank Wedekind. München Prinzregentenst. 50. |
Lieber Frank!
PrüfungZum Schuljahresende fand eine obligatorische Prüfung über den Stoff des Schuljahres statt, mit der Friedrich Strindberg zugleich die Mittelschule abschloss (10. Schuljahr). Von ihrem Ergebnis hing ab, ob Friedrich Strindberg für den Dienst als Einjährig-Freiwilliger zugelassen würde [vgl. Friedrich Strindberg an Wedekind, 24.4.1915 und 30.5.1915]. eben mit Vorzug bestanden! Hoffentlich gewährt mir Deine GenesungWedekind hatte sich nach seiner ersten Blinddarmoperation (29.12.1914) am 15.4.1915 einer zweiten „Operation“ [Tb] unterziehen müssen. Er war am 9.6.1915 nach einem siebenwöchigen Krankenhausaufenthalt entlassen worden: „Aus der Heilanstalt Josephinum entlassen, fahre mit Tilly nach Haus. [Tb] ein baldiges Wiedersehen!
Herzl. Grüße! Dein F. Strindberg.
Jos. TschurtschenthalerDer Schuldirektor bestätigte durch seine Unterschrift und den Vermerk von Tagesdatum und Tageszeit („18. Abends.“) offenbar die Kontrolle der Korrespondenz seines Schülers.
18. Abends.
Bestehend aus 1 Blatt, davon 2 Seiten beschrieben
Der 18.6.1915 ist als Ankerdatum gesetzt. Der Poststempel ist nicht lesbar, Monat (Juni) und Jahr (1915) sowie der Schreibort Salzburg ergeben sich aus dem Kontext. Das Tagesdatum („18.“) wird vom Koautor auf der Postkarte genannt. Friedrich Strindberg erwähnt die Postkarte außerdem in seinem nächsten Brief [vgl. Friedrich Strindberg an Wedekind, 24.6.1915]. Demnach datierte Wedekind die Karte irrtümlich auf das Jahr 1914.
Salzburg18. Juni 1915 (Freitag) Sicher
SalzburgDatum unbekannt
MünchenDatum unbekannt
Münchner Stadtbibliothek / Monacensia
Maria-Theresia-Straße 23 81675 München Deutschland +49 (0)89 419472 13
Wir danken der Münchner Stadtbibliothek / Monacensia für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe des Korrespondenzstücks.
Friedrich Strindberg, Josef Tschurtschenthaler an Frank Wedekind, 18.6.1915. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (22.01.2026).
Tilman Fischer