Sehr geehrte
RedaktionDen chronologisch und gegenständlich betrachteten Publikationskontexten von Wedekinds in der Presse veröffentlichten Texten zufolge, zu denen auch seine offenen Briefe zählen, kommt als Adressat nur die Redaktion der „Münchner Neuesten Nachrichten“ in Frage, der Wedekind hier einen offenen Brief zum Abdruck anbietet.!
wollen Sie
mir gestatten, Ihnen beiliegende ZeilenDie Beilage ist nicht erhalten. Sie war die Druckvorlage für einen offenen Brief, den Wedekind am 8.2.1909 entworfen hat [vgl. Wedekind an Dresdner Goethebund, 8.2.1909] und der nur in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ veröffentlicht wurde (siehe unten) – „weitere Veröffentlichungen konnten [...] weder in den Münchner noch in den Dresdner Tageszeitungen nachgewiesen werden.“ [KSA 5/III, S. 38] zum eventuellen gefälligen AbdruckDie Redaktion hat den offenen Brief [vgl. KSA 5/II, S. 290] gleich am nächsten Tag (im Vorabendblatt einen Tag vordatiert) in der Rubrik „Literatur und Wissenschaft“ gedruckt [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 62, Nr. 69, 12.2.1909, Vorabendblatt, S. 3-4] – eingeleitet mit den Worten: „Frank Wedekind hat dem Vorstand des Goethe-Bundes in Dresden folgende Zeilen gesandt:“ Unmittelbar an den offenen Brief schließt sich die redaktionelle Nachbemerkung an: „Zufällig kündigt zu gleicher Zeit das Deutsche Theater in Berlin die Aufführung der nun von Wedekind umgearbeiteten Büchse der Pandora an, die bekanntlich seinerzeit vom Landgericht Berlin II zur Einstampfung verurteilt worden ist.“ – Wedekind notierte am 11.2.1909: „Brief an Goethebund steht in der Zeitung.“ [Tb] Der rasch erfolgte Abdruck des offenen Briefes dürfte ihn veranlasst haben, die Redaktion am 11.2.1909 aufzusuchen: „Besuch auf den N. Nachrichten“ [Tb), um eine weitere Veröffentlichung abzusprechen [vgl. Wedekind an Georg Hirth, 12.2.1909]. in
Ihrem geschätzten Blatt zu übersenden.
In
vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.
München
10.2.9.