Sehr verehrter Herr Doctor!
Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre
liebenswürdige Aufforderungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Walther Rathenau an Wedekind, 4.4.1910. Walther Rathenau dürfte Wedekind für den Abend in das Clubheim des Berliner Automobil-Clubs (Königgrätzer Straße 100) [vgl. Berliner Adreßbuch 1910, Teil II, S. 242] eingeladen haben, wie Wedekind am 5.4.1910 notierte (anschließend ging er mit Walther Rathenau, Max Reinhardt, Felix Hollaender und Karl Walser noch in das Café Josti): „Rathenaus Souper im Automobil Klub. Café Josti mit Rathenau Reinhart Holländer Walser.“ [Tb] Maximilian Harden hatte am 20.3.1910 abgesagt: „Lieber Walther, der fünfte April ist ein Dienstag; der unmöglichste Tag. Ich [...] bin betrübt, weil ich sehr gerne zu Ihrem Fest gekommen wäre.“ [Hellige 1983, S. 604], der ich mit Vergnügen folgen werde. Ich freue mich
sehr auf den Abend. Ganz besonders aber danke ich Ihnen für die
freundschaftliche Theilnahme, die Sie mir | meiner MißhelligkeitenWedekinds Konflikte mit seinem Verleger Bruno Cassirer, die zu lösen er vom 30.3.1910 bis 6.4.1910 nach Berlin gereist war [vgl. Tb]. Die Auseinandersetzungen mit seinem Verleger sind unter dem Stichwort „Contra Cassirer“ auch in Wedekinds Notizbüchern dokumentiert [vgl. KSA 5/III, S. 126-141]. wegen
erwiesen. Heute NachmittagWedekind, der Maximilian Harden bereits am 3.4.1910 aufgesucht hat (und dabei auch Walther Rathenau traf): „Besuch bei Harden, wo ich [...] Ratenau treffe. Rückfahrt mit Harden und Ratenau“ [Tb], notierte am 4.4.1910: „Nachmittag bei Harden“ [Tb]. war ich bei Harden und habe volles Vertrauen in die/e/n
Erfolg seiner VermittlungMaximilian Harden hat in Wedekinds Streit mit Bruno Cassirer (siehe oben) erfolgreich vermittelt (siehe Wedekinds Korrespondenz mit Maximilian Harden).. Also auf Wiedersehn morgen Abend
In Verehrung mit herzlichem Gruß
Ihr ergebener
Frank Wedekind.
Berlin 4 April 1910