München Prinzregentenstraße 50.
24.10.8.
Sehr verehrter Herr Doktor!
Das wäre ja entzückend, wenn wir uns hier in München treffenEin Treffen in München kam nicht zustande.
könnten. Ich bitte Sie sehr mir zu schreiben, wenn Sie hier sind.
Ich danke Ihnen, daß Sie sich meiner AngelegenheitWedekinds Auseinandersetzung mit Max Reinhardt um die Auflösung seiner Verträge mit dem Deutschen Theater zu Berlin, dargelegt in dem als Briefbeilage verschickten „Reinhardt-Tagebuch“ [vgl. Wedekind an Walther Rathenau, 17.10.1908].
angenommenvgl. Walther Rathenau an Wedekind, 19.10.1908.. Herr Direktor AndreäWedekind hat Walther Rathenaus Schwager ebenfalls ein Exemplar des „Reinhardt-Tagebuch“ geschickt [vgl. Wedekind an Fritz Andreae, 17.10.1908]. ist in des/r/ Sache vollkommen
orientiert. Ich habe Ihnen das Tagebuchdas „Reinhardt-Tagebuch“ (siehe oben). übrigens auch als Erklärung für eine
Regie|bemerkungdie gegen Max Reinhardt gerichtete Regieanweisung zum Auftakt von „Oaha“ (1908): „Auffallende Dekorationen und Requisiten, Entfaltung eines besonderen Stiles, Verwendung einer Drehbühne, sowie aller sonstige Humbug einer klobigen, marktschreierischen Regie sind bei der Aufführung dieses Stückes unzulässig.“ [KSA 8, S. 13] in Ôaha zugesandt, die jedem, der den Sachverhalt nicht kennt,
sehr gehässig erscheinen muß. Ich habe mich mit der Bemerkung sowie mit der
Versendung der Aufzeichnungen nur gewehrt nachdem mir Direktor Reinhardt mit
dem Gerichtsbüttel gedrohtJuristische Schritte hat die Direktion des Deutschen Theaters zu Berlin Wedekind dann einen Tag später schriftlich in einem gedruckten Brief angedroht [vgl. Deutsches Theater zu Berlin an Wedekind, 25.10.1908]. hat.
In der Freude auf baldiges Wiedersehn sendet Ihnen
herzlichste Grüße
Ihr ergebener
Frank Wedekind.