Sehr geehrter Herr
Wedekind!
Wenn Sie Zeit und Lust haben am Samstagder 7.11.1896. Der Teenachmittag wurde dann kurzfristig verschoben [vgl. Lotte Dreßler an Wedekind, 7.11.1896]. Nachmittag um 5 Uhrum 17 Uhr. eine Tasse Thee bei unsin der Münchner Wohnung von Lotte Dreßler (geb. Kray) und ihrem Mann Anton Dreßler (Herrnstraße 6, Parterre) [vgl. Adreßbuch von München für das Jahr 1897, Teil I, S. 90]. zu trinken, treffen Sie auch Frau RüthlingAnna Rüthling (geb. Frank), die Witwe des prominenten Hofschauspielers Bernhard Rüthling (verstorben am 22.4.1881 in München), die offenbar gute Beziehungen zum Münchner Hoftheater-Intendanten hatte., die gerne bereit ist | mit Possartmit Ernst von Possart, Intendant der Münchner Hoftheater (Königliches Hof- und Nationaltheater und Residenztheater) [vgl. Neuer Theater-Almanach 1897, S. 437]. über die bewußte Angelegenheitder Versuch, Wedekinds Stücke möglichst auf die Bühne des Münchner Hoftheaters zu bringen; auch ein Gespräch Lotte Dreßlers mit dem Oberregisseur Jocza Savits gehörte zu diesem Versuch [vgl. Lotte Dreßler an Wedekind, 22.10.1896] (unklar, ob es stattfand). zu sprechen.
Sollten Sie nicht kommen können bitte ich um eine Zeile.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Lotte Dressler
5.11.96