Briefwechsel

Wedekind, Frank und Cassirer, Paul

13 Dokumente

Berlin, 17. September 1908 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

[Hinweis in Wedekinds Notizbuch (Nb 54, Blatt 50v):]


OAHA senden an
[…]
Paul Cassirer
[...]

Einzelstellenkommentare

München, 17. Oktober 1908 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

Da mir Herr Direktor Reinhart die Direktion des Deutschen Theaters das Recht streitig macht über meine eigene geistige Arbeit zu verfügen, ersuche ich Sie höflichst von beiliegenden ZeilenBriefbeilage des verschollenen abgesandten Briefes war ein von Wedekind verfasstes „Tagebuch“ [KSA 5/II, S. 278-281; vgl. KSA 5/III, S. 695-702] über seine Auseinandersetzungen mit Max Reinhardt um die Auflösung seiner Verträge mit dem Deutschen Theater, das er am 11.9.1908 in Berlin nach früheren Tagebucheinträgen zusammenstellte, am 14.9.1908 zum Vervielfältigen eine Abschrift herstellen ließ und als Beilage mit einem Anschreiben am 17.10.1908 außer an Paul Cassirer an Maximilian Harden, Emmy Loewenfeld, Fritz Andreae, Hermann Rosenberg, Robert von Mendelssohn und Walther Rathenau sandte. Beilage (und Entwurf der Beilage) sind bei den zwei erhalten gebliebenen abgesandten Anschreiben mitgeteilt [vgl. Wedekind an Maximilian Harden, 17.10.1908; Wedekind an Robert von Mendelssohn, 17.10.1908]. Kenntnis nehmen zu wollen.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 16. September 1909 (Donnerstag)
von Cassirer, Paul
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 17.9.1909 in München:]


Brief mit unterzeichnetem Contraktder Vertrag über „Der Stein der Weisen“ zwischen Wedekind und dem Verlag Paul Cassirer in Berlin, der das Versdrama als Buch veröffentlichte. Wedekind gab es nicht dem Verleger seiner Werke, Bruno Cassirer, sondern dessen Vetter Paul Cassirer zum Verlag [vgl. KSA 6, S. 903]. Er war sich am 1.9.1909 in der Vertragsangelegenheit mit Paul Cassirer einig geworden: „Paul Cassirer kommt zu uns. Mit Cassirer im Stachus und auf dem Bahnhof. Ich gebe ihm St. d. W. in Verlag.“ [Tb] Der Vertrag kam mit der Unterschrift Wedekinds am 17.9.1909 zustande, wie das Tagebuch ausweist. von Cassirer […]


[2. Hinweis in Wedekinds Brief an Paul Cassirer vom 17.9.1909 aus München:]


Der angekündigte Check fand sich nicht im Briefe […]


Einzelstellenkommentare

München, 17. September 1909 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Paul Cassirer Verlag, (Verlag), Cassirer, Paul

[Hinweis und Zitat in J. A. Stargardt: Katalog 712 (2024), Nr. 183:]


WEDEKIND, Frank [...].

An den Verlag Paul Cassirer nach Unterzeichnung eines Verlagsvertragsder Vertrag über „Der Stein der Weisen. Eine Geisterbeschwörung“ (1909) zwischen Wedekind und dem Verlag Paul Cassirer in Berlin, der das Versdrama als Buch veröffentlichte [vgl. KSA 6, S. 916] (nicht überliefert). Wedekind gab es nicht dem Verleger seiner Werke, Bruno Cassirer, sondern dessen Vetter Paul Cassirer zum Verlag [vgl. KSA 6, S. 903]. Er war sich am 1.9.1909 in der Vertragsangelegenheit mit Paul Cassirer einig geworden: „Paul Cassirer kommt zu uns. Mit Cassirer im Stachus und auf dem Bahnhof. Ich gebe ihm St. d. W. in Verlag.“ [Tb] Der Vertrag kam mit der Unterschrift Wedekinds am 17.9.1909 zustande, wie auch Wedekinds Notiz zu dem vorliegenden Brief ausweist: „Brief mit unterzeichnetem Contrakt von Cassirer beantwortet.“ [Tb].

„… Über den Bühnenvertrieb denke ich wie gesagt vorderhand nicht zu disponieren. Sollten Ihre Verbindungen eine gute LanzierungLancierung (etwas in die Öffentlichkeit bringen). des Stückes ermöglichen, so könnte ich mir ja gar nichts besseres wünschen. Der angekündigte CheckPaul Cassirer hat den Scheck dann sofort nachträglich geschickt. Wedekind notierte den Eingang am 19.9.1909 unter den Einnahmen im Kontobuch: „Check von P. Cassirer für erstes bis viertes Tausend Stein d. Weisen M. 1600.–“ [Mü, L 3512]. fand sich nicht im Briefenicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Paul Cassirer an Wedekind, 16.8.1909. Beilage war der Verlagsvertrag (siehe oben), im Brief erwähnt der Scheck über 1.600 Mark als Honorar für die Erstausgabe von „Der Stein der Weisen“ (1909).…“

Einzelstellenkommentare

Berlin, 18. September 1909 (Samstag)
von Cassirer, Paul
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Kontobuch vom 19.9.1909 (Mü, L 3512):]


CheckHonorar für die Erstausgabe von Wedekinds Versdrama „Der Stein der Weisen. Eine Geisterbeschwörung“ (1909), die im Paul Cassirer Verlag in Berlin erschien [vgl. KSA 6, S. 916]. von P. Cassirer für erstes bis viertes Tausend Stein d. Weisen M. 1600.–

Einzelstellenkommentare

München, 18. Oktober 1909 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 18.10.1909 in München:]


Diktiere Vorwort und Judith [...] VorwortWedekind sandte Paul Cassirer das „Vorwort“ [KSA 6, S. 938f.] zu seinem Versdrama „Der Stein der Weisen“, das im Verlag Paul Cassirer erschien (Vertragsabschluss am 17.9.1909). Er hatte den Text am 16.10.1909 abgeschlossen: „Vollende das Vorwort.“ [Tb] Wedekind schickte das Diktat des Manuskripts (verschollen) dem Tagebuch zufolge am 18.10.1909 an den Verleger (zusammen mit einer Bearbeitung des 5. Akts von Hebbels „Judith“). und JuditWedekind hat den 5. Akt von Friedrich Hebbels Tragödie „Judith“ (1841) bearbeitet. Er hatte sie am 15.8.1909 gesehen (eine Premiere am Münchner Künstlertheater): „Abend in Judith von Hebbel.“ [Tb] Das dürfte der Anlass für die Bearbeitung gewesen sein, die Wedekind am 16.10.1909 vornahm (im Hoftheaterrestaurant und in der Torggelstube): „Im Hfthr. und Tgst. insceniere ich den 5 Akt Judith.“ [Tb] Artur Kutscher berichtete über diese „dramaturgischen Bearbeitungen [...] der Szene Judith-Mirza aus V von Hebbels Judith, die er im Oktober 09 schuf.“ [Kutscher 2, S. 191] Das Diktat des Manuskripts vom 18.10.1909 sandte Wedekind noch am selben Tag an Paul Cassirer (zusammen mit dem „Vorwort“ zu „Der Stein der Weisen“). Die Bearbeitung blieb unveröffentlicht und ist verschollen. an Kassirer geschickt [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 2. März 1910 (Mittwoch)
von Cassirer, Paul
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Tilly Wedekinds Brief an Frank Wedekind vom 3.3.1910 aus München:]


Inzwischen hab’ ich Dir einen Brief von Paul Cassirer geschickt [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 9. November 1910 (Mittwoch)
von Cassirer, Paul
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Wedekinds Brief an Paul Cassirer vom 12.11.1910 aus München:]


In Erwiderung Ihres Geehrtenin Geschäftsschreiben übliche förmliche Angabe, statt: Ihres geehrten Schreibens. vom 9.11.10 [...]


[2. Hinweis und Zitat in Kutscher 3, S. 13f.:]


Im Herbst 1910 war in Berlin der Pan gegründetDer Vertragsabschluss zwischen Wilhelm Herzog und Paul Cassirer, den Gründern und Herausgebern der Halbmonatsschrift „Pan“ (Berlin), die im Verlag Paul Cassirer erschien, wo Wilhelm Herzog als Lektor tätig war, erfolgte am 27.10.1910 [vgl. Müller-Feyen 1996, S. 26]. Das erste Heft des „Pan“ kam am 1.11.1910 heraus, darin Wedekinds Essay „Aufklärungen“ [KSA 5/II, S. 389-393], den Wedekind am 10.11.1910 auf dem ersten Vortragsabend der ebenfalls soeben gegründeten Gesellschaft Pan im Salon Cassirer in Berlin als Vortrag gehalten hat [vgl. Tb]., hauptsächlich deshalb ‒ wie Paul Cassirer in einem Briefe an Wedekind erklärt ‒ „um Ihre Ideen zu propagandieren und um für Sie und Ihre Kunst Reklame zu machen“.

Einzelstellenkommentare

München, 12. November 1910 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul, Paul Cassirer Verlag, (Verlag)

Herrn Paul Cassirer, Verlagdie Kunst- und Verlagsbuchhandlung Paul Cassirer in Berlin (Viktoriastraße 35 und 5) mit der Pan-Presse (Potsdamer Straße 121) [vgl. Berliner Adreßbuch 1911, S. 393].
Berlin.


Sehr geehrter Herr!

In Erwiderung Ihres Geehrtenin Geschäftsschreiben übliche förmliche Angabe, statt: Ihres geehrten Schreibens. Das Schreiben ist nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Paul Cassirer an Wedekind, 9.11.1910. vom 9.11.10 würde ich Ihnen vorschlagen, daß Sie mich den meistbegünstigten Mitarbeitern Gleich im ersten Heft der von Wilhelm Herzog und Paul Cassirer herausgegebenen Halbmonatsschrift „Pan“ (erschienen im Verlag Paul Cassirer in Berlin) vom 1.11.1910 war Wedekind als Mitarbeiter mit seinem Essay „Aufklärungen“ [KSA 5/II, S. 389-393] vertreten, den er dem Tagebuch zufolge am 10.11.1910 auf dem ersten Vortragsabend der ebenfalls soeben gegründeten Gesellschaft Pan im Salon Cassirer in Berlin als Vortrag hielt (Abreise nach Berlin am 9.11.1910, Rückreise nach München am 11.11.1910). Im zweiten Heft vom 15.11.1910 erschien sein „Prolog in der Buchhandlung“ [KSA 3/I, S. 549-552], im fünften Heft vom 1.1.1911 „Autobiographisches“ [KSA 5/II, S. 355-357]. Wilhelm Herzog hat über Wedekinds begeisterte Reaktion bereits auf die beabsichtigte Gründung der Zeitschrift berichtet: Wedekind „war Feuer und Flamme dafür und versprach sofort seine Mitarbeit. In der Tat schickte er mir aus München regelmäßig seine Manuskripte.“ [Herzog 1959, S. 206]des „Pan“ zuzählen und mir nach Maßgabe des Umfangs meiner Beiträge dasselbe HonorarPaul Cassirer schloss mit dem von Wilhelm Herzog für den „Pan“ gewonnenen Alfred Kerr einen Vertrag, „der dem neuen Redaktionsmitglied und Mitarbeiter ein jährliches Gehalt von 6000 Mark garantierte.“ [Müller-Feyen 1996, S. 37] wie Herrn Alfred KerrDr. phil. Alfred Kerr, Schriftsteller in Berlin, Grunewald (Gneiststraße 9) [vgl. Berliner Adreßbuch 1911, S. 1354], der sich als Mitbegründer verstand, war als Mitarbeiter des „Pan“ von Anfang an dabei, dort bald maßgeblich vertreten und ab dem 1.4.1912 Alleinherausgeber (da hatte Wilhelm Herzog den „Pan“ wegen Differenzen mit Alfred Kerr längst verlassen, ebenso Paul Cassirer, der die Zeitschrift am 18.3.1912 verkauft hat ‒ an Alfred Kerr) [vgl. Müller-Feyen 1996, S. 37-40]. zahlen.

In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.


München 12.11.10.

Einzelstellenkommentare

München, 15. November 1910 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

Sehr geehrter Herr Cassirer

Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang von
M 200,‒ .
Honorar für meine beiden BeiträgeWedekinds Essay „Aufklärungen“ [KSA 5/II, S. 389-393] ist im ersten Heft der von Wilhelm Herzog und Paul Cassirer herausgegebenen und im Verlag Paul Cassirer in Berlin erschienenen Halbmonatsschrift „Pan“ gedruckt [vgl. Pan, Jg. 1, Heft 1, 1.11.1910, S. 11-16], sein „Prolog in der Buchhandlung. Zur ‚Büchse der Pandora‘“ [vgl. KSA 3/I, S. 549-552; KSA 3/II, S. 867] im zweiten Heft [vgl. Pan, Jg. 1, Heft 2, 15.11.1910, S. 42-46]. zum „Pan
Aufklärungen
Prolog in der Buchhandlung“ |

In vorzüglicher Hochschätzung
FrW.

Einzelstellenkommentare

München, 1. Oktober 1911 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 1.10.1911 in München:]


Brief an KassirerWedekind stand mit Paul Cassirer in freundschaftlichem Kontakt (dessen Vetter Bruno Cassirer, mit dem Wedekind 1909/10 einen heftigen Streit ausfocht, der schließlich zur Trennung vom Verlag Bruno Cassirer führte, ist als Adressat auszuschließen). [...]

Einzelstellenkommentare

München, 2. Oktober 1911 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Cassirer, Paul

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 2.10.1911 aus München:]


Franziska an Kassirer geschicktWedekind sandte Paul Cassirer sein neues Stück „Franziska“ mit einem Begleitschreiben (das hier erschlossene Korrespondenzstück)..

Einzelstellenkommentare

Berlin, 18. Juni 1912 (Dienstag)
von Cassirer, Paul, Reinhardt, Max, Gaul, August, Liebermann, Max, Wolff, Theodor, Dehmel, Richard, Hauptmann, Gerhart und Tuaillon, Louis
an Wedekind, Frank

ZU EHREN DES DICHTERS FRANK WEDEKIND WIRD DIENSTAG, DEN 18. JUNI 1912, ABENDS 9 UHR21 Uhr. IM HOTEL ESPLAMADE, BELLEVUESTRASSE, EIN BANKETT (HERRENDINERein Diner nur mit Herren. Ein Berichterstatter zeigte sich darüber verwundert: „Warum man für das [...] von Paul Cassirer, Gerhart Hauptmann, Max Liebermann, Richard Dehmel, Theodor Wolff, Ludwig Tuaillon und anderen Kunsthonoratioren veranstaltete ‚Frank Wedekind-Bankett‘ [...] gerade das Motto: ‚Nur für Herren‘ wählte, vermag ich nicht einzusehen.“ [Walter Turszinsky: Wedekind-Bankett. In: Prager Tagblatt, Jg. 37, Nr. 170, 22.6.1912, Morgen-Ausgabe, S. 1]) VERANSTALTET, AN DEM TEILZUNEHMENan dem großen Bankett zu Ehren Wedekinds – veranstaltete im Anschluss an den Wedekind-Zyklus vom 1. bis 15.6.1912 am Deutschen Theater zu Berlin – im Hotel Esplanade in Berlin am 18.6.1912, zu dem Wedekind notierte: „Festessen im Esplanade Hotel.“ [Tb] Die Veranstaltung war in der Presse angekündigt: „Zu Ehren des Dichters Frank Wedekind wird morgen (Dienstag) abend im Hotel Esplanade ein Bankett stattfinden. Die Einladungen tragen die Unterschriften: Paul Cassirer ‒ Richard Dehmel ‒ August Gaul ‒ Gerhart Hauptmann ‒ Max Liebermann ‒ Max Reinhardt ‒ Ludwig Tuaillon ‒ Theodor Wolff.“ [Ein Wedekind-Bankett. In: Berliner Tageblatt, Jg. 41, Nr. 304, 17.6.1912, Abend-Ausgabe, S. (3)] Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann und Max Liebermann waren zu dem Festbankett nicht erschienen, wie das „Berliner Tageblatt“ am nächsten Morgen berichtete (auch über die gehaltenen Reden, die erste von Alfred Kerr), das rund 70 Anwesende zählte (darunter eine Dame, Helene Stöcker) [vgl. Das Wedekind-Bankett. In: Berliner Tageblatt, Jg. 41, Nr. 307, 19.6.1912, Morgen-Ausgabe, S. (2-3)]. SIE GEBETEN WERDEN.


PAUL CASSIRER RICHARD DEHMEL
AUGUST GAUL   GERHART HAUPTMANN
MAX LIEBERMANN   MAX REINHARDT
LUDWIG TUAILLON   THEODOR WOLFF


COUVERT à M. 5,–   ANMELDUNGEN AN DAS HOTEL ESPLAMADE

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