Briefwechsel

Wedekind, Frank und Bie, Oscar

4 Dokumente

Paris, 6. August 1894 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Bie, Oscar

Paris 6.8.94.

45. rue Monsieur le Prince


Sehr geehrter HerrSeit dem Mai-Heft 1894 war Oscar Bie leitender Redakteur der „Neuen Deutschen Rundschau (Freie Bühne)“ – so hieß die 1890 unter dem Titel „Freie Bühne für modernes Leben“ gegründete Monatsschrift im 5. Jahrgang ab 1894 (noch unter der Redaktion von Otto Julius Bierbaum, dem Vorgänger von Oscar Bie), die im S. Fischer Verlag in Berlin erschien.,

mit gleicher PostHinweis auf ein nicht überlieferten Begleitschreibens zur Manuskriptsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Oscar Bie, 6.8.1894. gestatte ich mir Ihnen zwei ganz kleine Skizzennicht sicher ermittelt; es dürfte sich um zwei Prosaskizzen gehandelt haben (sie sind nicht gedruckt worden), darunter möglicherweise „Anmerkungen zu einem Werk“ [KSA 5/II, S. 127f.], entstanden „im Zeitraum April/Mai 1894“ [KSA 5/III, S. 53], oder „Max Dautendey“ [KSA 5/II, S. 128f.], eine im selben Zeitraum entstandene „Skizze zu Max Dautendey [...], mit dem Wedekind während seines Londoner Aufenthaltes zusammentraf“ [KSA 5/III, S. 552], oder „Die gute Ehe...“ [KSA 5/II, S. 129f.], eine „nur als Fragment überlieferte Erörterung“, die „im Jahr 1894 entstanden“ [KSA 5/III, S. 254] ist. zuzusenden. Sollten sie Ihnen zur Aufnahme in die „Freie Bühne“ geeignet erscheinen, so würde ich Ihnen mehr derart aus München Paris London Zürich Berlin ect. liefern können. Ich ginge dabei von der Voraussetzung | aus, daß Sie nie mehr als eine allein zum Abdruck bringen würden. Sollten Ihnen das g/G/enre nicht passen, so unterrichten Sie mich vielleicht per Carte, damit ich Ihnen das Rückporto zukommen lasse, indem es mir unangenehm wäre, wenn die Artikel so klein sie sind, da ich sie nur einmal besitze in den Papierkorb wanderten. Empfangen Sie die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochschätzung.

Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Paris, 6. August 1894 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Bie, Oscar

[Hinweis in Wedekinds Brief an Oscar Bie vom 6.8.1894 aus Paris:]


[...] mit gleicher Post gestatte ich mir Ihnen zwei ganz kleine Skizzen zuzusenden.

Einzelstellenkommentare

München, 19. Juli 1902 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Bie, Oscar

FRANK WEDEKIND.


Sehr geehrter Herr DoctorDr. Oscar Bie war leitender Redakteur der im Verlag S. Fischer erscheinenden Monatsschrift „Neue Deutsche Rundschau“ (Berlin), die Wedekinds Szene „Frühlingsstürme. Eine Exekution“ veröffentlichte (siehe unten).!

Sie würden mir einen großen Gefallen erweisen, wenn Sie mir möglichst umgehend das Honorar für FrühlingsstürmeDie Szene „Frühlingsstürme. Eine Exekution“ [KSA 3/I, S. 617-637], eine Umarbeitung des 1. Akts der Tragödie „Der Erdgeist“ für das Kabarett [vgl. KSA 3/II, S. 861], erschien im August-Heft [vgl. Neue Deutsche Rundschau, Jg. 13, Nr. 8, August 1902, S. 845-858]. übersenden lassen wollten, da ich durch das verunglück|te letzte InselheftIm Juli-Heft der Monatsschrift „Die Insel“ (im Insel-Verlag in Leipzig) ist als Zeitschriftenvorabdruck „Die Büchse der Pandora“ [KSA 3/I, S. 477-540] erstveröffentlicht [vgl. Frank Wedekind: Die Büchse der Pandora. Tragödie in drei Aufzügen. In: Die Insel, Jg. 3, Nr. 10, Juli 1902, S. 19-105]. Wedekind dürfte dieses Heft als verunglückt eingeschätzt haben, da auf dem Titelblatt einerseits Otto Julius Bierbaum als Herausgeber der Zeitschrift genannt ist (somit der für den Inhalt des Heftes eigentlich Verantwortliche), andererseits auf der letzten Seite des Heftes der Vermerk gedruckt ist: „FUER DEN INHALT VERANTWORTLICH: FRANK WEDEKIND, MUENCHEN.“ [Die Insel, Jg. 3, Nr. 10, Juli 1902, S. (146)] Den Vermerk hatte Otto Julius Bierbaum, Sanktionen befürchtend, veranlasst und damit die Verantwortung für den Inhalt dieses Heftes nicht übernommen [vgl. Sarkowski 1999, S. 28f.]. unerwartet in großen Nachtheil geraten bin.

Mit der Bitte mir mein Ansuchen nicht übel nehmen zu wollen
Hochachtungsvollst
Frank Wedekind


München, Franz Josefstraße 42.

19.VII.02.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 10. Mai 1909 (Montag)
von Bie, Oscar
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Tagebuch vom 11.5.1909 in München:]


O. Bie schickt mir Stein der Weisen zurückWedekind erhielt von Prof. Dr. Oscar Bie in Berlin (Potsdamer Straße 35) [vgl. Berliner Adreßbuch 1909, Teil I, S. 187], Chefredakteur der im Verlag S. Fischer erscheinenden Monatsschrift „Die neue Rundschau“ (Bülowstraße 90) [vgl. Berliner Adreßbuch 1909, Teil II, S. 249], einen der „Durchschläge“ der „maschinenschriftlichen Abschrift“ seines Versdramas „Der Stein der Weisen“ (1909) zurück, die er am 26.4.1909 in einem „Münchner Schreibbüro“ [KSA 6, S. 902] hatte anfertigen lassen; in Oscar Bies nicht überliefertem Begleitschreiben dürfte eine Veröffentlichung von Wedekinds Stück in der „Neuen Rundschau“ abgelehnt worden sein. [...]

Einzelstellenkommentare