Briefwechsel

Wedekind, Frank und Küng, Carl August

5 Dokumente

Aarau, 14. November 1881 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Küng, Carl August

Hinweis in Frank Wedekinds Brief an Oskar Schibler vom 17.12.1881 aus Lenzburg:]


[...] das Thuner Unterhaltungsblatt [...]. Ich schrieb also dem Redakteur desselbenCarl August Küng war Redakteur der „Erholungsstunden“, der Sonntagsbeilage des Thuner-Blatts. Dem Publikum war der 24 Jahre alte Schweizer Schriftsteller, der 1886 starb, unter seinem Pseudonym Gotthold Roman gut bekannt. [...]

Einzelstellenkommentare

Glockenthal bei Thun, 15. November 1881 (Dienstag)
von Küng, Carl August
an Wedekind, Frank

Postkarte.
Carte postale. – Cartolina postale.


Herrn Franklin Wedekind
Cantonsschule
Aarau |


Glokenthal bei Thun, den 15. Nov. 1881.


Werther Herr!

Sollte natürlich die genannten ManuscripteWedekind hatte Carl August Küng, dem Redakteur der Sonntagsbeilage „Erholungsstunden“ (Thuner-Blatt), seine Gedichte zur Erstpublikation angeboten [vgl. Frank Wedekind an Carl August Küng. Aarau. 14.11.1881; Wedekind an Oskar Schibler, 17.12.1881]. zuerst sehen; Sie können dieselben ja zur Einsicht senden. Im Fall, daß Sie Passendes geschrieben haben, und es gedruckt wird, werde Ihnen von Zeit zu Zeit die „Erholungsstunden“ zukommen lassen.

Acceptire ich, so werde durch Briefkasten antworten.

Achtungsvollst grüßt Ihr
C. August Küng
(Gotthold RomanUnter dem Pseudonym Gotthold Roman veröffentlichte der erst 24 Jahre alte Schweizer Schriftsteller Carl August Küng seine Geschichten und Gedichte und redigierte mehrere Wochenblätter.)


Erwarte also die Manuscripte!

Einzelstellenkommentare

Aarau, 21. November 1881 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Küng, Carl August

[1. Hinweis in Carl August Küngs Postkarte an Frank Wedekind vom 22.11.1881 aus Glockenthal bei Thun:]


Ihr BriefHinweis auf das vorliegende erschlossene Korrespondenzstück. hat mir sehr gefallen.


[2. Hinweis in Frank Wedekinds Brief an Oskar Schibler vom 17.12.1881 aus Lenzburg:]


[...] das Thuner Unterhaltungsblatt [...] dem Redakteur desselben und auf sein Verlangenvgl. Carl August Küng an Wedekind, 15.11.1881. sandte ichHinweis auf das vorliegende erschlossene Korrespondenzstück, mit dem Wedekind die Sendung seiner Gedichte begleitete. [...] einige Manuscripte

Einzelstellenkommentare

Glockenthal bei Thun, 22. November 1881 (Dienstag)
von Küng, Carl August
an Wedekind, Frank

Postkarte.
Carte postale. – Cartolina postale.


Herrn Franklin Wedekind
pr. Adr. Cantonsschule
Aarau. |


Glokenthal bei Thun, den 22. Nov. 1881.

Mein Lieber!

Ihr Briefnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Frank Wedekind an Karl August Küng. Aarau. 21.11.1881. hat mir sehr gefallen. Die Bescheidenheit zeigt immer seinen Werth und auch hier. – Ich finde die GedichteWedekind hatte Carl August Küng, dem Redakteur der „Erholungsstunden“ (Sonntagsbeilage des Thuner-Blatts), eine Auswahl seiner Gedichte zugeschickt [vgl. Frank Wedekind an Karl August Küng. Aarau. 14.11.1881]. weit besser, weit gereifter, als ich es sonst bei Jünglingen Ihren Alters gefunden habe. Die VerseWedekinds Gedicht „Eduard von Hartmann“, das (vermutlich am 10.12.1881) in den „Erholungsstunden“ erstmals abgedruckt wurde [vgl. KSA 1/I, S. 50 und 1/II, S. 1409-1414; Wedekind an Oskar Schibler, 17.10.1881]. an den Philosophen Hartmann sind von den schönsten, d/g/eistreichsten, die ich seit einiger Zeit von jungen Anfängern in Händen gehabt habe. Ich werde dieses Gedicht baldigst drucken und ihnenSchreibversehen, statt: Ihnen. in einigen Exemplaren senden. Ihre Verse sind aus Ihrem Innersten geflossen, nicht wahr? Gut, da kenne ich Sie schon ein Bischen. Gott, wie sieht’s schon so düster in diesem jungen Herzen aus! Warum das? Schreiben Sie mir; ich werde für all’ Ihre Beichten ein freundschaftl. Herz haben und wohl auch Räthe. Ich war schon der BeichtigerBeichtvater. manchen jungen Herzens. Nur nicht zu tief in die Philosophie des Pessimismus!„von Arthur Schopenhauer (1788-1860) in seinem Hauptwerk ‚Die Welt als Wille und Vorstellung‘ (1819/1844)“ begründete Weltanschauung, die „seit den 1880er Jahren durch eine Vielzahl populärer Abhandlungen zu einer ‚Modephilosophie‘ wurde. Basis der solcherart vulgarisierten pessimistischen Lehre war die Überzeugung, daß die bestehende Welt die schlechteste aller möglichen Welten darstelle, von der sich der wahre Pessimist entsagungsvoll und verächtlich abzuwenden habe.“ [KSA 1/II, S. 2177] Ich bitte Sie! Sie haben Lebensmuth, leichten, fröhlichen Lebensmuth nöthig, sonst zerschellen Sie an den Klippen jener dunkeln Lehre.

Schreiben Sie bald!

Es grüßt Sie herzlich Ihr C. A. Küng (Gotthold Roman)Unter dem Pseudonym Gotthold Roman veröffentlichte der erst 24 Jahre alte Schweizer Schriftsteller Carl August Küng seine Geschichten und Gedichte und redigierte mehrere Wochenblätter.

Einzelstellenkommentare

Glockenthal bei Thun, 10. Dezember 1881 (Samstag)
von Küng, Carl August
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Oskar Schibler vom 17.12.1881 aus Lenzburg:]


Letzten Samstagvermutlich am 10.12.1881. schickte er mirHinweis auf das hier erschlossene Begleitschreiben zur Sendung. auch schon ein Exemplar seiner „Erholungsstunden[“] mit meinem „Eduard von Hartmannder Erstdruck von Wedekinds Gedicht „Eduard von Hartmann“, das – vermutlich in der Sonntagsbeilage vom 11.12.1881 – in Carl August Küngs „Erholungsstunden“, einer Sonntagsbeilage zum „Thuner-Blatt“, abgedruckt wurde. darin.

Einzelstellenkommentare