Briefwechsel

Wedekind, Frank und Kleines Theater Berlin [(Theater)]

8 Dokumente

Berlin, 5. September 1902 (Freitag)
von Kleines Theater Berlin, (Theater)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an das Kleine Theater Berlin vom 6.9.1902 aus München:]


Auf Ihre überaus liebenswürdigen Mitheilungen [...]

Einzelstellenkommentare

München, 6. September 1902 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Kleines Theater Berlin, (Theater)

[Hinweis und Zitat im offenen Brief der Direktion des Kleinen Theaters (Schall und Rauch) an die Redaktion des „Berliner Börsen-Courier“ (Jg. 35, Nr. 453, 27.9.1902, Morgen-Ausgabe; vgl. KSA 5/III, S. 613) vom 26.9.1902 aus Berlin:]


Wir haben bezüglich des „Erdgeist“ und des „Liebestrank“ die ausdrückliche briefliche Einwilligung des Autors zur Aufführung„Der Erdgeist“ hatte am Kleinen Theater (Schall und Rauch) in Berlin unter der Direktion von Hans Oberländer (nominell, im Hintergrund Max Reinhardt) am 17.12.1902 Premiere (Regie: Richard Vallentin); dagegen verzögerte sich die geplante Aufführung von „Der Liebestrank“ [vgl. KSA 2, S. 1073-1075] und das Stück hatte erst am 6.10.1910 am Kleinen Theater unter der Direktion von Victor Barnowsky Premiere. [...].

[...] Wedekind [...] schreibt [...] uns selbst unter Anderem (am 6. September):

„Auf Ihre überaus liebenswürdigen Mitheilungennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Kleines Theater Berlin an Wedekind, 5.9.1902. kann ich Ihnen selbstverständlich nicht anders antworten, als daß ich Ihnen für das Vertrauen, das Sie meiner Produktion entgegenbringen, meinen wärmsten Dank ausspreche“ etc. und ferner: „Die Ehrerbietung, die ich vor der künstlerischen LeitungDirektor des am 1.10.1901 eröffneten Kleinen Theater (Schall und Rauch) war Dr. Hans Oberländer [vgl. Neuer Theater-Almanach 1903, S. 259]. Ihrer Bühne hege, muß mich hindern, Ihrem Fürgutfinden irgend ein Bedenken entgegenzuhalten.“

Einzelstellenkommentare

Berlin, 23. Dezember 1902 (Dienstag)
von Kleines Theater Berlin, (Theater)
an Wedekind, Frank

[Hinweis und Referat in Korfiz Holms Brief an Albert Langen vom 5.1.1903 aus München (Abret/Keel 1989, S. 311):]


ReicherEmanuel Reicher spielte die Rolle des Dr. Schön in der erfolgreichen Inszenierung von „Erdgeist“ am Kleinen Theater Berlin (Direktion: Hans Oberländer) [vgl. Neuer Theater-Almanach 1903, S. 259] unter der Regie von Richard Vallentin und mit Gertrud Eysoldt als Lulu. Die Premiere war am 17.12.1902., der den Dr. Schön spielte, erklärte auf einmal, er wäre krank und müßte einige Wochen ausruhen. Darauf bombardierte das Kleine Theater Wedekind mit Telegrammen, er müßte nach Berlin kommen entweder, um die Rolle selbst zu spielen, oder aber um durch seine Anwesenheit einen moralischen Druck auf Reicher auszuüben und ihn zum Spielen zu bringen.

Einzelstellenkommentare

München, 27. Dezember 1902 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Reinhardt, Edmund, Kleines Theater Berlin, (Theater)

[Hinweis und Referat in Korfiz Holms Brief an Albert Langen vom 5.1.1903 aus München (Abret/Keel 1989, S. 311f.):]


Schließlich am 27. Dezember war die ReicherfrageEmanuel Reicher spielte die Rolle des Dr. Schön in der Inszenierung von „Erdgeist“ am Kleinen Theater Berlin (Direktion: Hans Oberländer) [vgl. Neuer Theater-Almanach 1903, S. 259] unter der Regie von Richard Vallentin, drohte aber kurz nach der Premiere am 17.12.1902 wegen Krankheit auszufallen [vgl. Kleines Theater Berlin an Wedekind, 23.12.1902]. sehr brennend geworden, und ReinhardtVermutlich Edmund Reinhardt, Bürochef am Kleinen Theater und für die Kasse zuständig [vgl. Neuer Theater-Almanach 1903, S. 259], und nicht sein Bruder Max Reinhardt. telefonierte mich von Berlin an, wir sollten um jeden Preis Wedekind bewegen nach Berlin zu kommen, sonst würde die Erfolgsserie des Erdgeist unterbrochen und bei einer späteren Wiederaufnahme würde die Chance sicher vorüber sein. Das Kleine Theater wäre bereit, uns sofort 400 Mark zu überweisen, die ungefähr die Hälfte der Dezembertantièmen ausmachen würden, wenn wir uns bereit erklären, diese M. 400.– als Reisevorschuß weiterzugeben und sobald Wedekind ihm telegrafiert hätte, daß er käme. Und so geschah es.

Einzelstellenkommentare

München, 22. Dezember 1903 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Kleines Theater Berlin, (Theater)

[Hinweis in Wedekinds Brief an Bruno Cassirer vom 19.1.1904 aus München:]


An das „Kleine Theater“ in Berlin habe ich gleichfalls eine Bühnenbearbeitung geschickt aber bis jetzt noch keinerlei Nachricht darüber erhalten.

Einzelstellenkommentare

München, 5. September 1912 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Kleines Theater Berlin, (Theater), Berstl, Julius

Königreich Bayern
Postkarte


Tit. Direktion des
Kleinen Theaters
Berlin
U. d. Linden 44.


Sehr geehrter Herr Berstl!

Mit bestem Dank bestätige ich den Empfang Ihrer geehrten Mittheilungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Julius Berstl an Wedekind, 4.9.1912. Julius Berstl, Dramaturg am Kleinen Theater (Direktion: Victor Barnowsky) in Berlin [vgl. Neuer Theater-Almanach 1913, S. 294], dürfte Wedekind mitgeteilt haben, das Gastspiel des Berliner Kleinen Theaters in Wien, das Victor Barnowsky dem Tagebuch zufolge mit ihm in Aussicht genommen hatte – am 10.8.1912 („Barnowsky kommt wir verabreden Wiener Gastspiel“) und 14.8.1912 („T.St. mit Barnowsky“) – werde nicht zustande kommen. vom 4.9.12.

Hochachtungsvoll
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 1. Oktober 1915 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Kleines Theater Berlin, (Theater), Altman, George

München, 1. Oktober 1915.


Herrn Direktor Dr. Altman
Berlin.


Sehr verehrter Herr Doctor!

Von Herrn Professor Reinhardt erhalte ich eben telegrafische Nachrichtnicht überliefertes Telegramm; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Reinhardt an Wedekind, 1.10.1915., daß er sofort in idealer BesetzungWedekinds Schwank „Der Liebestrank“ (1899) wurde mit Emil Jannings (Fürst Rogoschin), Marga Kuhn (Lisaweta Nikolajewna), Leopoldine Konstantin (Gräfin Totzky), Alfred Abel (Fritz Schwigerling), Werner Krauß (Cölestin) und Eva Holberg (Tatjana) in den Hauptrollen unter der Regie von Carl Heine [vgl. KSA 2, S. 1078, 1109] an den Kammerspielen des Deutschen Theaters zu Berlin (Direktion: Max Reinhardt) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 303] inszeniert (Premiere: 5.11.1915).Liebestrankspielen könnte. An dieser Aufführung muß mir in dieser schweren Zeit sehr viel gelegen sein, da meine Einnahmen auf ein Nichts zusammengeschrumpft sind. Darf ich Sie daher höflichst um die Freundlichkeit bitten, „Liebestrank“ freigeben zu wollenWedekinds Schwank „Der Liebestrank“ (1899) wurde gerade am Berliner Kleinen Theater (Direktion: Georg Altman) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 305] gespielt (Premiere: 22.6.1915) [vgl. KSA 2, S. 1078, 1108], allerdings nur noch in Sonntagnachmittagsvorstellungen. Die nächsten Termine waren am 3. und 10.10.1915. Georg Altman gab das Stück für Max Reinhardts Deutsches Theater frei (siehe oben).. Sie | würden mich durch solches Entgegenkommen zu großem Danke verpflichten.

Wollen Sie bitte den Ausdruck ausgezeichneter Hochschätzung entgegennehmen von Ihrem
ergebenen
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 17. März 1916 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Kleines Theater Berlin, (Theater), Altman, George

München, 17. März 1916.

Prinzregentenstr. 50


Sehr geehrter Herr Doctor!

Bei dem Gastspiel, das meine Frau und ich soeben an den Münchner Kammerspielen beendetDie letzte Vorstellung des Münchner Wedekind-Zyklus (siehe unten), ein Gastspiel von Frank und Tilly Wedekind, fand am 11.3.1916 statt., hat sich der Marquis von Keith als zugkräftiges StückDer Wedekind-Zyklus vom 12.2.1916 bis 11.3.1916 an den Münchner Kammerspielen (Direktion: Erich Ziegel) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506] wurde am 12.2.1916 mit „Marquis von Keith“ eröffnet, weitere Vorstellungen des Stücks folgten am 13.2.1916, am 16. und 17.2.1916, am 22. und 24.2.1916 sowie am 5. und 8.3.1916 [vgl. Tb]. und Publikumserfolg erwiesen. Dieses glückliche Ergebnis erinnert mich an die Thatsache, daß Sie, geehrter Herr Doctor, das Stück für das „Kleine Theater“ erworben haben. Frankfurter schlägt | mir eben eine TourneéHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Eugen Frankfurter an Wedekind, 16.3.1916. Die von dem Theateragenten Eugen Frankfurter vorgeschlagene Tournee fand nicht statt [vgl. KSA 4, S. 558]. nach Hannover Lübeck Hamburg e.ct. mit M. v. Keith vor. Bevor ich abschließe gestatten Sie mir die Anfrage, welche PläneDie Inszenierung des „Marquis von Keith“ am Berliner Kleinen Theater (Direktion: Georg Altman) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 305] kam nicht zustande [vgl. KSA 4, S. 558]. Das Stück wurde allerdings am 9.6.1916 im Rahmen des Wedekind-Zyklus an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin (9.6.1916 bis 6.7.1916) aufgeführt [vgl. Tb]. Sie mit dem Stück haben, da sich unsere Interessen ja vielleicht vereinigen ließen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare