Briefwechsel

Wedekind, Frank und Literarische Gesellschaft Dresden [(Verein)]

6 Dokumente

Dresden, 20. Juni 1903 (Samstag)
von Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an die Literarische Gesellschaft Dresden vom 21.6.1903 aus München:]


[…] empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihren ehrenvollen AntragHinweis auf das nicht überlieferte Schreiben..

Einzelstellenkommentare

München, 21. Juni 1903 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein)

Sehr geehrter HerrWer Wedekind von der Literarischen Gesellschaft zuvor geschrieben hatte, ist nicht ermittelt. Der 1. Vorsitzende der Gesellschaft war der Schriftsteller und Major a. D. Karl Elias Nicolai (Winckelmannstr. 29) [vgl. Adreßbuch für Dresden und seine Vororte 1904, Teil III, S. 169].!

empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihren ehrenvollen AntragHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Literarische Gesellschaft Dresden an Wedekind, 20.6.1903.. Leider habe ich mich des Rechtes entäußert, in dieser Hinsichtunklar; offenbar eine Einladung zu einer Lesung oder einem Gastspiel Ende des Jahres. selber über mich zu verfügen, da ich die Abschlüsse meines Agentennicht ermittelt. Die Rechte für den Bühnenvertrieb von Wedekinds Stücken waren bei verschiedenen Verlagen angesiedelt. für nächsten Winter nicht kenne und seine Abmachungen nicht durchkreuzen darf. Sie werden in den nächsten Tagen | definitiven Bescheid von ihm erhalten.

Indessen bitte ich Sie den Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochschätzung entgegen nehmen zu wollen.

Frank Wedekind.


München, 21. Juni 18/9/03

Einzelstellenkommentare

München, 7. April 1904 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein)

FRANK WEDEKIND

MÜNCHEN, den 7. April 1904
Franz Josefstr. 42/II.


An den geehrten VorstandDie drei Vorsitzenden der Literarischen Gesellschaft waren der Major a. D. und Schriftsteller Karl Elias Nicolai, der Chefredakteur Dr. Leonhard Lier und der Schriftsteller Dr. Alfred Stößel [vgl. Adreßbuch für Dresden und seine Vororte 1904, Teil III, S. 169]. der
Literarischen Gesellschaft
Dresden.


Sehr geehrter Herr,

vor etwa einem JahrDie Aufführung von Wedekinds Einakter „Der Kammersänger“ fand zusammen mit Oscar Wildes „Salome“ am 26.4.1903 in einer Matinee der Literarischen Gesellschaft Dresden am Königlichen Hoftheater (Direktion: Nikolaus Graf von Seebach) durch das Kleine Theater Berlin statt. ließ die Literarische Gesellschaft in Dresden mein Stück Der Kammersänger im Königl.Schauspielhaus aufführen und bereitete der Darbietung eine sehr ungünstige AufnahmePaul Alexander Wolff, der Feuilletonredakteur der „Dresdner Nachrichten“, lobte zwar die Aufführung: „Gespielt wurden die beiden Stücke sehr annehmbar, der ‚Kammersänger‘ sogar recht gut. […] Bei weitem besser, stilechter gab sich die Darstellung des ‚Kammersängers‘, an der sich […] vor allem das treffsichere, fein abgerundete Zusammenspiel freudigst anerkennen ließ.“ Er beklagte jedoch die fehlende Bühnenwirksamkeit von Wildes und Wedekinds Stücken: „beide […] gehören nicht auf die Bühne, sie sind Charakterstudien in Dialogform, keine Dramen im schulmäßigen Sinne des Wortes. Wilde und Wedekind bieten lediglich bloße aneinandergereihte Szenen […] In der difficilen Natur und der prickelnden Eigenart des Sujets liegt es, daß sowohl Wedekind wie Wilde seine Aufgabe nicht restlos zu lösen vermocht, daß das psychologische Exempel bei beiden nicht ganz stimmen will, daß der eine wie der andere seine Tragödie in einen brutalen äußerlichen Effekt ausklingen läßt, der beim Lesen viel weniger stört als beim Sehen. […] Diesen brutalen Schluss nahm ein Teil des Publikums gestern mittag mit so unverhohlenem Mißfallen auf, daß neben starkem Zischen sogar Pfiffe hörbar wurden.“ Wolff berichtete ferner von „der Ablehnung der Wedekindschen Szenen“ durch das Publikum, „nur schüchtern wagte sich der Beifall für die Darstellung hervor.“ [Dresdner Nachrichten, Nr. 116, 27.4.1903, S. (2)]. Durch dieses Vorgehen ist der Kammersänger für die Bühne Dresdens entwertet worden. Nach dem Ertrag des Stückes in andern Städten zu urteilen, sehe ich mich dadurch in ganz erheblicher Weise geschädigt und ersuche | Sie daher, trotzdem ich rechtlich keine Ansprüche an Sie habe, mir durch Gewährung einer Tantiemenzahlung von 100 Mark den Schaden ersetzen zu wollen.

Hochachtungsvoll ergebenst
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 16. April 1904 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein)

Tit Vorstand der Literarischen Gesellschaft
Dresden


Sehr geehrter Herr!

unter dem 7 April habe ich mir erlaubt, Ihnen einen Briefvgl. Wedekind an die Literarische Gesellschaft Dresden, 7.4.1904. zu schreiben, auf den ich bis heute noch keine Antwort erhalten habe. Darf ich Sie hiemit um einen möglichst baldigen Bescheid auf mein Schreiben bitten. Zu meinem Bedauern wäre ich sonst zu der Annahme genöthigt, daß Sie vor dem Autor, dessen Stück Sie zur AufführungWedekinds Einakter „Der Kammersänger“ war am 26.4.1903 in einer Matinee der Literarischen Gesellschaft Dresden am Königlichen Hoftheater (Direktion: Nikolaus Graf von Seebach) durch das Kleine Theater Berlin aufgeführt worden. bringen weniger persönliche Achtung hegen als sich die Menschen im allgemeinen entgegen zu | bringen pflegen. Sie werden mir zugeben, daß ich mich gegen eine derartige Auffassung in aller energischster Weise wehren müßte.

Hochachtungsvollst
Frank Wedekind.


München, 16. April 1904.
Franz Josefstraße 42. II.

Einzelstellenkommentare

Dresden, 18. April 1904 (Montag)
von Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein) und Nicolai, Karl Elias
an Wedekind, Frank

11.IV.Der auf die Rückseite von Wedekinds Anschreiben [vgl. Wedekind an Literarische Gesellschaft, 7.4.1904] notierte Briefentwurf ist auf den 11.4.1904 datiert und diente als Grundlage für einen nicht überlieferten, umfangreicheren Brief, der erst am 18.4.1904 abgesandt wurde (siehe die Anmerkungen zur Datierung).


S. g. Herr

Sie sind falsch berichtet worden, w/W/enn Sie man Ihnen mitgeteilt Sie der Ansicht sindvgl. Wedekind an die Literarische Gesellschaft Dresden, 7.4.1904. hat, daß wir d Litt. G. Ihrem „Kammersagrs. Zt.Wedekinds Einakter „Der Kammersänger“ war am 26.4.1903 in einer Matinee der Literarischen Gesellschaft Dresden am Königlichen Hoftheater (Direktion: Nikolaus Graf von Seebach) durch das Kleine Theater Berlin zusammen mit Oscar Wildes „Salome“ aufgeführt worden. eine sehr ungünstige AufnahmeWedekinds Einakter „Der Kammersänger“ war am 26.4.1903 in einer Matinee der Literarischen Gesellschaft Dresden am Königlichen Hoftheater (Direktion: Nikolaus Graf von Seebach) durch das Kleine Theater Berlin zusammen mit Oscar Wildes „Salome“ aufgeführt worden. Die Presse berichtete von einer verhaltenen Aufnahme der beiden Stücke [vgl. Wedekind an die Literarische Gesellschaft Dresden, 7.4.1904]. bereitet hätte, so sind Sie entschieden falsch berichtet worden. Wenn/ar/ der Erfolg kei auch keineswegs ein unbestrittener war, so war der Applaus Beifall doch zweifellos ein vielfach ein bedeutend erheblich stärker als die Zeichen des Mißfallens. Auf jeden Fall hat die Litt. Ges. das Interesse für Sie als Dichter in Dresden ganz erheblich erhöht u. hätte sich dadurch wohl eher den Anspruch auf Ihre Dankbarkeit als den gänzlich unberechtigten Vorwurf verdient Ihren „Kammersänger“ für die Bühnen Dresdens entwertet zu haben. Es dürfte Ihnen wohl nicht unbekannt sein, daß in Dresden keine Bühne existirt, die dieses Stück in ihr Repertoir aufgenommen haben würde.

Ihren unberechtigten Anspruch auf ein Tantiem an M. 100 müssen wir entschieden zu unserm Bedauern daher ablehnen.

Hochachgsvoll
d. Vorst.
NDer 1. Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft Dresden war Karl Elias Nicolai, Schriftsteller und Major a. D., (Winckelmannstr. 29) [vgl. Adreßbuch für Dresden und seine Vororte 1904, Teil III, S. 169]. Mit dem gleichen Kürzel ist die Notiz „Beantwortet 18.IV.04.“ auf Wedekinds letztem Brief [vgl. Wedekind an Literarische Gesellschaft Dresden, 16.4.1904] unterzeichnet.

Einzelstellenkommentare

München, 23. April 1904 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Literarische Gesellschaft Dresden, (Verein)

[1. Briefentwurf]


Sehr geehrter Herr!

Auf Ihre geehrten Zeilen vom 18 dsZu diesem Brief der Literarischen Gesellschaft Dresden ist nur ein Briefentwurf vom 11.4.1904 überliefert [vgl. Literarische Gesellschaft Dresden an Wedekind, 18.4.1904]. habe ich Ihnen folgendes zu erwie/d/ern:

Sie schreiben mir: „Es dürfte Ihnendas Zitat so auch im Briefentwurf vom 11.4.1904 [vgl. Literarische Gesellschaft Dresden an Wedekind, 18.4.1904]. wol nicht unbekannt sein, daß keine Bühne Dresdens Ihren Kammersänger zur Aufführung gebracht haben würde.“ Das ist mir allerdings derart unbekannt daß ich Ihnen das Gegentheil beweisen kann. Das Dresdener Residenztheater hatte das Aufführungsrecht für Kammer


[2. Abgesandter Brief:]


Sehr geehrter Herr!

Sie gehen in der Beantwortung meines Schreibens von der eigenthümlichen Voraussetzung aus, daß mein „Kammersänger“ ohne die literarische Gesellschaft von keiner Bühne Dresdens zur Aufführung gebracht worden wäre. Diese Voraussetzung ist falsch, obschon Sie dabei den Ausdruck brauchen: „Es dürfte Ihnen doch wol nicht unbekannt sein.“ Das Dresdener Residenztheater hatte das RechtWedekind schrieb seinem Schwager Walther Oschwald, dass der „Kammersänger“ im Winter am Dresdner Residenztheater aufgeführt würde [vgl. Wedekind an Walther Oschwald, 8.9.1900]., das Stück aufzuführen, erworben und die Aufführung nur deshalb verzögert, weil es sich für die Hauptrolle, wie Herr Direktor KarlDas Residenztheater Dresden wurde seit dem Tod seines Direktors Engelbert Karl am 11.10.1891 von dessen Witwe Madelaine Karl geleitet [vgl. Neuer Theater-Almanach 1904, S. 322]. mir schriebnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Madelaine Karl an Wedekind, 1.12.1900., noch kein geeigneter Darsteller gefunden hatte. Daß ich durch die Aufführung der Literarischen Gesellschaft, a/i/n deren Vorzüglichkeit ich übrigens nicht den geringsten Zweifel setze, also pekuniärdas Geld betreffend. geschädigt worden bin, ist keine eigenthümliche Begründungim überlieferten Entwurf nicht genannt [vgl. Literarische Gesellschaft Dresden an Wedekind, 18.4.1904]., wie Sie sich ausdrückenDie Passage findet sich im Briefentwurf vom 11.4.1904 nicht [vgl. Literarische Gesellschaft Dresden an Wedekind, 18.4.1904]., sondern eine Thatsache. Wenn ich den Schaden danach | berechne, was mir das Stück in anderen Städten eingetragen hat, dann beläuft er sich auf einige hundert Mark. Nun nehmen Sie aber für sich das Verdienst in Anspruch, durch die Aufführung das Interesse für mich erheblich gesteigert zu haben. Ich würde Ihnen dies Verdienst zugestehen wenn Sie ein anderes meiner Stücke auf die Bühne gebracht hätten und nicht gerade das, welches seit vier Jahren über mindestens hundert deutsche Bühnen gegangen ist. Ich zähle hier die Städte aus nur zwei Abrechnungen auf, die mir gerade zur Hand sind: Köln, Metz, Berlin, Nürnberg, Hannover, Klagenfurt, Villach, Breslau, Leipzig, Karlsruhe, Stuttgart, Salzburg, Graz, Elberfeld, Zwickau, Wien, Hamburg. Erlauben Sie mir, Ihre Aufmerksamkeit noch auf folgende Thatsache zu lenken:

Ich habe Aufführungen des Kammersänger schon zu verschiedenen Malen freigegeben und zwar wenn die Aufführung zu einem wohlthätigen Zweck oder wenn Sie vor einem unbemittelten Publicum stattfand. Von beiden Eventualitäten kann wol bei der Dresdener Aufführung nicht die Rede sein. Ein Stück | das gut genug ist, um in Wien zum Beispiel zu einem wohlthätigen Zweck gespielt zu werden, bedarf aber doch wol nicht der Dienste einer Literarischen Gesellschaft um sich, wie die Zeitungen schriebenVor allem die Schlussszene der „vortrefflich gespielten satirischen Szenen ‚Der Kammersänger‘ von Frank Wedekind […] fiel den Zuschauern auf die Nerven und weckte zischende und pfeifende Opposition.“ [Dresdner Journal, Nr. 95, 27.4.1903, S. (1)] „Diesen brutalen Schluss nahm ein Teil des Publikums gestern mittag mit so unverhohlenem Mißfallen auf, daß neben starkem Zischen sogar Pfiffe hörbar wurden.“ [Dresdner Nachrichten, Nr. 116, 27.4.1903, S. (2)], auspfeifen zu lassen.

Die literarische Gesellschaft in LeipzigDen Vorsitz der Literarischen Gesellschaft Leipzig hatte Kurt Martens (Haydnstraße 1), Schatzmeister und artistischer Direktor war Carl Heine (Lampestraße 3) [vgl. Leipziger Adreß-Buch 1898, Teil II, S. 220]. führte vor sechs JahrenDie Uraufführung von „Der Erdgeist“ fand am 25.2.1898 durch das Ibsen-Theater, dem Theater der Literarischen Gesellschaft Leipzig, im Krystall-Palast unter der Regie von Carl Heine statt. meinen „Erdgeist“ auf, als von mir überhaupt noch kein Werk auf die Bühne gelangt war, und ließ es sich darum doch nicht nehmen, mir ein entsprechendes Honorar auszuzahlen.

Die dramatische Gesellschaft in München1. Vorsitzender der Münchener dramatischen Gesellschaft war Dr. jur. Fritz Braumüller, Dramaturg am Münchner Schauspielhaus [vgl. Neuer Theater-Almanach 1904, S. 441]. Einige Wochen später wurde er von Michael Georg Conrad abgelöst: „Die Gesellschaft teilt uns mit, daß neben Dr. Fritz Braumüller, der das Amt des zweiten Vorsitzenden nach wie vor beibehält, Dr. Michael Georg Conrad erster Vorsitzender geworden ist.“ [Münchner Dramatische Gesellschaft. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 57, Nr. 238, 22.5.1904, S. 5] führte vor einigen WochenNach der Uraufführung der Tragödie „Die Büchse der Pandora“ am Intimen Theater Nürnberg (Regie: Emil Meßthaler) in einer geschlossenen Veranstaltung am 1.2.1904 trat das Nürnberger Ensemble am 29.3.1904 am Münchner Schauspielhaus einmalig mit einem ebenfalls nicht-öffentlichen Gastspiel auf [vgl. KSA 3/II, S. 1205]. Die Presse berichtete: „Im Schauspielhause fand gestern Frank Wedekinds dreiaktige Tragödie ‚Die Büchse der Pandora‘ in der durch die Münchner Dramatische Gesellschaft veranstalteten Subskriptionsvorstellung des Nürnberger Intimen Theaters eine scharf geteilte Aufnahme. Der Kampf der Parteien artete zuletzt in einen Theaterskandal erster Güte aus, doch dankte Wedekind mehrmals mit den Darstellern für den durch ein wahres Pfeifkonzert bestrittenen Applaus.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 57, Nr. 151, 30.3.1904, Morgenblatt, S. 4]Nach der Uraufführung der Tragödie „Die Büchse der Pandora“ am Intimen Theater Nürnberg (Regie: Emil Meßthaler) in einer geschlossenen Veranstaltung am 1.2.1904 trat das Nürnberger Ensemble am 29.3.1904 am Münchner Schauspielhaus einmalig mit einem ebenfalls nicht-öffentlichen Gastspiel auf [vgl. KSA 3/II, S. 1205]. Die Presse berichtete: „Im Schauspielhause fand gestern Frank Wedekinds dreiaktige Tragödie ‚Die Büchse der Pandora‘ in der durch die Münchner Dramatische Gesellschaft veranstalteten Subskriptionsvorstellung des Nürnberger Intimen Theaters eine scharf geteilte Aufnahme. Der Kampf der Parteien artete zuletzt in einen Theaterskandal erster Güte aus, doch dankte Wedekind mehrmals mit den Darstellern für den durch ein wahres Pfeifkonzert bestrittenen Applaus.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 57, Nr. 151, 30.3.1904, Morgenblatt, S. 4] meinSchreibversehen, statt: meine (oder: mein Stück).Büchse der Pandora“ auf, ein Stück von dem noch keine öffentliche Vorstellung sattgefunden hat, und ließ es sich darum doch nicht nehmen mir ein entsprechendes Honorar auszuzahlen.

In diesen beiden Fällen fand eine ganz andere Förderung der ideellen Interessen des Autors statt. Mit der Aufführung des Kammersängers e/k/ann sich die Literarische Gesellschaft in Dresden dieses Vorzuges gewiß nicht rühmen. Wenn sie sich daher den Vorwurf ersparen will, die einen von ihr | aufgeführten Autor thatsächlich geschädigt zu haben, so wird sie sich wol bereit finden mir das Honorar in der bezeichneten HöheWedekind verlangte 100 Mark [vgl. Wedekind an die Literarische Gesellschaft Dresden, 7.4.1904]. zukommen zu lassen.

Hochachtungsvoll
Frank Wedekind.


München Franz Josefstraße 42.
23. April 1904.

Einzelstellenkommentare