Briefwechsel

Zweig, Stefan und Wedekind, Frank

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München, 24. Dezember 1912 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Zweig, Stefan

Der Marquis von Keith“ geschrieben in Paris im Winter 1898–99Wedekind hatte am 22.12.1898 Zürich verlassen und war nach Paris gereist [vgl. Wedekind an Beate Heine, 7.1.1899], wo er sein Stück „Ein gefallener Teufel“ schrieb (später: „Marquis von Keith“), dessen „erste vollständige Fassung“ am 23.2.1899 „fertiggestellt“ [vgl. KSA 4, S. 413] war, die allerdings von ihm überarbeitet wurde und er das Stück erst am 22.5.1899 fertiggeschrieben hat; es dürfte sich bei dem Stefan Zweig gewidmeten Exemplar, „in rotes Leder mit feiner Goldprägung [...] eingebunden“ [KSA 4, S. 422], um die am 22.5.1899 „abgeschlossene Überarbeitung des ‚Gefallenen Teufels‘“ [KSA 4, S. 423] handeln..
An Stefan Zweig mit schönsten GrüßenStefan Zweig traf am 6.12.1912 morgens in München ein und besuchte abends Artur Kutschers Seminar, wo Wedekind las und er ihn persönlich kennenlernte: „Nachher im Seminar bei Kutscher: da ist’s endlich reizend. Er mit den Studenten an einem langen Tisch [...]. Wedekind liest vor, den Rabbi Esra und die Brandstifternovelle. Ich kann ihn dabei sehr gut sehen. Sein Gesicht sehr ruhig, die Lippen, die er beständig beim Sprechen anfeuchtet, schmal, das Wort hart und leise, eine Bedächtigkeit im Wesen, die auf eine innere Reizsamkeit hinweist. Die Augen grau, das Haar grau, etwas geisterhaft englisches, Prediger und Narr, sehr seltsam. E.T.A. Hoffmann. Im Gespräch sieht er scharf einem zu und riposiert immer nach kurzer Paus[e]. Ich sitze bei ihm und Friedental, von den Studenten froh betrampelt und nachher noch nachts bis drei im Rathauskeller. Haß gegen Hauptmann haben sie alle, das spüre ich und Wut gegen die Kritik, man muß sie schonen. In mir wirds leichter. Ich atme auf.“ [Tb Zweig] Wedekind notierte am 6.12.1912 seine Lesung und das Beisammensein im Ratskeller: „In Kutschers Seminar lese ich Brand von Egliswyl und Rabbi Esra. Nachher RK mit Kutscher Stephan Zweig Friedenthal und einem Freund Weinhöppels“ [Tb]. Stefan Zweig reiste spät abends am 7.12.1912 von München wieder „weg nach Wien“ [Tb Zweig]. Wedekind dürfte bald nach der Begegnung beschlossen haben, Stefan Zweig die Reinschrift seines Stücks „Ein gefallener Teufels“ zu schenken.
München Weihnachten
1912.


Einzelstellenkommentare

Wien, 4. Juni 1913 (Mittwoch)
von Zweig, Stefan
an Wedekind, Frank

SZNamensinitialen von Stefan Zweig im gedruckten Monogramm.


Telef. 4123II

VIII. KOCHGASSE 8
WIEN,


Sehr verehrter Herr Wedekind,
darf ich, der grossen Freundlichkeit gedenkendwohl Anspielung auf das mit handschriftlicher Widmung für Stefan Zweig versehene Manuskript von Wedekinds Stück „Ein gefallener Teufel“, das der Verfasser ihm geschenkt hat [vgl. Wedekind an Stefan Zweig, 24.12.1912]., die ich von Ihnen empfangen habe, Ihnen sagen, wie sehr froh ich wäre, Ihnen bei Ihrem Wiener AufenthaltWedekind war mit seiner Frau vom 4. bis 13.6.1913 zu einem „Franziska“-Gastspiel (Vorstellungen am 6.6.1913, 9.6.1913 und 12.6.1913) der Münchner Kammerspiele im Deutschen Volkstheater in Wien [vgl. Tb]. Er traf am 4.6.1913 morgens in Wien ein, logierte im Hotel Tegetthoff (dorthin dürfte Stefan Zweig seinen Brief andressiert haben) und hatte gleich um 10.30 Uhr Probe, wie er notierte: „10½ Probe von Franziska“, außerdem: „Ankunft in Wien. Hotel Tegetthoff.“ [Tb] Das Gastspiel war in der Presse angekündigt: „Im Deutschen Volkstheater bringt das Münchener Ensemblegastspiel unter Leitung des Direktors Eugen Robert als nächste Novität Freitag den 6. d. M. das fünfaktige moderne Mysterium ‚Franziska‘ von Frank Wedekind zur ersten Aufführung. Der Dichter und seine Gattin werden die Hauptrollen spielen.“ [Neues Wiener Journal, Jg. 21, Nr. 7044, 4.6.1913, S. 9] begegnen zu dürfen? Ich würde es als Freude empfinden, wollten Sie an irgend einem Tage der Ihnen gelegen ist, mit mir speisen, vielleicht in der Nähe der Stadt in einem der schönen AusflugsorteFrank und Tilly Wedekind unternahmen am 10.6.1913 mit Stefan Zweig einen Ausflug zum Latisberg (genannt: Cobenzl) im 19. Wiener Bezirk am Rand des Wienerwaldes: „Stefan Zweig holt uns zu einer Automobilfahrt nach dem Kobenzl wo wir Werfel Hasenklever und Janowitz treffen.“ [Tb], die ich Ihnen gerne zeigen würde | ich bin immer bereit und froh zu jeder Stunde, die Sie mir bestimmen. Jedesfalls aber sehe ich Sie von der Fernevom Theatersaal aus der Blick auf die Bühne – im Deutschen Volktheater in Wien bei einer der „Franziska“-Vorstellungen (siehe oben), die Stefan Zweig offenbar zu besuchen gedachte. in der „Franziska“, die – ich bin dessen gewiss – auch über diese tropischen TemperaturenIn Wien hatte am 1.6.1913 (Sonntag) eine Hitzewelle begonnen – „Die hundstagsmäßige Hitze, die Sonntag sich einstellte, fand auch gestern ihre Fortsetzung [...]. In Wien erhob sich die Temperatur in der Stadt auf 29.7 gegen 28.4o C vorgestern“ [Neues Wiener Journal, Jg. 21, Nr. 7043, 3.6.1913, S. 4]. „Zu einem wahren Hochsommertag gestaltete sich der gestrige Sonntag. […] um 9 Uhr vormittags wurden […] bereits 27.8 Grad registriert“ [Neues Wiener Tagblatt, Jg. 47, Nr. 149, 2.6.1913, S. 9] – und auch am 4.6.1913 war es in Wien heiß: „In den Straßen der Innern Stadt wurden bis zu 30.4 Grad im Schatten beobachtet. Geradezu unerträglich war die drückende Schwüle auf sonnigen Plätzen“ [Weitere Steigerung der Hitze bevorstehend. In: Neue Freie Presse, Nr. 17522, 5.6.1913, Morgenblatt, S. 10]; die Hitze dauerte noch einige Tage an (am 9.6.1913 war es in Wien noch 28,8 Grad Celsius warm, erst am 10.6.1913 sank das Thermometer auf 24,8 Grad). triumpfierenSchreibversehen, statt: triumphieren. wird.

In aufrichtiger Verehrung
Ihr ergebener
Stefan Zweig

Einzelstellenkommentare

Wien, 5. Juni 1913 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Zweig, Stefan

HOTEL TEGETTHOFFWedekind notierte am 4.6.1913 seine „Ankunft in Wien. Hotel Tegetthoff.“ [Tb] Er logierte auch bei früheren Aufenthalten in Wien in diesem Hotel (so bereits 1907, 1908, 1909, 1911, 1912)., I. JOHANNESGASSE 23, WIEN
TELEGRAMM-ADRESSE: TEGETTHOFFHOTEL, WIEN.
INTERNATIONALER HOTEL-TELEGRAPHEN-CODE.



Sehr verehrter Herr Zweig!

Empfangen Sie meinen herzlichen Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilenvgl. Stefan Zweig an Wedekind, 4.6.1913. und Ihren freundlichen Vorschlag von dem ich sehr gerne Gebrauch mache. Heuteam 5.6.1913, an dem Wedekind um 10.30 Uhr eine Probe zu dem „Franziska“-Gastspiel (Vorstellungen am 6.6.1913, 9.6.1913 und 12.6.1913) der Münchner Kammerspiele im Deutschen Volkstheater in Wien notierte: „10½ Probe von Franziska“ [Tb]. und morgenam 6.6.1913, an dem Wedekind zu seinem Gastspiel im Deutschen Volkstheater in Wien (siehe oben) „Generalprobe Franziska“ sowie abends „Wiener Premiere von Franziska“ [Tb] notierte. haben wir noch alle Hände voll zu thun. Aber vielleicht darf ich Sie um die Liebenswürdigkeit bitten nach der Vorstellungnach der Premiere von „Franziska“ im Deutschen Volkstheater (siehe oben) am 6.6.1913 (Beginn: 19.30 Uhr, Ende vor 22 Uhr) [vgl. Neues Wiener Tagblatt, Jg. 47, Nr. 153, 6.6.1913, S. 26], die Stefan Zweig besucht haben dürfte. in die Garderobe zu kommen, wenn Ihnen das nicht unangenehm ist. Andernfalls würde ich Sie am Samstagam 7.6.1913, an dem Wedekind sich aber nicht mit Stefan Zweig traf, mit dem er erst am 10.6.1913 einen Ausflug unternahm: „Stefan Zweig holt uns zu einer Automobilfahrt nach dem Kobenzl“ [Tb]. zu treffen trachten.
Mit schönsten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Wien, 8. Juni 1913 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Zweig, Stefan

Sehr verehrter Herr Doctor! Zu großem Bedauern treffe ich Sie nicht zu Hausein Stefan Zweigs Wohnung in Wien (VIII, Kochgasse 8) [vgl. Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1913, Teil VII, S. 1544]. Wedekind hinterließ die vorliegende Visitenkarte, als er Stefan Zweig nicht antraf. an. Morgen Abendam 9.6.1913, nach der zweiten Vorstellung seines „Franziska“-Gastspiels im Rahmen des Münchner Ensemblegastspiels am Deutschen Volkstheater in Wien (Ende vor 22.30 Uhr) [vgl. Neues Wiener Tagblatt, Jg. 47, Nr. 156, 9.6.1913, S. 26], wie Wedekind notierte: „2 Vorstellung Franziska Volksgarten mit Tilly und Mutter“ [Tb]; ob Stefan Zweig in den Volksgarten (siehe unten) kam, ist unklar. So oder so aber muss der am 10.6.1913 im Tagebuch notierte Ausflug („Stefan Zweig holt uns zu einer Automobilfahrt nach dem Kobenzl“) verabredet worden sein, möglichweise auch telefonisch – Stefan Zweig hat Wedekind seine Telefonnummer hinterlassen [vgl. Stefan Zweig an Wedekind, 4.6.1913]. nach der Vorstellung sind wir voraussichtlich im Volksgartenim Café-Restaurant Im Volksgarten am äußeren Burgplatz im 1. Wiener Bezirk (Inhaber: Johann Seidl) [vgl. Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1913, Teil IV, S. 1060], gelegen in dem unter „Gärten und Park-Anlagen“ verzeichneten „Volks-Garten, Eingang am Burgplatz“ [Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1913, Teil II, S. 105], die auch „Volksgarten“ geschriebene „Parkanlage am äußeren Burgplatz (Burgring)“ [Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1913, Teil I, S. 81]. Wedekind hat es während seines Gastspielaufenthalts in Wien dem Tagebuch zufolge am 8.6.1913 („Mit Tilly Ihrer Mutter und Bertl Volksgarten“), 9.6.1913 („Mittag mit Tilly im Volksgarten [...] 2 Vorstellung Franziska Volksgarten mit Tilly und Mutter“), 10.6.1913 („Abend im Volksgarten“) und 11.6.1913 („Mittag im Volksgarten mit Blei [...] Leo Hirschfeld und Frau im Volksgarten“) besucht.. Es wäre mir eine große Freude | wenn Sie dorthin kommen wollten.
Mit besten Grüßen von meiner Frau und mir Ihr ergebener
FrW


Frank Wedekind

Einzelstellenkommentare

Wien, 10. Mai 1914 (Sonntag)
von Zweig, Stefan
an Wedekind, Frank

HOTEL TEGETTHOFFStefan Zweig benutzte, um Wedekind die vorliegende Mitteilung zu hinterlassen, wohl vor Ort im Hotel Briefpapier des Hotels Tegetthoff, in dem Wedekind bei seinem letzten Gastspielaufenthalt in Wien im Vorjahr logiert hatte (siehe seine vorangehende Korrespondenz mit Stefan Zweig) und nun wieder dort abgestiegen war. Wedekind ist am 6.5.1914 von München abgereist und in Wien eingetroffen: „Abfahrt von München. [...] Wien Tegethoff“ [Tb]. Die Presse hatte seine Ankunft in Wien zu seinem „Simson“-Gastspiel im Johann Strauß-Theater mit dem Ensemble des Wiener Deutschen Volkstheaters gemeldet: „Wie bereits bekannt, findet von Montag, den 11. d. M., bis Mittwoch, den 13. d. M., im Johann Strauß-Theater ein Ensemble-Gastspiel der Volksbühne unter Mitwirkung von Frank Wedekind, Tilly Wedekind und Albert Steinrück statt. Zur Aufführung gelangt ‚Simson‘ oder ‚Scham und Eifersucht‘, ein dramatisches Gedicht in drei Akten von Frank Wedekind. Der Dichter wird sich aus diesem Anlaß zum erstenmal in Wien als Regisseur betätigen. Er hat die Inszenierung seines Werkes selbst übernommen und ist zu den Proben in Wien eingetroffen.“ [Wedekind-Aufführungen in Wien. In: Neuigkeits-Welt-Blatt, Jg. 41, Nr. 104, 8.5.1914, S. 13]
WIEN


VIII. Kochgasse 8Stefan Zweigs Wohnadresse in Wien (VIII, Kochgasse 8) [vgl. Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1914, Teil VII, S. 1570].


Verehrter Herr Wedekind,

ich möchte Ihnen nur mit einem Worte sagen, wie sehr ich mich I/a/uf morgen abendsam 11.5.1914 die Wiener „Simson“-Premiere im Johann Strauß-Theater (siehe oben) um 19.30 Uhr [vgl. Wiener Allgemeine Zeitung, Nr. 10825, 11.5.1914, S. 10], die Stefan Zweig besuchte, wie der vorliegende Brief belegt. freue – Die Simsonpremière wird gewiss der beste Wiener Abend der Saison. Haben Sie einmal eine Stunde frei, so wäre es mir eine Ehre, Sie und Ihre verehrte Frau begrüssen zu dürfenWedekind sah Stefan Zweig nach der letzten „Simson“-Vorstellung im Rahmen seines Gastspiels (siehe oben) am 13.5.1914 in großer Runde im Hotel Meißl & Schadn (Wien I, Kärntnerstraße 16 und Neuer Markt 2) und anschließend im Café de l’Europe (Wien I, Stephansplatz 8): „Dritte Simsonvorstellung. [...] Banket bei Meißl und Schaden. Tilly einzige Dame Stefan Zweig Große Gesellschaft im Café de l’Europe.“ [Tb] Stefan Zweig und Wedekind hielten Reden, wie die Presse berichtete: „Ein kleines Fest, in seinem Verlaufe so intim und herzlich, wie es nur das Improvisierte, aus dem Impuls Entstandene haben kann, vereinigte vorgestern in den Abendstunden die Freunde und Verehrer Frank Wedekinds, um den jetzt in Wien anwesenden Dichter gelegentlich seines bevorstehenden 50. Geburtstages zu feiern. In einem Saale des Hotels Meißl & Schadn hatte sich eine Anzahl von Vertretern der Theater und literarischen Welt Wiens zu einem zwanglosen Beisammensein eingefunden. Es waren etwa vierzig Personen erschienen. Wedekind kam erst nach der ‚Simson‘-Vorstellung in Begleitung seiner anmutigen Gemahlin, die als einzige Dame im Kreise anwesend war. Unter den Erschienenen [...] sah man [...] Stephan Zweig [...]. Genau so wie das Fest hatten auch die Toaste den herzlichen Ton von Improvisationen. Als erster ergriff als Vertreter des literarischen Jung-Wien Stephan Zweig das Wort und gedachte der Beziehungen, die die jüngere Generation mit Wedekind verbinden und all der geistiges Anregungen, die von ihm in so befruchtender Weise ausgingen. Wedekind erwiderte in einer dankenden Ansprache, die überaus geistvoll die Vertreter von ‚Wort und Ausdruck‘ in eine Parallele brachte und gedachte auch der Kritik, für die er Worte tiefen Verstehens fand. [...] In heiterster Stimmung dehnte sich das improvisierte Bankett bis zu den ersten Morgenstunden aus.“ [Ein improvisiertes Wedekind-Bankett. In: Neues Wiener Journal, Jg. 22, Nr. 7382, 15.5.1914, S. 4]. In inniger Verehrung Ihr getreu ergebener
Stefan Zweig

Einzelstellenkommentare

München, 23. April 1915 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Zweig, Stefan

Sehr verehrter Herr Doctor Zweig!
Erlauben Sie mir, Ihnen den herzlichsten Dank zu sagen für die freundliche Art in der Sie meiner in Ihrer KorrespondenzStefan Zweigs Korrespondenz mit Joachim Friedenthal ist nicht überliefert; sie dürfte sich im Vorjahr um das von Joachim Friedenthal zu Wedekinds 50. Geburtstag herausgegebene „Wedekindbuch“ gedreht haben, dessen Beiträger Stefan Zweig war [vgl. Stefan Zweig: Wedekind, der Unbürgerliche. In: Friedenthal 1914, S. 242-244]. mit Herrn Dr. Friedenthal gedachten. Ich würde es mir sehr hoch anrechnen wenn ich etwas zur Erfüllung der BestrebungenZusammenhang nicht ermittelt. beitragen könnte. Einstweilen bin ich noch bettlägerigWedekind hatte sich am 14.4.1915 in das Josephinum, eine Münchner Privatheilanstalt (Schönfeldstraße 16), begeben und wurde dort am 15.4.1915 wegen seines Blinddarmleidens nachoperiert – er notierte „Operation“ [Tb]; die vorliegende Postkarte hat er noch in der Klinik geschrieben, aus der er am 6.5.1915 entlassen wurde [vgl. Tb]. hoffe Ihnen aber bald | ausführlich Nachricht geben zu können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebener

Frank Wedekind.


Königreich Bayern
Postkarte


S. H.

Herrn
Dr. Stefan Zweig
Wien VIII.

Kochg. 8

Einzelstellenkommentare