Briefwechsel

Heymel, Alfred Walter und Wedekind, Frank

10 Dokumente

München, 31. Januar 1900 (Mittwoch)
von Heymel, Alfred Walter und Die Insel, (Zeitschrift)
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Alfred Walter Heymel und „Die Insel“ vom 1.2.1900 von der Festung Königstein:]


[...] der von Ihnen gütigst übersandten
M. 200.–

Einzelstellenkommentare

Festung Königstein, 1. Februar 1900 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Die Insel, (Zeitschrift), Heymel, Alfred Walter

Tit. Redaction der „InselDie bibliophile Monatsschrift „Die Insel“ (sie erschien in drei Jahrgängen von 1899 bis 1902 zunächst in Berlin im Verlag Schuster & Löffler, zuletzt im Insel-Verlag in Leipzig, der 1901 aus der Zeitschrift hervorging) wurde herausgegeben von Otto Julius Bierbaum, Rudolf Alexander Schröder und Alfred Walter Heymel, der das Unternehmen aus seinem ererbten Vermögen finanzierte und bis zum Ende des zweiten Jahrgangs als verantwortlicher Redakteur fungierte. In den Heften, in denen Wedekinds „Marquis von Keith“ (1901) vorabgedruckt ist [vgl. Münchner Scenen. Nach dem Leben aufgezeichnet von Frank Wedekind. In: Die Insel, Jg. 1, 3. Quartal, Nr. 7, April 1900, S. 3-76, Nr. 8, Mai 1900, S. 166-198, Nr. 9, Juni 1900, S. 255-310], ist entsprechend vermerkt: „Für den Inhalt verantwortlich: A. W. Heymel, München.“
München.


Sehr geehrter Herr,

Ich bestätige mit bestem Dank den Empfang der von Ihnen gütigst übersandtenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Geldsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Alfred Walter Heymel, „Die Insel“ an Wedekind, 31.1.1900.
M. 200.–200 Mark als Vorschusshonorar für den 1. Akt [vgl. Wedekind an Beate Heine, 28.12.1899] von Wedekinds noch nicht abgeschlossenem Drama „Marquis von Keith“ (1901), das im Vorabdruck unter dem Titel „Münchner Scenen“ (siehe oben) demnächst in der Zeitschrift „Die Insel“ erschien [vgl. KSA 4, S. 425].

Hochachtungsvollst
Frank Wedekind.


Festung Königstein
1.II.1900.

Einzelstellenkommentare

München, 22. Februar 1900 (Donnerstag)
von Heymel, Alfred Walter
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Alfred Walter Heymel vom 23.2.1900 aus München:]


[...] ich bestätige Ihnen [...] den Empfang von M. 200.– [...]

Einzelstellenkommentare

München, 23. Februar 1900 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Heymel, Alfred Walter

Sehr geehrter Herr Heymel.

ich bestätige Ihnen mit ergebenstem Dank den EmpfangHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Geldsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Alfred Walter Heymel an Wedekind, 22.2.1900. von M. 200.– als VorschußWedekind, der nun einen weiteren Vorschuss von 200 Mark für den Vorabdruck seines „Marquis von Keith“ (1901) in der Zeitschrift „Die Insel“ [vgl. Münchner Scenen. Nach dem Leben aufgezeichnet von Frank Wedekind. In: Die Insel, Jg. 1, 3. Quartal, Nr. 7, April 1900, S. 3-76, Nr. 8, Mai 1900, S. 166-198, Nr. 9, Juni 1900, S. 255-310] erhalten hat, hatte dieselbe Summe bereits als ein erstes Vorschusshonorar für sein Stück erhalten [vgl. Wedekind an Alfred Walter Heymel, „Die Insel“, 1.2.1900]..

Montagder 26.2.1900. erhalten Sie die zweite Folge. Das Die dritte in spätestens 8 Tagenspätestens am 3.3.1900.. Ich freue mich sehr im Bewußtsein, Ihnen etwas, an meinen Kräften gemessen, gediegenes damit geben zu können und danke Ihnen bestens für Ihre liebenswürdige Gefälligkeit.

Mit ergebenstem Gruß
Frank Wedekind.


München
23.II.1900


Einzelstellenkommentare

München, 21. März 1900 (Mittwoch)
von Heymel, Alfred Walter
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Alfred Walter Heymel vom 22.3.1900 aus München:]


Herzlichen Dank für Ihre Gedichte mit der reizenden Widmung.

Einzelstellenkommentare

München, 22. März 1900 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Heymel, Alfred Walter

Lieber Herr Heymel,

Herzlichen Dank für Ihre Gedichte„Die Fischer und andere Gedichte“ (1899), gedruckt von der Offizin W. Drugulin in Leipzig mit Buchschmuck von Emil Rudolf Weiß in Berlin im Verlag der Insel bei Schuster & Loeffler herausgekommen, der einzige Gedichtband von Alfred Walter Heymel, der erschienen ist, als er noch in München lebte. Der Band lag Ende 1899 als Neuerscheinung vor [vgl. Beilage zur Allgemeinen Zeitung, Nr. 262, 16.11.1899, S. 8]. mit der reizenden Widmungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Alfred Walter Heymel an Wedekind, 21.3.1900.. Was ich bis jetzt darin gelesen hat mir viel Vergnügen gemacht. Sie | wirken erfrischend wie Champagner. Das ist der Gesammteindruck. Zur richtigen Würdigung von Einzelheiten bin ich noch nicht gekommen, da ich eben damit beschäftigt bin mich einzurichtenWedekind war in München gerade in seine neue Wohnung (Franz Josefstraße 42, 2. Stock) eingezogen; er war seit dem 22.3.1900 dort polizeilich gemeldet [vgl. EWK/PMB Wedekind]. und bei mir zu Hause das Chaos herrscht.

Wenn wir uns wiedersehen, werden wir uns eingehender darüber unterhalten können. |

Mit besten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 7. April 1900 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Die Insel, (Zeitschrift), Heymel, Alfred Walter

Tit. Redaction der „Insel
München


Sehr geehrter Herr,

ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir für/auf/ die für Ihre Zeitschrift gelieferten Arbeitendie bereits übermittelten Manuskripte der ersten Aufzüge des späteren Dramas „Marquis von Keith“ (1901), das in der „Insel“ vorabgedruckt wurde [vgl. Münchner Scenen. Nach dem Leben aufgezeichnet von Frank Wedekind. In: Die Insel, Jg. 1, 3. Quartal, Nr. 7, April 1900, S. 3-76, Nr. 8, Mai 1900, S. 166-198, Nr. 9, Juni 1900, S. 255-310]. hin noch Mark 100Wedekind hatte bereits 400 Mark an Vorschusshonorar erhalten, zunächst 200 Mark [vgl. Wedekind an Alfred Walter Heymel, 1.2.1900], dann nochmals 200 Mark [vgl. Wedekind an Alfred Walter Heymel, 23.2.1900]. zukommen lassen könnten. Ich glaube dieses Ansuchen um so eher stellen zu können, da ich auch gegenwärtig noch fast ausschließlich mit | der völligen Fertigstellung der für Ihre Zeitschrift bestimmten Arbeit beschäftigtWedekind arbeitete am „Marquis von Keith“ (siehe oben); „erst Mitte Mai ist die Arbeit an den letzten beiden Aufzügen definitiv abgeschlossen.“ [KSA 4, S. 413] bin.

In vorzüglichster Hochschätzung
ergebenst
Frank Wedekind.


München, 7. April 1900

Franz Josephstraße 42.II.

Einzelstellenkommentare

München, 31. Juli 1900 (Dienstag)
von Heymel, Alfred Walter
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Alfred Walter Heymel vom 1.8.1900 aus München:]


Empfangen Sie meinen herzlichen Dank für die Freude, die Sie mir durch Übersendung Ihres „Tod des Narcissus“ gemacht haben.

Einzelstellenkommentare

München, 1. August 1900 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Heymel, Alfred Walter

Lieber Herr Heymel!

Empfangen Sie meinen herzlichen Dank für die Freude, die Sie mir durch ÜbersendungHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben oder eine Widmung; erschlossenes Korrespondenzstück: Alfred Walter Heymel an Wedekind, 31.7.1900. Alfred Walter Heymel hat Wedekind sein Versdrama „Der Tod des Narcissus. Ein dramatisches Gedicht in einem Aufzug“ (1900) geschickt, das als bibliophiler Privtadruck (41 Seiten) in einer Auflage von 200 Exemplaren erschienen ist. Ihres „Tod des Narcissus“ gemacht haben. Ich bedaure nur das Eine, daß Sie sich durch Ihre exponirte StellungAlfred Walter Heymel war als Kind von dem Bremer Großkaufmann Adolph Heymel (gestorben 1890) adoptiert worden, dessen Millionenvermögen er erbte und zum Teil mäzenatisch verwandte; über seine unklare Herkunft ranken sich allerlei Gerüchte. vielleicht ganz ohne Grund veranlaßt sahen, das Werk mit solcher ReserveAnspielung auf den fingierten Erscheinungsort mit rückdatiertem Erscheinungsjahr auf dem Titelblatt von „Der Tod des Narcissus“ (1900): „BREMEN 1898“ – damit ist das Stück als Werk des 19jährigen Alfred Walter Heymel ausgewiesen. herauszugeben. Ich finde daß es mit ein oder zwei Arbeiten ähnlichen Umfangs in | einem Band herausgegebenIm Jahr darauf erschien eine broschierte Neuausgabe „Der Tod des Narcissus. Ein dramatisches Gedicht in einem Aufzug“ (1901) im Verlag der Insel bei Schuster & Loeffler in Berlin (50 Seiten). Die Angabe „BREMEN 1898“ ist beibehalten., sich der rückhaltlosesten Anerkennung zu erfreuen haben würde. Ich hoffe sehr daß auch dem „ManuscriptDie Impressumsseite von „Der Tod des Narcissus“ (1900) enthält den Aufdruck: „ALS MANUSCRIPT GEDRUCKT FUER:“ – darunter dürfte Alfred Walter Heymel in dem nicht überlieferten Exemplar für Wedekind handschriftlich dessen Namen oder eine Widmung eingetragen haben.“ diese öffentliche Würdigung nicht vorenthalten bleibt. Auch was die Bühnenwirksamkeit betrifft, scheint mir das Werk durchaus in unsere Zeit zu passen. Die Sprache finde ich ebenso einfach und schlicht, wie wohllautend; der Inhalt kann sich viele gänzlich unbefangene Verehrer erwerben, so daß Sie vielleicht schließlich selbst zu der Überzeugung gelangen, daß es eine überflüssige Aufrichtigkeit | war, das Stück in der Vorrede ausdrücklich als Jugendarbeit zu designirenbezeichnen..

Man kann nie wissen welche unerwarteten Schicksale die Bücher habennach dem aus der Antike tradierten bekannten Sprichwort ‚Habent sua fata libelli‘ (lat.) = ‚Bücher haben ihre Schicksale‘ (seit 1888 Wahlspruch des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels). und so wünsche ich von ganzem Herzen den schönsten Erfolg. Dazu muß man sich in den Narzissus verlieben können und das scheint mir be/a/ngesichts ei/u/nserer heutigen Ideenwelt aus mehr als einem Grunde nicht ausgeschlossen.

Eine Freude wird es mir sein, gelegentliche ausführlicher mit Ihnen über das Stück sprechen zu können.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.


München, im August 1900.

Einzelstellenkommentare

München, 27. November 1911 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Heymel, Alfred Walter

[Hinweis in Antiquariat Paul Graupe (Berlin): Auktion 6 (1917), Nachlass Heymel: Bücher und Graphik, Nr. 1762:]


Wedekind, Fr. [...] Franziska. Ein modernes Mysterium in 5 Akten. Münch. 1912Die Erstausgabe von „Franziska. Ein modernes Mysterium“ (1912) im Georg Müller Verlag in München ist vordatiert und „lag bereits im November 1911 gedruckt vor.“ [KSA 7/II, S. 994] Sie war entsprechend als Neuerscheinung angezeigt [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 78, Nr. 275, 27.11.1911, S. 14819].. Or.-Umschl.Die Erstausgabe von „Franziska“ enthält eine „Umschlagillustration des Tizian-Gemäldes ‚Himmlische und irdische Liebe‘“ [KSA 7/II, S. 994]. 1. A.

A. d. Vorsatz hs. Widmung des Dichters an Alfred W. von Heymel.

Einzelstellenkommentare