Sehr geehrter Herr DoctorDr. phil. Josef Ettlinger in Berlin (Spichernstraße 8/9) [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 484], der Vorsitzende der Neuen Freien Volksbühne [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil II, S. 216].!
ich danke Ihnen sehr für Ihre freundlichen
Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Josef Ettlinger an Wedekind, 13.12.1906.. Ich rechne es mir zur außerordentlichen Ehre an, daß Sie mein StückDie Neue Freie Volksbühne, der 1890 gegründete Theaterverein in Berlin, der modernes Theater der Arbeiterschaft preiswert zugänglich zu machen bestrebt und dessen Vorsitzender seit 1902 Josef Ettlinger war, veranstaltete als Freie Bühne ihre Vereinsvorstellungen an Sonn- und Feiertagnachmittagen an wechselnden Spielstätten (darunter Deutsches Theater und Neues Theater) mit den Ensembles dieser Bühnen, darunter (in den öffentlichen Theaterprogrammen nicht aufgeführt) im Spieljahr 1906/07 eine „Erdgeist“-Vorstellung [vgl. Neuer Theater-Almanach 1908, S. 182]; sie fand am 16.12.1906 (Sonntag) statt und Wedekind sprach dazu den Prolog zum „Erdgeist“ (siehe unten).
Ihren Bestrebungen dienstbar machen und bin auf die Art und Weise der Wirkung
aufs höchste gespannt. Den Prolog dabei zu sprechenWedekind notierte am 16.12.1906: „Erdgeistprolog Neue freie Volksbühne.“ [Tb] wird mir ein Vergnügen
sein.
Darf ich Sie bitten, geehrter Herr | Doctor, mich
den Herrn des Vorstandesdie seinerzeit (im Spieljahr 1906/07 der Neuen Freien Volksbühne) stellvertretenden Vorsitzenden Eduard Marckwald und Bruno Wille [vgl. Neuer Theater-Almanach 1908, S. 182]; im Vorjahr (während des Spieljahrs 1905/06) waren die stellvertretenden Vorsitzenden noch Karl Henckell und Bruno Wille [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 211]. bestens zu empfehlen.
In vorzüglichster Hochschätzung
Ihr ergebener
Frank Wedekind.
14.12.6.
[Kuvert:]
Herrn
Dr. Josef Ettlinger
Berlin W.
Spichernstrasse 8./9.