Briefwechsel

Bischoff, Hermann und Wedekind, Frank

4 Dokumente

München, 25. Oktober 1899 (Mittwoch)
von Bischoff, Hermann
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Hermann Bischoffs Brief an Wedekind vom 30.10.1899 aus München:]


Ich sandte Ihnen vor einigen Tagen eine Composition von mir zu Ihrem „Goldstück“ [...]


[2. Hinweis in Wedekinds Brief an Walther Oschwald vom 31.10.1899 von der Festung Königstein:]


Heute erhalte ich zum ersten Mal ein Gedicht von mir in Composition zugeschickt [...]. Es ist von einem Münchner Componisten Hermann Bischoff, „Das Goldstück“.


[3. Hinweis in Wedekinds Brief an Beate Heine vom 2.11.1899 von der Festung Königstein:]


Vor einigen Tagen erhielt ich zum ersten Male ein componirtes Gedicht von mir zugeschickt, [...] von einem gewissen Hermann Bischoff in München.

Einzelstellenkommentare

München, 30. Oktober 1899 (Montag)
von Bischoff, Hermann
an Wedekind, Frank

HERMANN BISCHOFF


MÜNCHEN, den 30 Okt 99

VON DER TANNSTR. 19/III.


Sehr geehrter Herr!

Ich sandte IhnenHinweis auf eine nicht überlieferte Sendung mit Begleitschreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Bischoff an Wedekind, 25.10.1899. vor einigen Tagen eine CompositionHermann Bischoff hat seine Vertonung von Wedekinds Gedicht „Das Goldstück“ [KSA 1/I, S. 378f.], zuerst am 23.1.1897 im „Simplicissimus“ veröffentlicht und dann leicht bearbeitet in die Sammlung „Die Jahreszeiten“ (1897) aufgenommen [vgl. KSA 1/II, S. 1144], noch im gleichen Jahr „für ‚mittlere Stimme und Clavier‘ [...] 1899 als op. 7 im Verlag Ferd. Heckel, Mannheim“ [KSA 1/III, S. 511] publiziert. Wedekind selbst komponierte in der ersten Jahreshälfte 1901 zu seinem Gedicht eine eigene Melodie [vgl. KSA 1/III, S. 87-89, 507-511]. von mir zu Ihrem „Goldstück“, damit Sie sehen, daß, wenn Sie auch gegenwärtig zur Strafe Ihrer Sünden hinter eisernen Gardinenim Gefängnis; Wedekind saß wegen Majestätsbeleidigung verurteilt auf der Festung Königstein. schmachten, Ihre Werke in der Welt doch weiter wirken. Mögen Sie an meiner Composition so viel VergnügenWedekind reagierte interessiert, aber auch etwas ratlos [vgl. Wedekind an Walther Oschwald, 31.10.1899; Wedekind an Beate Heine, 2.11.1899]. haben, wie ich an Ihrem Gedichte!

Verehrungsvoll
Hermann Bischoff

Einzelstellenkommentare

Bernried, 13. April 1901 (Samstag)
von Bischoff, Hermann
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Hermann Bischoff vom 16.4.1901 aus München:]


[...] herzlichsten Dank für Ihre Zusendung.

Einzelstellenkommentare

München, 16. April 1901 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Bischoff, Hermann

FRANK WEDEKIND.


Lieber Herr Bischoff,

empfangen Sie meinen herzlichsten Dank für Ihre Zusendungnicht überlieferte Sendung mit Begleitschreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Bischoff an Wedekind, 13.4.1901.. Ich erwarte nur noch die endgültige Zusagenicht ermittelt; der Maler Hans Christiansen, in der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt ansässig, zeichnete nach wie vor für die Münchner Zeitschrift „Jugend“ – dort könnte ein Publikationsprojekt mit Wedekind geplant gewesen sein, bei dem auch der Komponist Hermann Bischoff eine Rolle gespielt haben dürfte, der bereits ein Gedicht Wedekinds vertont hatte [vgl. Hermann Bischoff an Wedekind, 30.10.1899]. Die Zeitschrift „Jugend“ war ein gelegentlicher Publikationsort für Wedekind. So wurde sein Gedicht „Bajazzo“ unter dem Titel „Lied des Hanswurst aus dem Schauspiel ‚So ist das Leben‘“ 1902 in der „Jugend“ erstveröffentlicht [vgl. KSA 1/I, S. 1065]. von Christiansen, dann werde ich mir, | vielleicht Ende dieser Woche das Vergnügen machen, Sie in Bernried aufzusuchen. Fürchten Sie übrigens nicht daß ich Ihre werthe Zeit die Sie jetzt für Ihre eigenen Angelegenheiten Arbeiten sehr nötig haben für meine AngelegenheitenWedekind trat in München bei den soeben als Kabarett eröffneten Elf Scharfrichtern auf und war ansonsten darum bemüht, seine Stücke auf die Bühne zu bekommen. in Anspruch nehmen könnte.

Indem ich Sie bitte, mich Ihrer geehrten Frau GemahlinHermann Bischoff war seit 1898 mit der Malerin Marie Himmighoffen verheiratet. bestens emp|fehlen zu wollen zeichnet mit ergebenstem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare