Briefwechsel

Mann, Heinrich und Wedekind, Frank

5 Dokumente

Nizza, 25. November 1909 (Donnerstag)
von Mann, Heinrich
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Widmung an Heinrich Mann vom 1.12.1909 aus München:]


[...] mit herzlichem Dank für die farbenprächtige „Kleine Stadt“ [...]

Einzelstellenkommentare

München, 1. Dezember 1909 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Mann, Heinrich

Herrn Heinrich Mann
mit herzlichem DankHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben (oder eine Widmung) zum übersandten Buch; erschlossenes Korrespondenzstück: Heinrich Mann an Wedekind, 25.11.1909. Wedekind bedankt sich für ein Exemplar von Heinrich Manns Roman „Die kleine Stadt“ (1909), der kurz zuvor im Insel-Verlag in Leipzig als erschienen gemeldet war [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 76, Nr. 266, 15.11.1909, S. 13950]. Heinrich Mann hat aus Nizza (Rue de l’Opéra 3), wo er seinerzeit für einige Monate lebte, Exemplare verschickt – so an seine Mutter, die ihm am 22.11.1909 nach Nizza schrieb: „Ja, lieber Heinrich, ich erhielt vor etwa 8 Tagen Dein hübsches Weihnachtsgeschenk, ‚Die kleine Stadt‘“ [Julia Mann: Ich spreche so gern mit meinen Kindern. Erinnerungen, Skizzen, Briefwechsel mit Heinrich Mann. Hg. von Rosemarie Eggert. Berlin, Weimar 1991, S. 181f.]. Das Exemplar für Wedekind dürfte etwas später abgeschickt worden sein und Wedekind, der am 25.11.1909 zu einer Lesereise aufbrach, dürfte es vorgefunden haben, als er am 30.11.1909 zurück in München war [vgl. Tb]. für die farbenprächtige „Kleine Stadt“ mit verehrungsvollen Grüßen
Frank Wedekind.


München im Dezember 1909.

Einzelstellenkommentare

München, 21. April 1915 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Mann, Heinrich, Mann, Mimi

Königreich Bayern
Postkarte


S. H.
Herrn Heinrich Mann und Gemahlin
München
Leopoldstrasse 61. |


Sehr verehrter Herr Heinrich Mann! Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin herzlichsten Dank für die wunderschönen RosenGenesungspräsent für den Rekonvaleszenten ‒ Wedekind hatte sich am 14.4.1915 in das Josephinum begeben, eine Privatheilanstalt in München (Schönfeldstraße 16), und war dort am 15.4.1915 erneut am Blinddarm operiert worden. , deren RotWedekinds Arbeitszimmer war eingerichtet „mit rotem Teppich und roter Tapete, roten Vorhängen […] und rot gestrichenen Bücherregalen und Sesseln, auch möglichst rot“ [Wedekind 1969, S. 117f.]; in Erinnerung blieb „das herrliche rote Zimmer!“ [Kadidja Wedekind: Wedekind und seine Kinder. In: Der Querschnitt, Jg. 11, Heft 8, Ende August 1931, S. 526] meinem Zimmer einen ganz besonderen Reiz verleihen. Sollten Sie Harden am SamstagMaximilian Harden hielt am 24.4.1915 in München einen Vortrag ‒ „Heute Samstag findet in der Tonhalle der zweite Kriegsvortrag ‚Wie steht’s?‘ von Maximilian Harden statt. Der Vortrag beginnt pünktlich 8 Uhr“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 208, 24.4.1915, General-Anzeiger, S. 1] ‒ und reiste noch spät abends mit dem letzten Zug zurück nach Berlin. Wedekind hatte ihm offenbar mitgeteilt, dass er krank sei und den Vortrag nicht besuchen könne [vgl. Maximilian Harden an Wedekind, 24.4.1915]. sehen, dann grüßen Sie ihn bitte von mir. Hoffentlich hat sich Ihre Frau Gemahlin jetzt völlig erholtMimi Mann hatte gerade eine langwierige Zahnbehandlung hinter sich.. Mit besten Grüßen und Empfehlungen Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 1. Dezember 1915 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Mann, Heinrich

München, 1.XII.1915.


Sehr verehrter Herr Heinrich Mann!

Wollen Sie mir erlauben, Sie zu dem prachtvollen Denkmal, das Sie in Ihrem Werk über ZolaWedekind äußert sich über Heinrich Manns Essay „Zola“ (erschienen im November-Heft 1915 der Monatsschrift „Die weißen Blätter“). Bei seinem Vortragsabend am 2.12.1915 in der Galerie Caspari las Heinrich Mann dann einen „Abschnitt aus der Abhandlung über Zola“ [E (d.i. Richard Elchinger): Vortragsabend. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 619, 4.12.1915, Vorabendblatt, S. 2]. Wedekind saß wohl nicht im Publikum, da er im Tagebuch eine andere Veranstaltung notiert hat. errichtet haben, von ganzem Herzen zu beglückwünschen. Die Form des Ganzen finde ich ebenso gewaltig und geschlossen wie die Form der Sprache, mit der es aufgebaut ist. Wenn Frankreich stolz auf Zola sein kann, so kann Deutschland meinem Gefühl nach in weit höherem Maße darauf stolz sein, daß dieses BuchMissverständnis Wedekinds ‒ der umfangreiche Essay „Zola“ ist im November-Heft 1915 der Monatsschrift „Die weißen Blätter“ erschienen (1919 dann in Heinrich Manns Sammelband „Macht und Mensch“). von einem Deutschen in dieser Zeit geschrieben wurde. Ihre Arbeit verkörpert die Ueberlegenheit deutschen Geistes, nicht dem Geiste anderer Völker, sondern der ganzen Weltlage gegenüber. Außerdem erscheint mir Ihr Werk als eine That des Friedens, für die Ihnen jeder, dem das Glück seiner Mitmenschen am Herzen liegt, nicht dankbar genug sein kann.

Mit herzlichen Grüßen Ihr ergebener Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 28. November 1916 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Mann, Heinrich

München 28 November 1916


Sehr verehrter Herr Heinrich Mann!

Wollen Sie mir erlauben Ihnen inliegende Nachrichten aus der ausländischen PresseDer beigelegte Zeitungsausschnitt ist nicht überliefert. Er dürfte sich auf den Krieg bezogen haben., die mir Herr Dr. FriedenthalWedekind hatte Dr. jur. Joachim Friedenthal, Münchner Korrespondent des „Berliner Tageblatt“ [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1917, Teil II, Sp. 458], zuletzt am 25.11.1916 abends in größerer Runde in einem Lokal getroffen [vgl. Tb]. freundlichst zukommen läßtHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zu einem Zeitungsausschnitt (siehe oben); erschlossenes Korrespondenzstück: Joachim Friedenthal an Wedekind, 27.11.1916., zu übersenden.

Mit verehrungsvollem Gruß auf baldiges Wiedersehnspätestens am 17.12.1916, wie Wedekind unter diesem Datum notierte: „Café bei Helene Ritscher mit Heinrich Mann e.ct.“ [Tb]
Ihr
Frank Wedekind.


[Kuvert:]

Herrn Heinrich Mann
München
Leopoldstrasse 59.

Einzelstellenkommentare